Artikel von Armin Risi
1. Licht wirft keinen Schatten
Licht wirft keinen Schatten –
Wie unterscheidet man theistische und atheistische Weltbilder?
1. Die Suche nach «Realität»
2. Die Symbolik von Licht und Schatten
3. Materialismus
4. Holismus: Deismus und Pantheismus
5. Dualismus
6. Atheistischer Monismus
7. Atheistische Esoterik: die esoterische Form des atheistischen Monismus
8. Vom atheistischen zum theistischen Monismus
9. Theistischer Monismus: die Brahman-Erkenntnis
10. Spirituelle Gotteserkenntnis
11. Das Mysterium des gleichzeitigen Eins- und Verschiedenseins
12. Was ist Gottes Wille?
1. Die Suche nach «Realität»
Jeder Mensch muß sich wieder fragen: Wo will ich meine Energie, meine Interessen, meine Zeit und mein Geld investieren? Natürlich möchte jeder Mens ch für etwas leben, das Sinn macht und realistisch ist. Wer möchte schon sein Leben einer Illusion, einer Verführung oder einer Selbsttäuschung weihen? Deswegen muß jeder Mensch für sich entscheiden: Was ist für mich Wahrheit? Was ist für mich Realität? Und das ist immer auch eine philosophische Frage.
Mit anderen Worten: Alles, was in unserer Welt und auch in unserem Leben vor sich geht, ist von Philosophie abhängig. Was auch immer die Menschen tun, wird von Weltbildern bestimmt: von Ideologien, Glaubenssystemen und persönlichen Überzeugungen.
Aber was ist Philosophie? Eine mögliche Definition lautet: Philosophie ist die Suche nach einer Definition von Realität. Wenn Philosophie mit verbindlichen Anschauungen ausformuliert wird, entsteht Ideologie, ein System von Lehren und Doktrinen, das für möglichst alle Lebensbereiche Antworten geben will und entsprechende praktische Richtlinien mit sich bringt.
Wenn man sich die Frage nach der Realität nicht bewußt stellt, folgt man ebenfalls einem Weltbild, dann einfach dem allgemein vorherrschenden. Für viele Menschen ist der Alltag die Realität: die Erfordernisse des Geldverdienens, die täglichen Pflichten und Freuden, der Wunsch nach Freizeit und Erholung. Wenn man philosophisch nachfragt, bekommt man meistens Antworten wie «Realität ist das, was ich sehe und wahrnehme» oder «das, was ich fühle» oder «das, was ich verstandesmäßig erkennen kann».
2.
Die Symbolik von Licht und
Schatten
In
unserer Erfahrungswelt sind
Licht
und
Schatten
perfekte Symbole, die uns helfen können zu
verstehen, was Realität und was nicht Realität ist.
Licht hat ein eigenes, von den Schatten
unabhängiges Dasein und symbolisiert Realität,
Schatten die Relativität. Licht symbolisiert das
Absolute, das Reelle, das
Spirituelle,
die
Einheit,
Schatten das Relative, das Nichtreelle, das
Materielle,
die
Zweiheit.
Denn nur dort, wo sich etwas dem Licht
entgegenstellt, d. h. sich vom Licht
entzweit,
entsteht Schatten. Licht selbst wirft keinen
Schatten.
Laut
vielen alten Mysterientraditionen und
Offenbarungslinien leben wir heute in einem
«Zeitalter der Dunkelheit». Die indischen Quellen
sprechen von einem
Kali-yuga,
einem Zeitalter (yuga) der Spaltung. Das
Sanskritwort
kali
kommt vom Verb
kal,
das
trennen,
(in feindliche Lager)
aufspalten
und auch
verfolgen
bedeutet. Dieser Begriff sollte nicht mit dem Namen
der bekannten indischen Göttin Kālī verwechselt
werden, denn dieser Name ist abgeleitet vom
Sanskritwort
kāla,
das
Zeit
bedeutet. Kālī ist die Personifikation der Zeit,
Kali ist die Personifikation der trennenden und
spaltenden Kraft. Für letzteres kennen wir in
unseren westlichen Sprachen ein vielsagendes Wort,
das genau dasselbe bedeutet:
diabolisch.
Dieses Wort stammt aus dem Griechischen und setzt
sich zusammen aus
dia-,
auseinander,
gegeneinander,
gegenüberstehend,
und
ballein,
werfen.
Das Diabolische ist das, was die Menschen
auseinandertreibt und zu Feinden macht und ist in
diesem Sinn ein Synonym für Kali. Demzufolge leben
wir also in einem Zeitalter, in dem das Diabolische
vorherrscht.
Ein
Blick in die heutige Welt zeigt, daß die alten
Quellen nicht unrecht hatten, als sie unsere Zeit
als ein «Zeitalter der Dunkelheit» bezeichneten.
Dies bedeutet, daß wir (momentan noch) in einem
Zeitalter leben, in der die Spaltung – das
Diabolische, die symbolische
Dunkelheit
– vorherrschend ist. Wir sind also gewarnt, daß
das, was heute vorherrschend ist und am lautesten
propagiert wird, aus dem Bereich der Dunkelheit
stammen könnte, sei es in der Politik, in der
Wirtschaft, in der Finanzwelt, in der Wissenschaft
oder in der Forschung und nicht zuletzt auch in den
Religionen und in der Esoterik. Das heißt nicht,
daß alles Vorherrschende von dunklen Mächten
inspiriert ist. Wo Schatten ist, da ist auch Licht.
Wir müssen unterscheiden.
Aus
philosophischer Sicht betrachtet, haben die dem
«Zeitalter der Dunkelheit» entsprungenen Ideologien
und Lehrmeinungen alle ein gemeinsames
Charakteristikum, nämlich: Sie wollen
Licht
(Realität) von der
Dunkelheit
(Relativität) her definieren. Dies ist jedoch nie
möglich, denn Licht ist nicht einfach gleich
Schatten. Licht ist auch nicht die Summe aller
Schatten und nicht einfach das Gegenteil von
Schatten und auch nicht die Abwesenheit von
Schatten.

Die verschiedenen Weltbilder können mit den Stufen
auf einer Treppe verglichen werden. Eine Treppe
besteht aus unterschiedlichen Stufen, und jede
Stufe hat die Eigenschaft, daß wir sie zum
Hinaufgehen oder zum Hinuntergehen verwenden
können. Ebenso kann man jedes Weltbild in einer
gottzugewandten oder gottabgewandten Weise leben.
Am Anfang mögen beide Richtungen sehr ähnlich
aussehen, da sie von denselben Grundannahmen
ausgehen; aber eine Untersuchung der Konsequenzen
zeigt, daß sie diametral auseinandergehen.
3.
Materialismus
Eine erste Variante, wie man Licht von der
Dunkelheit her definieren kann, lautet: Licht =
Schatten. In dieser symbolischen Ausformulierung
ist es natürlich klar, daß hier etwas nicht stimmt.
Wir wissen: Licht ist nicht dasselbe wie
Dunkelheit.*
Dennoch besagt das heute vorherrschende Weltbild
genau das: Relativität = Realität. Wir kennen dies
vor allem in der wissenschaftlichen
Ausformulierung: «Es gibt nur das materiell
Wahrnehmbare. Alles, was im gesamten Universum
existiert, auch Leben und Bewußtsein, läßt sich mit
den Gesetzen der Wissenschaft erklären. Am Anfang
war die Materie, dann entstanden Galaxien und
Sonnen mit ihren Planeten, wie z. B. unser
Sonnensystem, in dem auf der Erde, als sich die
glühende Kruste abkühlte, aus der anorganischen
Urmaterie zufällig erste organische Bausteine
entwickelten. Als sich diese Bausteine
zusammenfügten und eine genügende Komplexität
aufwiesen, entstanden die ersten einzelligen
Lebewesen und aus diesen die ersten Pflanzen und
die ersten Tiere. Aus einigen Fischen entstanden
Amphibien, aus einigen Amphibien gingen Reptilien
hervor und aus einigen Reptilien Säugetiere – alles
durch eine Akkumulation zufälliger kleiner,
nützlicher Genmutationen. So entstanden die
Primaten und die ersten hominiden Urformen. Als
diese affenähnlichen Wesen dann ein genügend großes
Gehirn entwickelten, entstand das Bewußtsein. Das
heißt, an einem bestimmten Punkt erlangte das
Gehirn des Urmenschen eine Komplexität, die eine
Selbstwahrnehmung (= Bewußtsein) ermöglichte.»
Was hier so modern und wissenschaftlich klingt, ist
nichts anderes als das Weltbild des Materialismus.
Es besagt, daß Materie die einzige Realität
ist:
Alles ist Materie; es gibt nur Materie.
Gemäß diesen Prämissen ist Bewußtsein ein Produkt
des Gehirns. Genau dies besagt auch die
Evolutionstheorie: Als der tierhafte Urmensch ein
Gehirn entwickelte, das genügend komplex war,
begann er plötzlich zu denken – und kam sogleich
auf dumme Gedanken, vor allem auf den, er sei kein
Tier! Gemäß dem materialistischen Weltbild muß das
Wesen
Mensch
wie folgt definiert werden: «das Säugetier, das
meint, es sei kein Tier». Oder noch prägnanter:
«das Tier, das meint, es habe einen freien Willen».
(Denn gemäß der modernen Neuropsychologie gibt es
keinen wirklich freien Willen.)
Wer
glaubt heute nicht, daß der Mensch vor einer
Million Jahren primitiv und tierisch gewesen ist
und daß dieses urmenschliche Säugetier aus
niedrigeren Lebensformen hervorgegangen ist? Dieses
Weltbild, das heute kaum mehr angezweifelt wird,
entspringt dem Materialismus. Es ist ein
Glaubenssystem, und zwar ein völlig unbewiesenes.
Niemand hat je gesehen, wie aus einem Amphibium ein
Reptil entsteht oder aus einem Reptil ein
Säugetier. Ja es gibt nicht einmal ein
theoretisches Modell, das diesen Vorgang mit allen
Zwischenstufen nachzeichnen könnte. Die
Vorstellung, daß ein Reptil allmählich zu einem
Säugetier wird, ist geradezu lachhaft, wenn man
sich diese Wesen vorzustellen versucht: 90 %
Reptil, 10 % Säugetier; 80 % Reptil, 20 %
Säugetier, usw.
*
Die Begriffe Schatten und Dunkelheit werden hier
synonym verwendet. Dunkelheit ist ein isolierter
Schattenbereich.
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4.
Holismus: Deismus und
Pantheismus
Wenn man Materie für die einzige Realität hält,
bedeutet dies nicht, daß man gezwungenermaßen einen
engen, beschränkten Horizont hat. Es bedarf nur
einer offengeistigen Naturbetrachtung, um zu einem
umfassenderen Weltbild zu kommen, das hier – in der
nächsten Stufe – als
Holismus
umschrieben werden könnte.
Holismus,
abgeleitet vom griechischen Wort
holos,
ganz, gesamt, umfassend,
ist ein Sammelbegriff für die verschiedenen Formen
von
holistischen
bzw. ganzheitlichen Weltbildern, in denen die
materielle Erscheinungswelt als Ausdruck einer der
Materie innewohnenden Gesetzmäßigkeit und Harmonie
gesehen wird. In der Symbolik von Licht und
Schatten besagt der Holismus: «Licht ist nicht
einfach gleich Dunkelheit. Licht ist die Gesamtheit
aller Dunkelheit in allen Schattierungen.» Realität
wird hier als die universale und allumfassende
Ganzheit der Materie gesehen, wobei die ihr
innewohnende Gesetzmäßigkeit und Selbstorganisation
als
Geist
oder
kosmische Intelligenz
bezeichnet wird. In der Personifikation wird hier
manchmal auch vom
Baumeister des Universums
gesprochen.
Der
Holismus ist eine Stufe, von der man, wie bei allen
Stufen, in eine gottzugewandte oder gottabgewandte
Richtung gehen kann. Die gottzugewandte Form des
Holismus ist der Pantheismus, die gottabgewandten
Form der Deismus. Diese Begriffe werden hier für
die philosophische Unterscheidung verwendet. Damit
soll jedoch nicht gesagt sein, daß jeder, der sagt,
er folge dem Deismus, automatisch in eine
gottabgewandte Richtung geht. (Säkulare
Eingeweihtenorden, wie z. B. die Freimaurer,
bezeichnen sich offiziell als Vertreter des
Deismus.) Man kann auch als «Deist» gottzugewandt
sein; eine solche Person wäre gemäß der hier
dargelegten Systematik dann einfach ein
Pantheist.
Dennoch
ist es nicht falsch, der gottabgewandten Richtung
den Begriff
Deismus
zuzuordnen, denn er bedeutet wörtlich
Gottismus,
abgeleitet vom lateinischen Wort
deus,
Gott,
und das Lateinische hängt historisch mit dem
römischen Reich (imperium
romanum)
und somit auch mit dem Imperialismus zusammen – der
ja auch heute noch die Weltpolitik bestimmt
(novus
ordo seclorum,
neue Weltordnung,
wie es in einem scheinbar fehlerhaften Latein
–
seclorum
statt
saeculorum
– auf der 1-$-Note nachzulesen
ist).
Die
deistische Form des Holismus besagt: «Licht ist die
Totalität aller Schatten; wenn man die Gesamtheit
und Einheit der Dunkelheit erkennt, ist man im
Licht». Realität ist hier also gleichbedeutend mit
der Totalität aller Materie und der ihr
innewohnenden Gesetze, und Gesetze wirken immer
mechanisch (quantenmechanisch und in einem
geistig-mechanischen Sinn). Die Gesetze von Aktion
und Reaktion werden in der holistischen
Interpretation nicht mehr nur auf die Physik,
sondern auf das gesamte Dasein angewendet – was
natürlich richtig ist. Einige sprechen hier
von
göttlicher Bestimmung,
andere vom
Gesetz des Karma.
Die Frage ist nur, ob das jeweilige Verständnis
von
Karma
wahrhaft ganzheitlich ist oder nur halbwahr.
Letzteres ist bei der gottabgewandten Form des
Holismus der Fall. Dort wird gesagt:
«Alles geschieht nach dem Gesetz von Aktion und
Reaktion. Es gibt keinen Zufall. Was im Leben
geschieht, ist eine Reaktion auf das, was man mit
den eigenen Aktionen ins Leben gerufen hat. Wenn
jemand reich oder arm ist, entspricht dies den
kosmischen bzw. deistischen Gesetzen, d. h.
den
Gesetzen
Gottes.
Wenn wir also einflußreich sind und globale Macht
haben, entspricht dies Gottes Gesetz, ebenso wie
unsere Aufgabe, mit dieser Macht auf der ganzen
Welt für Friede und Ordnung zu sorgen. Denn nichts
ist möglich ohne die entsprechende Ursache. Die
Tatsache, daß wir z.B. einen Krieg anfangen können,
entspricht also ebenfalls den göttlichen Gesetzen,
genauso wie das Schicksal derer, die im Krieg zu
leiden haben. Wenn gewisse Menschen leiden müssen,
ist das ihr Karma, genauso wie es unser Karma,
unsere Bestimmung, ist, mächtig zu sein. Wäre es
nicht das Karma der betroffenen Völker, Opfer zu
sein, könnten wir nicht Krieg gegen sie führen. Die
Tatsache aber, daß wir es können, zeigt, daß es ihr
Karma ist und daß alles den göttlichen Gesetzen
entspricht, selbst wenn gewisse Leute meinen, dem
sei nicht so. Alles ist gut so, wie es
ist.»
Was
in diesem Gedankengang geäußert wird, ist nicht
unwahr, sondern halbwahr. Karma wird hier
mit
Prädestination
gleichgesetzt, und das ist eine verhängnisvolle
Einseitigkeit (= Halbwahrheit). Das Entscheidende,
was hier übersehen wird, geht aus den weiteren
Ausführungen hervor.
Die
gottzugewandte Form des Holismus ist der
Pantheismus, wörtlich
All-Gott-Sicht
oder
Alles zusammen ist Gott:
Gott ist das Universum, Gott wird in der Natur
gesehen, Gott ist das Leben und die im Leben
wirkende Harmonie, weshalb man der Natur und
jeglichem Leben mit höchstem Respekt
begegnet.
5.
Dualismus
Eine andere Möglichkeit, Realität
(Licht)
zu definieren, lautet: «Licht ist das Gegenteil von
Dunkelheit. Licht und Dunkelheit sind zwei
parallele Realitäten, zwei voneinander unabhängige
Existenzen; Dunkelheit ist die andere Seite des
Lichts; es gibt kein Licht ohne
Dunkelheit.»
Auch
das ist eine unvollständige Definition von Licht.
Der Dualismus verabsolutiert die Dualität und führt
daher zu einer Frontenbildung, denn die
dualistischen Religionen und Machtorganisationen
sind allesamt überzeugt, sie seien Vertreter des
Lichtes und alle anderen, die nicht dasselbe
glauben wie sie, seien Mächte der Dunkelheit und
des
Bösen.
Ein Beispiel hierfür sind die christlichen Kirchen,
die während vielen Jahrhunderten im Namen
Gottes
den
Teufel,
d. h. alles Nichtkirchliche, bekämpften und
auszurotten versuchten. Dieser Dualismus führte zur
Bildung einer direkten Gegenmacht, bestehend aus
denen, die von der Kirche verfolgt und verteufelt
worden waren. In den Augen der vielen Millionen von
Opfern stellte die Kirche eine Macht des Teufels
dar. Im Mittelalter mußten sie sich geheim
formieren und konnten nur im Untergrund tätig sein.
Heute kennen wir diese Strömungen als die
gnostisch-metaphysischen,
okkulten
Einweihungsorden und Logenverbände. Obwohl zwischen
diesen Lagern mittlerweile ein scheinbarer Friede
herrscht, streben beide Seiten, sowohl die
religiöse
als auch die
säkulare,
nach Vorherrschaft, denn beide sind nach wie vor
überzeugt, daß der Gott der Gegenseite der falsche
sei. Daß die fundamentalistischen Religionen dies
glauben, ist bekannt. Weniger bekannt ist, daß auch
im Okkultismus und in der Esoterik ähnliche
Strömungen existieren. Ein Beispiel hierfür ist die
Theosophie, wie sie von Helena Blavatsky begründet
wurde. In ihrem Werk Die Geheimlehren sagt sie
mehrfach, daß aus ihrer Sicht der Gott des Alten
Testaments ein Teufel ist und daß der verteufelte
Satan (Lucifer)
eigentlich das höchste Lichtwesen, Gott, ist: «So
wächst ‹Satan›, sobald er nicht mehr in dem
abergläubischen, dogmatischen, unphilosophischen
Kirchengeiste betrachtet wird, zu einem großartigen
Bilde empor von einem, der aus einem irdischen
einen göttlichen Menschen macht, der […] ihn
befreit von der Sünde der Unwissenheit, somit vom
Tode. […] Es ist Satan, welcher der Gott ist
unseres Planeten und der Einzige Gott, und dies
ohne irgendwelche metaphorische Anspielung auf ihre
Schlechtigkeit und
Verkommenheit.»*
In
vielen esoterischen Kreisen wird erwartet, daß
dieser
Einzige Gott
in der heutigen Wendezeit als göttlicher
«Friedensbringer»
erscheinen oder einen Weltenlehrer bzw. Messias als
Stellvertreter ermächtigen wird. Der Gedanke
dahinter ist immer der, daß das Licht die
Dunkelheit besiegen und vernichten muß, sei dies
durch eine apokalyptische Endzeitschlacht oder
durch ein luziferisches
Lichtreich.
Der Dualismus läuft also immer auf einen Monismus
hinaus, denn auch die Vertreter des Dualismus
wollen, daß letztlich die gesamte Dunkelheit
beseitigt und durch die Einheit des Lichtes, ihres
Lichtes, überwunden wird.
*
Quellenangabe und weitere ähnliche Zitate aus
der Geheimlehre finden sich in Licht wirft
keinen Schatten, S. 105-109.
zurück
6.
Atheistischer Monismus
Der
Monismus,
von griech.
monos,
eins, einzig, allein,
besagt, alles Seiende gehe letztlich auf eine
einzige Urenergie bzw. Ureinheit zurück.
Alles ist eins.
Auf
der philosophischen Treppe, die von der Dunkelheit
ins Licht führt, stellt der Monismus die höchste
Stufe dar, denn er kommt dem Licht am nächsten,
kann aber auch am weitesten vom Licht wegführen.
Während alle vorherigen Stufen mehr oder weniger
atheistisch waren, ist die gottzugewandte Form des
Monismus theistisch. (Wir werden diese Begriffe
noch näher definieren.) Wir müssen also zwischen
einem atheistischen und einem theistischen Monismus
unterscheiden.
Da
heute, im
Zeitalter der Dunkelheit,
der atheistische Monismus vorherrschend ist, wollen
wir zuerst ihn näher betrachten, denn er existiert
in zwei verschiedenen Formen. Die eine haben wir
bereits beschrieben, nämlich den Materialismus,
denn er ist letztlich ebenfalls ein Monismus. Er
sagt, alles Existierende, auch Leben und
Bewußtsein, sei aus einer einzigen Urenergie, aus
der Materie, hervorgegangen. Dieser
materialistische Monismus
definiert Realität als das «Universum»,
«die
Gesamtheit/Einheit aller Materie».
Was bedeutet das konkret? Lassen wir einen der
führenden Evolutionsbiologen der heutigen Zeit zu
Wort kommen, Prof. Richard Dawkins. In einem
Interview mit dem Magazin FOCUS (52/1996, S. 145)
sagte er:
«Das
Universum, das wir beobachten, hat genau die
Eigenschaften, mit denen man rechnet, wenn dahinter
kein Plan, keine Absicht, kein Gut oder Böse steht,
nichts außer blinder, erbarmungsloser
Gleichgültigkeit.»
Und
er hat recht! Das Universum als Gesamtheit der
Materie ist eine neutrale Energie. Wenn Realität
oder Gott als
Totalität aller Energie
definiert wird, dann ist Realität bzw.
Gott
ohne Wille, ohne Absicht, ohne Maßstab für Gut und
Böse und erst recht ohne Erbarmen. Energie wirkt
mit
blinder, erbarmungsloser
Gleichgültigkeit,
eine knallharte Formulierung, die als Seitenhieb
gegen die Religionen gedacht ist, die alle an einen
Gott der Liebe und der Gnade glauben. Gemäß dem
Weltbild des materialistischen Monismus ist ein
solcher Gott eine Illusion. Realität oder
Gott
ist nichts anderes als neutrale
Energie.
Hier
an diesem Punkt ist der materialistische Monismus
nicht mehr bloß ein Materialismus, wie er auf der
untersten Stufe beschrieben wurde, sondern er wird
«esoterisch».
Als atheistischer Monist ist man nicht ein
Materialist, der nur an die Gesetze der
physikalischen Materie glaubt, sondern man
ist
Esoteriker,
das heißt, man weiß auch um die höheren Gesetze von
Karma, Reinkarnation und Resonanz. Man kann also
durchaus an Karma und Reinkarnation glauben und
dennoch ein Atheist sein. Aber nicht jeder, der an
Karma und Reinkarnation glaubt, ist ein Atheist.
(Die esoterische Form des atheistischen Monismus
bedeutet nicht, daß jegliche Esoterik atheistisch
ist. Esoterik kann sehr wohl auch theistisch sein,
aber dann sprechen wir hier in der philosophischen
Unterscheidung nicht mehr
nur
von Esoterik, sondern von
Spiritualität,
weil Realität in ihren materiellen und spirituellen
Differenziertheit erkannt wird.)
7.
Atheistische Esoterik: die esoterische Form des
atheistischen Monismus
Atheistische Esoterik ist heute weit verbreitet,
obwohl sich die meisten Wahrheitssucher in der
Esoterik dessen nicht bewußt sind. Kernsätze der
atheistischen Esoterik sind: «Alles
ist Gott»,
«alles
ist eins»,
«alles
ist gut»,
«alles
ist Liebe»,
«Gott
ist Energie»
oder «alles
ist eine notwendige Erfahrung».
Obwohl diese Aussagen nicht unwahr sind, sind sie
einseitig, da sie nur die eine Hälfte der Wahrheit
sehen. Dies wird ersichtlich, wenn wir diese
scheinbar harmlosen Aussagen bis in ihre letzte
Konsequenz ausformulieren – was ich hier nun kurz
tun möchte.
Mit
der esoterischen Version des atheistischen Monismus
berühren wir die höchsten bzw. höchstgradigen
Ebenen vieler religiöser und säkularer
Machtgruppierungen. Ich formuliere deren Weltbild
hier etwas überspitzt, aber nicht übertrieben:
«Um Realität zu verstehen, muß man ein Realist sein
und der Wahrheit ins Auge schauen. Wahrheit tut
bekanntlich weh, weshalb nur die wenigsten bereit
sind, sich der Wahrheit konsequent zu stellen. Denn
die Wahrheit ist: Alles ist Energie. Realität ist
die Einheit jenseits der Zweiheit, weshalb man die
Zweiheit überwinden muß, um in die Einheit zu
gelangen. Diejenigen, die diese Wahrheit erkennen,
sind die einzig wahren Realisten. Sie, d. h. wir,
sind
im Licht
= erleuchtet, lat.
illuminati.
Wer erleuchtet ist, hat die Konzepte von Zweiheit
konsequent überwunden, insbesondere Konzepte wie
‹gut
und böse›,
‹Liebe›
oder ‹Gott
und ich›,
d. h. die mittelalterlichen Konzepte von einem
strafenden oder richtenden Gott. Es gibt keinen
strafenden Gott und daher logischerweise auch
keinen liebenden Gott. Aus der absoluten Sicht gibt
es auch kein Gut und kein Böse. Erleuchtung
bedeutet daher: Handeln aus diesem Bewußtsein
heraus, jenseits von Gut und Böse. Wer erleuchtet
und berufen ist, handelt nicht nach Kriterien von
Gut und Böse, sondern einzig nach dem Kriterium der
Notwendigkeit.»
Wenn
hier von Erleuchtung gesprochen wird, ist damit
eine Scheinerleuchtung gemeint, die letztlich der
Ego-Rechtfertigung dient. Das Reizwort
Illuminati
ist mittlerweile sogar ein Bestseller-Begriff
geworden, wie der Roman von Dan Brown beweist.
Wichtig in unserem Zusammenhang ist die
Feststellung, daß mit diesem Begriff keine
Organisation, sondern ein Weltbild und eine
Mentalität gemeint ist. In jedem von uns steckt
ein
Illuminat,
die Frage ist nur, bis zu welchem Grad. (Natürlich
ist es auch möglich, von Scheinerleuchtung und
Ego-Rechtfertigung frei zu sein. Das ist sogar –
aus der spirituellen Sicht – unsere
Lebensaufgabe.)
In
der praktischen Umsetzung führt der atheistische
Monismus zu einem gottlosen Pragmatismus.
Pragmatismus ist die Geisteshaltung, die den Wert
einer Sache daran mißt, inwieweit sie für das
Erreichen der eigenen Ziele nützlich ist. In der
negativen Version entspricht der Pragmatismus der
Haltung: «Der Zweck heiligt die Mittel.» Man tut
alles, was praktisch ist, um das zu erreichen, was
notwendig ist. Und was notwendig ist, bestimmen die
Pragmatiker. Es ist ein logischer Teufelskreis –
oft auch im wörtlichen Sinn.
8.
Vom atheistischen zum theistischen
Monismus
In der Symbolik von Licht und Schatten besagt der
atheistische Monismus: «Licht ist die Abwesenheit
von Schatten. Wenn man alle Schatten überwindet,
ist man im Licht.» Realität wird durch eine
Negation der Relativität definiert – was im
direkten Sinne des Wortes eine negative Philosophie
ist. Man meint, wenn man alle Dualität negiere,
habe man sie überwunden und sei
«erleuchtet».
Da die Realität nur als eine abstrakte Einheit von
Energie gesehen wird, meint man, das Absolute,
Gott, habe keinen Willen und keinen Maßstab von Gut
und Böse. Deshalb fühlen sich die atheistischen
Monisten berufen, selber die Maßstäbe von Gut und
Böse zu erstellen, was sie gemäß ihren eigenen
Kriterien tun: «Wenn wir alles beseitigen
(vernichten, unterwerfen, erobern usw.), was dem
Frieden im Wege steht, werden wir Frieden haben.
Wenn wir alle Krankheiten besiegt haben, wird die
Menschheit gesund sein. Wenn es nicht mehr ‹zu
viele› Menschen gibt, wird das Problem der
Überbevölkerung und des weltweiten Hungers
beseitigt sein.»
Irgendwie
kann an dieser selbstherrlichen Weltsicht etwas
nicht stimmen. Licht ist nicht einfach nur die
Abwesenheit von Schatten. Es ist nicht möglich,
Schatten aus eigener Kraft zu entfernen und dadurch
ins Licht zu kommen. Man kann zwar die Dualität
verneinen und sie dadurch vermeintlicherweise
transzendieren, aber dies ist immer nur ein
mentales und intellektuelles Konstrukt, eine
Scheinerleuchtung. In der indischen Philosophie
wird dies
māya-vāda
genannt: «die Weltsicht, die besagt, alle
Relativität sei
māyā,
Täuschung.»
Wenn
man, symbolisch gesprochen, in Dunkelheit ist, hat
man keine direkte Erfahrung von Licht und weiß
daher auch nicht, was Licht in Wirklichkeit ist.
Deshalb definiert man
Licht
gezwungenermaßen mit Begriffen der
Dunkelheit,
was immer nur zu Halb- und Teilwahrheiten führen
kann. Licht selbst ist eine eigene Realität, die
unabhängig von Dunkelheit ist, und das ist die
wörtliche Bedeutung von absolut:
«ungebunden;
unabhängig».
Realität
ist die Einheit jenseits der Zweiheit. Diese
Einheit ist aber nicht bloß eine neutrale Einheit
von Energie und auch keine abstrakte
Abwesenheit von Dualität,
sondern – wie das Licht – eine eigene, absolute
Realität. Die spirituelle Einheit ist ungeteilt und
daher ewig (= nicht aufgeteilt in den linearen
Zeitfluß von Vergangenheit und Zukunft), sie ist
raum- und zeitlose, ewige Gegenwart. Das
Ungeteilte
ist eine konkrete Realität, für die wir in unseren
Sprachen ein perfektes Wort haben. Jenseits der
Dualität ist die Individualität.
Individualität
bezeichnet die Eigenschaft des Individuum-Seins.
Wir sind Individuen, wörtlich
ungeteilte und unteilbare, ewige
Geistwesen.
Individuum
auf Griechisch heißt
àtomos
und auf Sanskrit
ātmā.
Das, was die Materie im Innersten zusammenhält, ist
das
àtomos,
das
Individuum,
die Gegenwart des
Geistes.
Geist prägt die Materie. Mind over matter.
Bewußtsein ist nicht ein Produkt des Gehirns.
Vielmehr bedient sich das Individuum des Gehirns
und des Körpers, wenn es mit dem physischen Körper
eine Beziehung eingeht. Wenn der Materialismus
sagt, Leben sei aus Materie entstanden und vergehe
mit dem Tod des Körpers, dann sagt er auch:
«Du
bist kein Individuum!»
Tieren spricht man die Individualität ohnehin ab,
und der Mensch ist gemäß diesem Weltbild ebenfalls
bloß ein Tier, ein «Irrläufer
der Evolution»
(Arthur Koestler), also kein Individuum. Deshalb
meinen bestimmte Pragmatiker, man dürfe Menschen,
genauso wie Tiere, töten, wenn dies
notwendig
sei (z.B. in Kriegen und «Volksbefreiungen»).
Der
Monismus strebt also nach einer Erkenntnis der
Einheit jenseits der Dualität, wobei diese
Nondualität als die eigentliche, einzige Realität
aufgefaßt wird. Der wichtigste Schritt, um die
atheistischen Weltbilder (Definitionen von Licht
aus dem Blickwinkel der Dunkelheit) hinter sich zu
lassen, ist die Erkenntnis Nondualität =
Individualität. Von hier aus braucht es nur noch
einen einzigen Schritt bis hin zum
theistischen Monismus,
der die erste Stufe der individuellen, spirituellen
Gotteserkenntnis darstellt.
9.
Theistischer Monismus: die
Brahman-Erkenntnis
Durch eine kontemplative und meditative
Selbstbetrachtung wird es möglich, sich selbst als
ein Teil des Lichtes zu erkennen, der in seiner
ewigen Essenz von der Materie frei und unabhängig
ist. Dabei erkennt man als erstes, was man nicht
ist. Auf dieser Stufe von Erleuchtung erlebt man
sich selbst in der Nondualität (sanskr.
advaita);
man ist frei von materiellen Konzepten und
Identifikationen (māyā)
und erkennt, daß man auch jenseits aller Dualität
immer noch
Bewußtsein
ist. Man erwacht im «Nichts»
– dort, wo nichts Materielles mehr ist. Wenn das
Bewußtsein
leer
geworden ist, bleibt die unbegrenzte Weite und das
reine spirituelle Selbst.
Aber
auch dann, wenn man sich als Individuum, als
bewußtes Geistwesen, erkannt hat, kann man – auch
mit einem Glauben an Karma und Reinkarnation –
immer noch ein atheistisches Weltbild haben. Das
typische Beispiel hierfür ist der Buddhismus, der
sich selbst als eine atheistische Religion
bezeichnet. Das bedeutet nicht etwa eine Abwertung
des Buddhismus. Dieser ist eine Stufe genauso wie
jeder andere Glaube auch, und man kann ihn
sowohl
aufwärts
als auch
abwärts
gerichtet leben. Für beide Formen des Buddhismus
ließen sich Beispiele anführen.
Wenn
Selbsterkenntnis nur über die Negation der Dualität
angestrebt wird, kann man zwar erkennen, was man
nicht ist, aber man hat noch nicht erkannt, was man
ist. Daher besteht die Gefahr, daß man dem Glauben
verfällt, man selbst sei Herr und Meister der
Materie, denn auch in der Freiheit von materiellen
Selbstbegrenzungen bleibt das Ich-Gefühl erhalten.
Da der Erfahrungshorizont sich mangels anderer
Erkenntnisse ausschließlich an der Materie
orientiert, meint man: «Wenn Geist über Materie
steht und ich ein Geistwesen bin, dann stehe auch
ich über der Materie und kann sie mit meinen
geistigen Kräften nach meinen eigenen Vorstellungen
manipulieren.» Mit anderen Worten: Man hält sich
selbst für Gott. In der vedischen Philosophie wird
dies als die letzte Falle von
māyā
bezeichnet. In unserer Terminologie wäre dies die
subtilste, verführerischste Form des atheistischen
Monismus.
Diejenigen,
die nicht bei dieser halben Wahrheit stehen
bleiben, erkennen, daß nicht nur sie als relative
Wesen Individuen sind, sondern daß auch das
Absolute
individuell
ist: ein absolutes, allumfassendes Individuum
(=
ungeteiltes, bewußtes Wesen).
Gott als das absolute Individuum ist für den
materiell begrenzten Verstand nicht vorstellbar,
aber für uns – als geistige Wesen – durchaus
erkennbar und erlebbar. Der erste Aspekt Gottes,
der sich offenbart, ist
seine
absolute Allgegenwart als göttliche Energie
(sanskr.
Brahman),
genauso wie das Licht das erste ist, was man sieht,
wenn Dunkelheit wirklich überwunden ist.
Theistischer Monismus ist das, was in der vedischen
Philosophie als Brahman-Erkenntnis bezeichnet wird:
die erste Stufe einer echten, spirituellen
Gotteserkenntnis. Man erkennt sich selbst als
ewigen Teil der göttlichen Einheit, die
allgegenwärtig und absolut ist. Das spirituelle
Individuum erkennt seine qualitative Einheit mit
dem Absoluten.
Tat tvam asi,
«das
bist du»,
die bekannte Sanskritformel aus den Upanishaden,
ist ein Schlüsselsatz in diesem
Zusammenhang.
10.
Spirituelle Gotteserkenntnis
Während in der Brahman-Erkenntnis der monistische
Aspekt des Einsseins mit Gott hervorgehoben wird,
gehen die umfassenderen Stufen des Theismus vom
individuellen Aspekt der Gotteserkenntnis aus. Gott
als absolutes Individuum ist sowohl immanent als
auch transzendent gegenwärtig. Wenn man von Gottes
immanentem Aspekt spricht, meint man damit die
Allgegenwart des göttlichen Bewußtseins in der
Schöpfung. Im Sanskrit spricht man hier von der
Paramātmā-Erkenntnis, das heißt, man erkennt sich
selbst als relatives Individuum
(ātmā)
und Gott als absolutes Individuum
(Paramātmā)
und vermeidet dadurch die oben erwähnte
letzte Falle von
māyā,
weil man sich nicht für einen unabhängigen ātmā
hält. Vielmehr erkennt man, daß jegliches Leben nur
dank der alldurchdringenden (immanenten) Präsenz
des göttlichen Bewußtseins möglich ist und daß man
selbst nie unabhängig handeln kann. Die
kosmische Intelligenz
wird hier als das schöpfende Wirken der
Individualität Gottes erkannt (und nicht bloß als
das Wirken von abstrakten Energien und
«morphogenetischen Feldern»).
Deswegen
sagt Krishna in der Bhagavad-gītā (9,4-6;
Übersetzung von A. R.): «In der gesamten Schöpfung
bin ich, der Ungeschaffene, in meiner unsichtbaren
Gestalt gegenwärtig. Alles ist in mir, doch ich bin
nicht in allem./ Und dennoch ist nicht alles in mir
[so wie Schatten zwar vom Licht umgeben, aber nicht
direkt im Licht sind]. Dies ist das Mysterium
meiner Individualität! Alle Schöpfungen und
Geschöpfe gehen von mir aus und ruhen in mir, doch
ich bin nicht alles, obwohl ich allgegenwärtig
bin./ So wie die ständig rege Luft den Himmelsraum
erfüllt, dieser aber von ihr verschieden ist, so
befindet sich alles in mir.»
Der
Hinweis auf die gleichzeitigen Realitäten
von
ich bin hier und doch nicht hier; ich bin alles und
doch nicht in allem
bezieht sich auf den immanenten und transzendenten
Aspekt Gottes. Im immanenten, energetischen Aspekt
ist Gott alles und überall, aber im transzendenten,
individuellen Aspekt ist Gott nicht alles und nicht
überall, so wie Licht nicht überall ist, obwohl es
alles ist und selbst keinen Schatten wirft. Die
zusätzliche Erkenntnis des transzendenten Aspektes
von Gottes Individualität wird im Sanskrit
Bhagavān-Erkenntnis genannt.
Bhagavān
bedeutet «das
alle in-dividuellen Aspekte
(bhaga)
Aufweisende (vān)»
und bezieht sich auf Gott als absolutes Individuum,
denn Bhagavān enthält Brahman und Paramātmā,
Brahman und Paramātmā aber noch nicht Bhagavān. In
der Symbolik von Licht und Schatten könnte man
sagen, daß die Sonne sowohl das Licht (= Brahman)
als auch die Sonnenstrahlen (= Paramātmā) enthält,
das Licht und die Strahlen enthalten aber noch
nicht die Sonne, obwohl sie alle untrennbar
eins
und verbunden sind. Der heute oft sehr
oberflächlich verwendete Begriff «spirituell»
bezieht sich auf dieses Bewußtsein, das alles, auch
das Materielle, im Licht der göttlichen
Individualität sieht. Hier spricht man nicht mehr
nur von Religiosität und Esoterik, sondern von
Spiritualität.
Eine
Schlüsselstelle der heiligen Sanskrit-Schriften
beschreibt dies wie folgt: «Diejenigen, die Gott
als die Absolute Wahrheit erkannt haben
(tattva-vidas
tattvam),
sagen, daß Gott die nonduale Realität
(advayam)
ist, die in drei Aspekten erkannt wird:
brahmeti paramātmeti bhagavān iti
sabdyate,
d. h. als Brahman [die alldurchdringende Energie],
als Paramātmā [das immanente Bewußtsein Gottes] und
als Bhagavān [die transzendente, ursprüngliche
Individualität Gottes].» (Srimad-Bhāgavatam
1.2.11)
11.
Das Mysterium des gleichzeitigen Eins- und
Verschiedenseins
Der Konzept von
Individuum
wird vielfach als nicht-spirituell betrachtet, weil
es scheinbar dem Prinzip der
absoluten Einheit
widerspricht. Denn als Individuen sind wir nicht
nur Teil der Einheit, sondern auch
verschieden
von allen anderen Individuen. Ein Individuum zu
sein bedeutet, daß ich
ich bin,
weshalb auch in der Esoterik – mit Recht, aber oft
mißverständlich – von einem
Ich-bin-Bewußtsein
gesprochen wird. Wie kann man gleichzeitig von
Individualität und Nicht-Dualität, von
Verschiedenheit und Einheit,
sprechen?
An
dieser Stelle wird der Mysterienschüler ein
weiteres Mal grundlegend herausgefordert. Die
vedischen Lehrgedichte, die Upanishaden, die für
ihre paradoxe Argumentationsweise bekannt sind,
fragen hier: «Wenn du ein Individuum, ein ewiger
Teil Gottes, bist und wenn Gott ebenfalls ein
Individuum ist, ein ungeteiltes, unteilbares Wesen,
wie kannst du dann ein Teil des Unteilbaren sein?
Wie kann das unteilbare absolute Individuum, Gott,
sich in unendlich viele Teile aufteilen?» Diese
Frage ist keine theologische Spitzfindigkeit,
sondern die Kernfrage überhaupt. Es heißt, wer die
richtigen Fragen stellt, findet auch die Antwort.
Lassen Sie mich diese Frage also noch konkreter
stellen: Wie kann ich gleichzeitig individuell und
eins mit Gott sein? Es geht um das gleichzeitige
Eins- und Verschiedensein. Man würde meinen, das
eine schließe das andere aus. Entweder ist man
individuell und dann eben nicht eins mit Gott, denn
ich bin ein Individuum. Oder ich bin eins mit dem
Absoluten und dann nicht mehr individuell. Wie kann
beides gleichzeitig möglich sein? Da Bewußtsein
eine absolute Realität ist, geht es hier um eine
Frage des Bewußtseins. Stellen wir die Frage also
noch genauer: In welchem Bewußtsein bin ich
gleichzeitig individuell und eins mit
Gott?
Es
gibt nur ein einziges Bewußtsein –
bewußtes
Sein –, in dem dies möglich ist. Sie alle kennen
die Antwort, und wir sprechen sie oft aus, ohne uns
jedoch immer bewußt zu sein, welch universelle,
absolute Wahrheit wir hier in den Mund nehmen. Das
Bewußtsein, in dem wir gleichzeitig eins und
individuell sind, ist die Liebe. Liebe ist also
keine Illusion der Dualität, wie die atheistischen
Monisten meinen, sondern die absolute Realität!
Denn nur in Liebe sind wir eins mit Gott und können
im Licht dieser Einheit unsere wahre Individualität
erkennen und leben. Dies gilt auch für die
zwischenmenschliche Beziehung der Liebe: Zwei
Menschen sind eins und individuell. Natürlich gäbe
es auch romantischere Formen der Definition von
Liebe. Aber auch die philosophische Definition hat
ihre Berechtigung. Zwei sich liebende Menschen
sind
ein Herz und eine Seele,
sonst könnte man nicht von Liebe sprechen. Wenn die
zwei jedoch nicht gleichzeitig die Individualität
des anderen voll respektieren, ist es nicht mehr
Liebe, sondern Besitzanspruch und
Machtspiel.
Die
Liebe zu Gott – das Bewußt-Sein des gleichzeitigen
(= ewigen) Eins- und Individuellseins – wird im
Sanskrit
bhakti
genannt. Jede theistische Mysterientradition hat
für diese Realität ihre eigenen Begriffe, und sie
alle meinen damit dasselbe Unaussprechliche. Auch
das Absolute ist eine in-dividuelle Einheit der
Zweiheit, sonst hätte Gott keine dynamische
Schöpfungskraft. Gott als
Einheit der Zweiheit
wird in den vedischen Mysterien als Radha-Krishna
bezeichnet, der Ausdruck grenzenloser,
alldurchdringender Liebe. Aber hier haben wir den
Bereich der Philosophie weit hinter uns gelassen
und sprechen über mystische Geheimnisse, die nur
individuell erfahren werden
können.
Ich
bleibe hier bei der Philsophie und halte
zusammenfassend fest: Wenn man sagt, «alles ist
Brahman», so ist dies eine richtige Aussage, und
sie entspricht einer vedischen
Grundwahrheit.
Alles ist Brahman
bedeutet aber nicht
alles ist eins,
denn aus der differenzierenden Sicht des
spirituellen Theismus müßte man sagen: «Alles ist
eins und verschieden
(individuell).»
Entscheidend
ist also die Erkenntnis, daß Gott nicht bloß
Energie ist, sondern ein (absolutes) Individuum,
weshalb Gott Bewußtsein, Wille, Liebe und auch
Gnade*
hat bzw. ist. Wer das Prinzip der spirituellen,
ewigen Individualität verkennt, muß zwangsläufig
meinen, Realität sei nichts anderes als neutrale
Energie und abstrakte Einheit. Aus diesem
Blickpunkt betrachtet, gibt es keinen Gott, sondern
nur
das Absolute,
das ohne Bewußtsein, ohne Wille und ohne Liebe
ist.
Aus
der Sicht des spirituellen Theismus darf man also
nicht einfach undifferenziert sagen:
«Alles
ist Gott»,
sondern man müßte sagen: «Gott
ist alles, aber nicht alles ist
Gott.»
Licht ist überall, aber dort, wo sich etwas vom
Licht ausgrenzt und abspaltet, herrscht Dunkelheit.
Sobald die Abspaltung aufgehoben wird, ist auch
dort, wo vorher – für eine gewisse
Zeit
– Dunkelheit war, Licht. Licht ist also überall,
obwohl nicht überall Licht ist. Liebe ist alles,
aber nicht alles ist Liebe. Nur weil es
Individuen
gibt
(Gott und die Teile Gottes, die
Lebewesen),
gibt es Liebe, und nur im Licht dieser Liebe kann
man alles, was ist, auch das Negative und Gottlose,
in einem sinnvollen (lichtvollen) Zusammenhang
sehen. Liebe ist die einzig wirkliche Einheit, denn
die abstrakte Einheit von Energie ist keine
praktische Realität, sondern nur ein mentales
Konstrukt – genauso wie der Glaube, man könne
Schatten entfernen und dadurch ins Licht kommen.
Liebe bedeutet individuelle Einheit, d. h. Einheit
in der Verschiedenheit. Beziehung, insbesondere
Liebe, ist nur zwischen Individuen möglich. Wer
sich selbst und Gott nicht als Individuum erkennt,
verfällt einer
luziferischen
Ego-Rechtfertigung und muß
atheistisch-pragmatischen Richtlinien folgen, die
in letzter Konsequenz gottlos und daher auch
liebe-los sind. Es geht hier um Sein oder
Nicht-Sein – von uns selbst und heute mittlerweile
auch von uns als Menschheit.
*
Die Gnade Gottes ist vergleichbar mit dem Licht,
das immer gegenwärtig ist, egal wie lange man
sich in der Dunkelheit aufgehalten hat. Sobald
man das, was das Licht abblockt, entfernt,
strömt Licht in die Dunkelheit und
vernichtet
diese, wie wenn es nie dunkel gewesen wäre. Nur das
Licht kann uns von der Dunkelheit erlösen. Deshalb
heißt es mit Recht, Gott warte auf uns, bis wir
wieder unser Bewußtsein öffnen und uns durch unsere
Liebe mit
Ihm
verbinden.
zurück
12.
Was ist Gottes Wille?
Kann nicht jeder behaupten, das, was er tue,
sei
Gottes Wille?
Wurde nicht schon oft von
heiligen Kriegen
und Kreuzzügen behauptet: «Gott will es
so»?
Auch
der Theismus ist eine Stufe, von der man aufwärts
oder abwärts gehen kann. Wer den Begriff
Gottes Wille
für weltliche Machtansprüche mißbraucht, geht
offensichtlich
abwärts.
Dies ist ein großes Problem des sogenannten
Monotheismus.
Mono-Theismus
bedeutet, daß man eine bestimmte Gottesform oder
Gottesvorstellung verabsolutiert und als die einzig
wahre deklariert. (Monotheismus ist also in
Wirklichkeit eine Form des Dualismus.) Ein
verabsolutierter Gott ist jedoch immer
menschengemacht und duldet dementsprechend keine
anderen
Götter
neben sich. Das allein verrät schon, daß hier nur
eine relative Größe verabsolutiert wird. Denn das
wahre Absolute steht nicht im Widerstreit mit dem
Relativen. Das Absolute ist nicht
ex-klusiv,
sondern
in-klusiv.
Es beinhaltet alles Relative in sich und ist das,
wodurch alles Relative verbunden ist und seinen
Sinn bekommt. Was hier in dieser Abhandlung als die
umfassende Gotteserkenntnis bezeichnet wird, ist
also kein Mono-Theismus, sondern ein spiritueller
Theismus.*
Gemäß
dem spirituellen Theismus ist Gott
bewußte, ungeteilte Einheit
(In-Dividuum), und diese Einheit kann nur im
Bewußtsein der reinen, uneigennützigen Liebe als
Realität erfahren werden. Und diese reine Form von
Liebe ist Gottes Wille. Liebe ist die
Vollkommenheit des freien Willens, da Liebe immer
freiwillig ist. Wir können also auch sagen: Gott
will die Vollkommenheit unseres freien Willens.
Denn in dieser Einheit sind wir bewußt mit der
absoluten Quelle verbunden, von der wir alles
bekommen, was wir brauchen, um in dieser Liebe
leben zu können. Wer nicht im Bewußtsein der
göttlichen Liebe lebt, ist nicht direkt mit der
Quelle verbunden und muß daher alles, was er zu
brauchen meint, aus dem eigenen Ego schöpfen und
von anderen Lebewesen beziehen. Man muß also andere
Lebewesen als Energiequelle für sich selbst
verwenden. Hier haben wir den archetypischen
Ursprung jeglicher
Ausbeutungsmentalität.
Wer
jedoch aus dem Bewußtsein der bhakti heraus
handelt, muß keine Ego-Unterfangen rechtfertigen
und muß nicht andere Menschen zu seinem eigenen
Nutzen verwenden (= ausbeuten, manipulieren,
rekrutieren, missionieren usw.).
Ego
bedeutet eine falsche Selbstidentifikation: Man
identfiziert sich mit materiellen Bezügen, mit
irgendwelchen materiellen Objekten, Besitztümern
und Ideologien. Man identifiziert sich mit etwas,
was man nicht ist, und das ist
māyā,
wörtlich:
das, was nicht ist.
Nicht die Welt der Dualität ist
Illusion
(māyā), wie die atheistischen Monisten mit ihrer
Negation der Dualität meinen. Māyā ist ein
Bewußtseinszustand und bezieht sich auf das, was
ich nicht bin, im Gegensatz zu dem, was
ich bin,
nämlich ein ewiger Teil Gottes. Die materielle
Erscheinungswelt ist also ebenfalls
Realität.
Sie ist eine relative Realität, während die
Individualität die spirituelle, absolute Realität
ist, die alles enthält und beseelt, einschließlich
der Materie.
Das
spirituelle Ich-bin-Bewußtsein hat nachhaltige
konkrete Konsequenzen. Es bedeutet, das der freie
Wille nicht bloß eine Illusion des Gehirns ist,
sondern eine spirituelle Realität, die mit
individueller Selbstverantwortung verbunden ist.
Erst in diesem Zusammenhang kann man auch das
Prinzip des Karma richtig verstehen. Karma bedeutet
nicht nur Prädestination entsprechend dem Wirken
der neutralen, mechanischen und gnadenlosen Gesetze
von Aktion von Reaktion. Karma bezieht sich auf das
gleichzeitige Wirken von Prädestination und freiem
Willen. Wenn jemand auf andere Menschen Gewalt und
Manipulation anwendet, ist dies also nicht so sehr
das
Karma
der Opfer, sondern das Ergebnis des freien Willens
der Täter, weshalb die Täter – trotz aller
deistischen und monistischen Ego-Rechtfertigungen –
für all ihre Handlungen verantwortlich
sind.
Freier
Wille und Verantwortung kreisen letztlich immer um
die Frage: Handle ich entsprechend Gottes Willen?
Wer entsprechend Gottes Willen handelt, handelt
entsprechend der klaren, unterscheidenden Liebe.
Nur wer diese Liebe individuell für sich offenbart
bekommen hat, kann unterscheiden, was göttliche
Liebe ist und was nicht. Ansonsten muß man gemäß
Ego-Kriterien urteilen.
*
Im Buch erwähne ich die früheste bekannte Form
des spirituellen Theismus, nämlich die Religion
des Pharaos Echnaton im 14. Jahrhundert v. Chr.
Es heißt immer, Echnaton habe als erster einen
Monotheismus gegründet. Das stimmt jedoch nicht.
Echnaton wollte einen spirituellen Theismus,
denn er erkannte, daß alle Götter Teile des
Einen Absoluten, des "Aton", sind. Ohne das
Bewußtsein des absoluten Hintergrundes werden
alle Götter zu Götzen der Menschen. Nirgendwo in
Echnatons Sonnengesang sagt Aton, er dulde keine
Götter neben sich.
zurück
(Hier
ging der Vortrag weiter mit dem Thema
Unterscheiden, ohne zu urteilen,
was übrigens fast eine wörtliche Übersetzung des
Titels unserer Zeitschrift ist: Tattva Viveka,
«Wahrheit
finden durch Viveka,
‹spirituelles Unterscheiden›.»)
2. Evolution oder Devolution?
Dieser Beitrag erschien in der Zeitschrift «Sagenhafte Zeiten», die von der AAS, der «Forschungsgesellschaft Archäologie, Astronautik und SETI», herausgegeben wird. Die AAS hat sich um Erich von Däniken gebildet. Mein Beitrag über die Frage «Evolution oder Devolution» war von der Redaktion noch zwei Jahre vorher abgelehnt worden, weil die AAS wissenschaftlich sein will und meint, Wissenschaftlichkeit bedeute Evolutionsglaube und Abstinenz von jeglichem «esoterischen» Gedankengut. Gerade deshalb mache ich dennoch in der A.A.S. mit, um auch kritische und weiterführende Gedanken hineinbringen zu können. Der nachfolgende Text wurde dann tatsächlich als Kastentext zu meinem Artikel über die Spurensuche in Borneo veröffentlicht.
Im Artikel über die Spurensuche in Borneo sind zwei Punkte für die Paläo-SETI-Diskussion besonders relevant: die Schöpfungsmythen und die Erwähnung, daß es einst Menschen gab, die über Kräfte verfügten, die wir heute als paranormal bezeichnen.
Die Mythen der Urvölker werden oft, und nicht zu Unrecht, für das präastronautische Szenario herangezogen. Dabei geschieht es jedoch immer wieder (und meist unbemerkt), dass zwei grundsätzlich verschiedene Weltbilder vermischt werden: das mythische und das moderne.
Letzteres geht davon aus, dass die Entstehung der Lebewesen und des Menschen gemäß dem (neo)darwinistischen Modell verlief, nämlich daß Leben aus Materie entstand. «Am Anfang war die Materie.» Philosophisch gesprochen nennt man dieses Weltbild Materialismus , denn es besagt: Leben/Geist/Bewußtsein ist ein Produkt von Materie, denn es gibt nichts anderes als die Materie, d. h. das, was man mit dem Logos be-greifen kann. Irgend einmal seien ETs auf die Erde gekommen, um den primitiven Urmenschen über einen oder mehrere Gen-Eingriffe zum «Homo sapiens sapiens» zu mutieren. Der Mensch sei also nicht bloss ein evolviertes Tier, wie die Wissenschaft behaupte, sondern ein genmanipuliertes Tier bzw. Tierwesen – Australopithecus, Homo habilis, Homo sapiens, je nachdem, auf welche Epoche man die ET-Eingriffe ansetzen will.
Dies ist eine mögliche Hypothese, entspricht aber nicht dem Weltbild der Urvölker und auch nicht der Aussage ihrer Mythen, obwohl diese immer wieder angeführt werden, um die präastronautische Evolutionstheorie zu stützen. Um objektiv zu sein, sollte man aber nicht nur jene Elemente herausgreifen, die die eigene Theorie zu bestätigen scheinen.
Die Überlieferung aller Urvölker rund um die Welt besagt, dass der Mensch als Abkömmling der Götter von den höheren Dimensionen auf die Erde gekommen sei (und nicht, dass sich eine Tierform zum Menschen wandelte). Das heißt, die überirdischen Wesen schufen ursprünglich aus den materiellen Elementen der Erde irdisch sichtbare Projektionen (Abbilder bzw. Kinder) ihrerselbst.
In modernen Worten: Die Urformen der Menschen entstanden über eine physische Verdichtung von höherdimensionalen Wesen, ein Vorgang, den man als Devolution (= kosmisch-deszendente Evolution) bezeichnen könnte. Dieses Weltbild besagt: Am Anfang ist der Geist, und Materie ist ein Produkt dieses Ursprungs bzw. Ur-quanten-sprungs. Die Theorie der Devolution als Synthese von Mythos und Logos geht über den Darwinismus (Materialismus) und Kreationismus (Bibeldogmatismus) hinaus und vermag neue, verblüffende Erklärungen zu vielen anthropologischen und prähistorischen Rätseln zu geben.
Ein Aspekt der Devolution wäre auch, daß es früher einzelne Menschen oder sogar ganze Kulturen gegeben hat, für die "paranormale" Kräfte durchaus normal waren. Das würde heissen, daß nicht alle Errungenschaften, die das scheinbar Menschenmögliche übersteigen, Werke von Außerirdischen sein müssen. Vielleicht hatten die Menschen einst ganz andere geistige Potentiale und brauchten gerade deshalb keine technischen Hilfsmittel! Gemäss diesem Weltbild hätte der Mensch auch heute noch dieselben Potentiale, müßte für deren Entfaltung jedoch viele Fremdprogrammierungen überwinden, nicht zuletzt die Auswirkungen der besagten Bewusstseins- und Genmanipulationen. Diese Art von ET-Einflüssen (verbunden mit rauchenden und donnernden Himmelserscheinungen) gehört also auch zum Devolutionsszenario, nur die Interpretation und Darstellung des historischen Kontextes sind verschieden.
Was eine mögliche Konsequenz der präastronautisch-materialistischen Evolutionstheorie ist, wird heute vom Ufo-Guru namens Raël demonstriert. Seit Ende 2002 macht er weltweit mit seinen Klon-Ideen Furore und behauptet, er habe von den «Göttern», die (angeblich) den Menschen genetisch schufen, den Auftrag bekommen, dem Menschen über Cloning zur materiellen Unsterblichkeit zu verhelfen. Da Raels Anhänger oft und auch öffentlich gerne Erich von Däniken zitieren, ist es wichtig, dass die AAS über eine differenzierte Argumentation verfügt, und gerade hier eröffnet das mytho-logische Weltbild (die Devolution) neue Dimensionen.
Obwohl diese Ansichten unwissenschaftlich oder «esoterisch» klingen mögen, sollten sie in der Paläo-SETI-Diskussion nicht von vorneherein verworfen werden. Immerhin handelt es sich hier um ein Urwissen der Menschheit, das bei allen Urvölkern und Hochkulturen in der einen oder anderen Form gefunden werden kann. Und das sind gerade jene entschwundenen Völker, die viele der präastronautisch interessanten Errungenschaften hervorgebracht haben, seien es Schriften, Bauwerke oder andere rätselhafte Zeugnisse.
3. Evolution: Leben aus Materie?
1. Das Paradigma der linearen Entwicklung
2. Der Fehler am Anfang der Rechnung
3. Leben aus Materie? Die unwahrscheinliche Wahrscheinlichkeit
4. Ein Haar in der Ursuppe
5. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Bestandteile
6. Kausalität und Finalität
7. Das historische Umfeld der Evolutionstheorie
8. Evolution – ein typisch abendländisches Denkschema
9. Genetik und der Neodarwinismus
10. Der Affenklammereffekt bei neugeborenen Menschen
11. Biblischer Kreationismus – die einzige Alternative?
Es war einmal ein König, der in einem kleinen Königreich lebte. Er war auf sein kleines Königreich sehr stolz und hielt sich für sehr intelligent und fortgeschritten. Seine Untertanen – «Gleich und Gleich gesellt sich gern» – dachten ebenfalls, sie seien intelligenter und fortgeschrittener als alle anderen.
Im Nachbarland hörte ein schlaues Schneiderlein von diesem König und lachte sich ins Fäustchen: «Dummheit und Stolz wachsen auf demselben Holz!» So ging das Schneiderlein zum König des Nachbarlandes und sagte: «Seine Majestät, ich habe gehört – und nun sehe ich es mit eigenen Augen –, daß Sie der intelligenteste und fortgeschrittenste König sind. Deshalb bin ich von weither gekommen, denn ich denke, das nur Sie, o Majestät, des Besten würdig sind. Ich möchte Ihnen ein Geheimnis verraten: Ich bin ein Schneider aus alter, geheimer Tradition, und ich habe in meiner Wissenschaft etwas herausgefunden, was bisher noch niemand herausgefunden hat. Deshalb bin ich von weither gekommen, denn nur Sie, o Majestät, sind fortgeschritten und intelligent genug, um den Wert dieser neusten Erkenntnis unserer Wissenschaft wertzuschätzen.»
Während das Schneiderlein auf solch rätselhafte Weise sprach, wurden der König und seine auserwählten Kabinettminister, die bei diesem geheimen Treffen dabeisein durften, immer ungeduldiger und wollten wissen, worin diese neue Errungenschaft aus des Schneiderleins Geheimwissenschaft bestehe. «Wir haben herausgefunden, wie man unsichtbare Kleider macht, und Sie, o hochwohlgeborene Majestät, sind auserwählt, diese neue Erkenntnis in die Welt zu tragen. Und wenn Sie unsere Forschung fördern, können wir letztlich in der gesamten Materie das Element des Unsichtbaren finden.»
Der König war begeistert und sicherte dem Schneiderlein eine unbegrenzte Belohnung und Unterstützung zu. Für die zukünftige Forschung wurde eigens ein geheimes, unterirdisches Labor eingerichtet, und ein geheimer Sicherheitsdienst wurde gegründet – damit nichts und niemand ihm etwas anhaben könne, wurde dem Schneiderlein gesagt. Insgeheim wollte der König natürlich diese Geheimwissenschaft sich selbst aneignen, um dadurch ein noch nie gesehenes Machtmittel in die Hände zu bekommen. Das Schneiderlein war einverstanden und zog sich mit einem hohen Honorar- und Forschungsvorschuß in sein Land zurück. Die Überwachungsleute, die ihm in dunkler Distanz folgten, waren auffallend unauffällig. Bald waren die Kleider zur Übergabe bereit, aber das Geheimnis blieb geheim.
Des Königs Hofphysiker waren beeindruckt – «Unglaublich, die Atomstruktur der Kleider und des umgebenden Raumes sind nicht zu unterscheiden!» – und die Hofchemiker begeistert: «Nicht lange, o Majestät, und wir werden die chemische Formel dieses Geheimnisses entschlüsselt haben.» Sogar die anfangs skeptischen Hoftheologen gestanden nun angesichts der unsichtbaren Kleider: «Wahrhaftig, ein Geschenk des unsichtbaren Gottes!»
Sofort wurde eine Pressekonferenz mit anschließendem Propagandafeldzug einberufen. Die Meldung dieser neuen Errungenschaft des menschlichen Geistes wurde überall verkündet, und Bilder der geheimnisumwitterten unsichtbaren Kleider erschienen in Zeitungen und Schulbüchern. Als der König mit den unsichtbaren Kleidern auf seinem Feldzug vor das Volk trat, entbrauste ein Applaus, und alle sahen: «Die unsichtbaren Kleider sind perfekt!»
Der König winkte, schüttelte Hände und küßte Babies. Da sagte auf einmal ein kleiner Junge an der Hand einer einfachen Arbeiterfrau: «Sag mir, Mutter, warum hat der König keine Kleider?» Im Märchen erschrickt der König und erkennt plötzlich das Peinliche, nämlich daß er nur in Unterhosen dasteht. Die modernen Könige reagieren anders.
Manchmal komme ich mir vor wie der kleine Junge, wenn ich öffentlich über Evolution spreche. Noch nie hat jemand gesehen, daß Leben aus Materie entsteht, noch nie hat jemand gesehen, daß Leben bloß ein organisch-chemischer Zustand ist, noch nie hat jemand gesehen, wie Evolution funktioniert, noch nie hat jemand ein Verbindungsglied von Pflanzen- oder Tierarten gesehen, noch nie hat jemand die Vergangenheit oder den Anfang der Welt gesehen, aber alle glauben an die unsichtbaren Kleider. Die Medien, Wissenschaftsmagazine und Schulbücher gestehen sich zwar gewisse Ungewißheiten bei Detailfragen der Evolution ein, aber in einem sind sie sich alle einig: «Die unsichtbaren Kleider existieren! Kein ernstzunehmender Wissenschaftler zweifelt heute mehr an dieser Tatsache.»
Die vedische Wissenschaft sagt kühn: «Es gibt gar keine unsichtbaren Kleider! – Die Evolution von toter Materie zu lebenden Wesen hat nie stattgefunden! Der heutige Mensch ist weder Krönung noch Höhepunkt der Lebensformen im Universum.»
Eine erste mögliche Reaktion der etablierten Mächte ist, daß man diese Stimme der Minderheit ignoriert. (Wer hört schon auf einen kleinen Jungen?) Oder man bringt die verräterische Stimme zum Verstummen, oder man macht die abweichende Meinung lächerlich, oder man unterwandert die Kritik mit lächerlichen Argumenten, die man leicht widerlegen kann, wodurch die Kritik von den wahren Argumenten abgelenkt wird. Oder man relativiert die wahren Argumente.
Die hundertvierzigjährige Geschichte des darwinistischen Evolutionsglaubens ist hierfür wahrscheinlich das typischste Beispiel. Heute gehen alle Lehrbücher von der evolutionären Entwicklung der Lebewesen als unbestrittene Tatsache aus. Alles wird aus dieser Ecke betrachtet, und allfällige Gegenargumente werden bereits im Vorwort mit einem Satz abgefertigt:
«Über einen Punkt müssen wir uns im klaren sein, bevor wir beginnen. Die Tatsache, daß eine Evolution stattgefunden hat, steht außer Zweifel.»
«Eines der erregendsten Kapitel der Erdgeschichte ist wohl die Evolution der Organismen, die über viele Jahrmillionen hinweg schließlich zum Menschen führt. […] Dieses Wandlungsgeschehen begann mit einem abiotisch-biotischen Übergangsfeld, in dem anorganisch-chemische Zustände zu organisch-chemischen Zuständen organisiert wurden, die das Vermögen zu identischer Selbstreproduktion erwarben.»
«Das Evolutionsgeschehen ist heute noch nicht in allen seinen feineren Zusammenhängen erforscht. Es wäre aber töricht, daraus schließen zu wollen, die Abstammungslehre sei prinzipiell verfehlt oder revisionsbedürftig.»
«Kein vernunftbegabter Mensch stellt das Phänomen der Evolution noch in Frage.»
Wer nicht an Evolution glaubt, kann heute also weder als «vernunftbegabt» noch als «Mensch» gelten!
Als einziges Gegenargument wird der biblische Kreationismus ins Feld geführt, der Glaube an die junge Erde – Gott habe das Universum und die Welt vor sechstausend Jahren in sechs Tagen erschaffen –, was eine unbeweisbare theologische Absurdität darstellt. Weil dieser Kreationismus als einzige Alternative herausgehoben wird, gilt die Logik: Wer nicht an Evolution glaubt, gehört automatisch zum Lager der fanatischen Bibelkreationisten, die alle Andersgläubigen als «des Teufels» verschreien. Um nicht in den Verdacht der Lächerlichkeit zu geraten, sind heute praktisch alle religiösen Menschen ins Lager des Evolutionismus übergewechselt, entweder mit dem agnostischen Argument «Ist doch letztlich nicht wichtig, wie und wann die Welt entstand» oder mit der Kompromißhaltung «Gott hat die Welt durch Evolution erschaffen (und Darwin, Huxley und Haeckel waren seine Propheten).» Gott ist einfach derjenige, der beim Urknall die Zündschnur anzünden durfte und alle paar Jahrtausende einmal eine Genmutation auslöste.
Der letzte Trick besteht im Verdrängen der wahren Argumente. Die zentrale Frage bei der Diskussion um die Entstehung des Lebens müßte lauten: Was ist Leben? Was ist Tod? Was ist Materie? – Aber das seien, so heißt es, «unwissenschaftliche» Fragen, und sie werden deshalb geflissentlich an die Theologen und Philosophen delegiert. Jeder, der vernunftbegabt ist, weiß doch, daß Leben nichts anderes ist als ein Produkt von Materie …
1. Das Paradigma der linearen
Entwicklung
«Wenn
Galaxien sich tatsächlich vom Beobachter unserer
Galaxis fortbewegen und weiter entfernte Galaxien
sich schneller als nahe gelegene entfernen, ergibt
sich daraus ein bemerkenswertes Bild des
Universums. … Betrachten Sie die Entwicklung des
Universums als einen Film, so können Sie sich
leicht vorstellen, ihn rückwärts laufen zu lassen.
Wenn Sie das tun, sehen Sie, wie das Universum
immer kleiner wird. Schließlich gelangen Sie zu
jenem Moment, wo seine gesamte Masse in einen
unendlich dichten Punkt hineingezwängt ist. Von
diesem Punkt und von diesem Moment an hat sich das
Universum bis heute ausgedehnt. … Die einfache
These von einem Anfang des Universums in der Zeit
ist Astrophysikern mittlerweile derart geläufig,
daß wenige von uns überhaupt noch einen Gedanken
daran verschwenden.»
— James Trefil, in: «Die Astrophysik der Dunklen
Materie»
Die Frage nach dem Ursprung des Universums wird
besonders schwierig, wenn wir in Betracht ziehen,
daß es in diesem Universum lebende Wesen gibt.
Gemäß obiger Logik sind auch diese Wesen aus dem
Urknall hervorgegangen und sind nichts anderes als
eine komplizierte Kombination von Atomen. Etwas
anderes oder etwas mehr können sie nicht sein, weil
es laut der Urknalltheorie am Anfang nichts anderes
als Atome gab. Das ist die unumgängliche Logik der
Urknall- und Evolutionstheorie. Gäbe es mehr als
nur Materie, würden diese Theorien sogleich in sich
zusammenfallen, denn sie gehen axiomatisch davon
aus, daß es nichts anderes als Materie gibt.
Diese Theorien der gegenwärtigen Wissenschaft
entspringen dem vorgefaßten Denkschema (Paradigma)
der linearen Entwicklung. Entspricht dieses
Denkschema der Wirklichkeit, und darf man es
einfach umdrehen, so wie man einen Film rückwärts
laufen läßt? – Ich betrachte mein Fotoalbum. Da
sehe ich mich an meinem achten Geburtstag, ein
Knabe von rund einem Meter Körperlänge. Auf einem
Foto, das zehn Jahre später aufgenommen wurde,
weist mein Körper eine Länge von 1,8 Metern auf.
Ich analysiere mit wissenschaftlicher Logik:
Innerhalb von zehn Jahren wuchs der Körper 80 cm.
Das ergibt ein durchschnittliches Wachstum von 8 cm
pro Jahr. Nun betrachte ich das Bild mit dem
Knaben, der 1 m groß ist. Man darf also annehmen,
daß dieser Körper ein Jahr zuvor 92 cm, ein Jahr
zuvor 84 cm und nochmals ein Jahr zuvor 76 cm groß
gewesen war. Weil der Körper innerhalb von 10
Jahren um 80 cm gewachsen ist, können wir daraus
einen direkten Rückschluß auf das Alter und den
Anfang des 1m großen Körpers ziehen. Die einfache
Rechnung lautet 100 cm : 8 cm = 12,5. Gemäß dem
Paradigma der linearen Entwicklung war dieser
Körper vor zwölfeinhalb Jahren 0 cm groß, das
heißt, er hatte die Form eines Massepunktes von
unendlicher Dichte und unvorstellbarer Hitze, denn
je mehr man Materie zusammendrückt, desto heißer
wird sie (genau wie die Luft in einer
Fahrradpumpe).
Diese Rechnung ist natürlich absurd. Ich weiß, daß
ich auf dem Foto erst acht Jahre alt bin und daß
der Anfang dieses Knabenkörpers nicht 12,5 Jahre
zurückliegt, sondern nur 8 Jahre und 9 Monate, und
daß mein Körper anfänglich kein Massepunkt von
unendlicher Dichte und unvorstellbarer Hitze war.
Fachexperten schütteln beim Lesen dieses Argumentes
schon seit dem ersten Satz den Kopf: «Dieser
Einwand ist irreführend und absolut absurd, denn
das Beispiel bezieht sich auf einen lebenden
Körper, und das Universum ist kein lebender Körper,
sondern nur ein mechanisches Gebilde aus Materie.»
Aber was ist mit den im Universum lebenden Wesen?
Und was ist Materie? Die Quantenphysiker wagen (mit
Recht) schon lange nicht mehr zu behaupten, Materie
sei nur ein mechanisches Gebilde von
Elementarteilchen. Und das Körperbeispiel ist
keineswegs unangebracht, wird doch behauptet, alle
Körper seien letztlich aus ebenjener Urknallmaterie
von unendlicher Dichte hervorgegangen!
Bei einem Körper wissen wir natürlich, wie er
entsteht, weil wir diese Entstehung immer wieder
beobachten können. Aber bei der Entstehung des
Universums war kein irdischer Wissenschaftler
zugegen, um es zu sehen. Stellen Sie sich vor,
dieser Knabe sei das einzige Lebewesen auf einem
öden Laborplaneten. Er hat noch nie gesehen, wie
der Körper eines Lebewesens entsteht, und er kann
sich auch nicht an die eigene Entstehung erinnern.
Käme dieser Knabe jemals auf die Idee jenes
Vorganges, der tatsächlich zum Entstehen eines
Körpers führt?
Genauso hat noch kein Wissenschaftler jemals
gesehen, wie ein Universum und das darin enthaltene
Leben entstehen. Sie haben keine Gewißheit, ob das,
was sie über die Vergangenheit sagen, richtig ist.
Sie können nur auf die früheren Zustände
Rückschlüsse ziehen, indem sie von den bekannten
Beobachtungen ausgehen, genauso wie die lineare
Wachstums«logik»
im Körperbeispiel nur von den bekannten
Beobachtungen ausging, dabei aber auf eine falsche
Altersangabe und eine absurde
Entstehungsbeschreibung kam.
2.
Der Fehler am Anfang der
Rechnung
Was
ist Leben?
Diese Frage wird an keiner Schule beantwortet, und
die Wissenschaft übergeht diese Frage; aber dennoch
lernen wir, daß das gesamte Universum (mitsamt den
Lebewesen)
erwiesenermaßen
aus Materie, Urknall und Evolution entstanden sei.
Niemand weiß, welche Kräfte tatsächlich am Anfang
und in der Entwicklung des Universums wirksam
waren, aber dennoch wird behauptet, es seien nur
die materiellen Kräfte gewesen.
Heute sehen wir jedoch, daß eine Menschheit, die an
ein solches Vergangenheitsbild glaubt, ihre eigene
Zukunft zerstört. Jeder vernünftige Mensch müßte
spätestens heute – angesichts der
Aussichtslosigkeit dieser Entwicklung – an diesem
materialistischen, destruktiven Glauben zu zweifeln
beginnen.
Wenn man betrachtet, von welchen unbewiesenen und
unlogischen Voraussetzungen der Glaube an Urknall
und Evolution ausgeht, muß man sich fragen, warum
intelligente Menschen (Professoren, Studenten,
Forscher, Nobelpreisträger usw.) so etwas glauben.
Sie müssen doch gute Gründe haben. Diese Gründe
wollen wir im folgenden kurz betrachten, um zu
zeigen, daß in der Rechnung der materialistischen
Wissenschaft tatsächlich ein großer Fehler steckt.
Und dieser Fehler wird ganz zu Beginn der Rechung
begangen. Man mag danach noch so gut und richtig
weiterrechnen, aber der Fehler wird dadurch nicht
korrigiert, sondern nur noch vergrößert! Wenn man
in einer Gleichung gleich zu Anfang einen Fehler
macht, ist alles, was man danach rechnet, ebenfalls
falsch, selbst wenn man guten Glaubens richtig
rechnet. Das ist ein weiterer Grund, warum so viele
intelligente Menschen diese genannten
«wissenschaftlichen»
Theorien glauben: Sie selbst rechnen richtig und
sind mit Recht davon überzeugt, daß sie richtig
rechnen. Deshalb machen sie sich nicht die Mühe, an
den Anfang zu gehen, um zu schauen, wie die ganze
Rechnung überhaupt begonnen hat. Würden sie das
tun, würden sie auf einmal den offensichtlichen
Fehler sehen. Und sie würden die peinliche
Entdeckung machen, daß nicht nur am Anfang ein
Fehler, sondern mit jedem Rechnungsschritt neue
Fehler begangen werden.
Hat der König tatsächlich keine Kleider? Entgegen
der Meinung des königlichen Hofstaates der
Wissenschaft sagt hier ein kleiner vedischer Junge:
«Ja! Die unsichtbaren Kleider des Königs gibt's gar
nicht.»
3.
Leben aus Materie?
Die unwahrscheinliche
Wahrscheinlichkeit
Dennoch
hält die orthodoxe Biologie in ihrer Gesamtstruktur
daran fest, daß Leben zufällig entstand. Seit
jedoch die Biochemiker in steigendem Maße die
ehrfurchtgebietende Komplexität des Lebens
entdecken, ist sein zufälliger Ursprung ganz
offensichtlich so wenig wahrscheinlich, daß man
diese Möglichkeit völlig ausschließen kann. Leben
kann nicht zufällig entstanden sein.
—
Fred Hoyle, britischer Physiker und Astronom
Zu Beginn der Rechnung steht die (falsche!)
Annahme, daß es im Universum nur Materie bzw.
materielle Energie gebe. Mit dem Paradigma der
linearen Entwicklung konstruiert man dann einen
Rückschluß auf den Anfang des Universums und
gelangt zum Glauben, das ganze Universen mit all
seinen Planeten, Gesetzen und Lebewesen seien aus
einem Urknall hervorgegangen.
Wenn man das alles einmal glaubt, drängt sich
unweigerlich der nächste Schritt (und logische
Fehltritt) in der Rechnung auf.
Erinnern Sie sich an die Beschreibung des
hypothetischen Urknalls, bei dem das ganze
Universum mit allen Lebewesen – gemäß der
umgedrehten Logik der linearen Entwicklung –
angeblich in einem einzigen Materiepunkt von
unendlicher Dichte und unvorstellbar hoher
Temperatur vereinigt war. In diesem Szenario ist es
schon unwahrscheinlich, daß sich die
Elementarsubstanzen, die mit x-facher
Lichtgeschwindigkeit auseinandersausen, überhaupt
jemals zu Atomen verbinden. Aber glauben wir das
einmal und schauen, was wir dann als nächstes
glauben müssen.
Irgendwie haben sich Atome gebildet, sie flitzen
auseinander, aber dennoch verdichten sie sich und
bilden verschachtelte Galaxien- und Sternenhaufen.
Wie das geschehen konnte, ist bis heute nicht
geklärt, und die Wissenschaftler geben das auch
unumwunden zu.
In dieser Hypothese der sich verdichtenden
Urknallmaterie stellt sich das nächste Problem:
Unter den vielen Atomkombinationen, die sich zu
anorganisch-chemischen Substanzen zusammenfinden,
muß auch organische Materie entstehen, so wie wir
sie in jedem Körper der Lebewesen finden. Die
Entstehung von organischer Materie muß relativ bald
geschehen, denn sonst verpassen die ersten zufällig
gebildeten Moleküle den Anschluß an die weitere
evolutionäre Entwicklung. Gemäß der umgekehrten
Logik der linearen Entwicklung ist das Universum
nämlich höchstens 15-20 Milliarden Jahre alt, und
das ist eine knappe Zeit für die Zufallskombination
der Atome.
Die wissenschaftliche Theorie von Urknall und
Evolution muß nicht nur auf dem Papier eine
hypothetische Analyse des Urknalls geben, sondern
sie muß vor allem erklären, wie innerhalb dieses
Universums Lebewesen entstehen konnten.
Glauben wir also für den Moment einmal an den
Urknall und an die spontane Bildung von Atomen und
Himmelskörpern. Als nächstes müssen wir glauben,
daß alle Lebewesen nichts anderes seien als Gebilde
von organischer Materie, d. h. wandelnde
Bioroboter. Glauben wir sogar dies! Aber dann
dürfen wir zumindest fragen: Wie groß ist die
Wahrscheinlichkeit, daß sich aus zufälligen
Atomkombinationen organische Stoffe bilden?
Die Grundbausteine der irdisch-organischen Materie
bestehen aus Proteinen und Enzymen, die ihrerseits
aus Aminosäuren zusammengesetzt sind. Komplizierte
Protein- und Enzymkombinationen bilden die
grundlegende Stoffwechselstruktur der einzelnen
Zellen, wobei klar gesagt werden muß, daß Zellen
nicht nur aus Proteinen und Enzymen bestehen.
Tausende, Millionen, Billionen von Zellen bilden
dann die organischen Körper der Lebewesen.
(Organischer Körper = Lebewesen?) Im Körper eines
Menschen gibt es schätzungsweise 10 Billionen
Zellen.
Betrachten wir also die Grundbausteine der
irdisch-organischen Materie, die Aminosäuren,
Proteine und Enzyme. Die Aminosäuren sind die
Bausteine der Proteine, von denen einige sich zu
den hochmolekularen Enzymen verbinden. Die
Aminosäuren sind komplizierte organische
Atomstrukturen. Heute kennt die Biochemie knapp 300
Aminosäuren, wobei alle natürlich vorkommenden
Proteine aus gut 20 dieser bekannten Aminosäuren
bestehen. Die Urknall- und Evolutionstheorie
gründet in der Annahme, daß die Atome sich in der
Anfangsphase des Universums zufällig zu diesen
Grundbausteinen (Aminosäuren) verbunden haben, die
sich ihrerseits dann zufällig zu Proteinen, Enzymen
und ersten Mikroben und lebensfähigen Zellen
verbanden.
Die alles entscheidende Frage lautet nun: Wie groß
ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Atome sich
zufällig zu Aminosäuren und Proteinen verbanden?
Diese Frage wird immer schnell abgehandelt: «… aus
heute noch nicht vollständig geklärten Vorgängen
der Biogenese entstanden erste lebensfähige
organische Verbindungen …» Und damit ist das Thema
bereits erledigt. Aber alle sind sich einig: Leben
entstand aus Materie, woraus denn sonst?!
Der mit vielen Auszeichnungen geehrte amerikanische
Astronom und Biologe Carl Sagan faßt dieses
wissenschaftliche Glaubensbekenntnis wie folgt
zusammen:
«Im
Licht moderner Erkenntnisse ist hierin [in der
kosmischen Ordnung] jedoch kein Zeichen göttlicher
Fügung zu sehen - oder zumindest nichts, das
außerhalb der Bereiche von Physik und Chemie liegt.
… Heute verstehen wir einigermaßen, wie die
bewunderungswürdige Genauigkeit, die sich jetzt im
Universum darstellt, dem Wirrwarr einer sich
entfaltenden interstellaren Wolke durch
Naturgesetze abgerungen wurde, die wir erfassen
können: durch Bewegung, Schwerkraft, Strömungslehre
und physikalische Chemie. Das unausgesetzte Walten
eines geistlosen Ausleseverfahrens kann Chaos in
Ordnung verwandeln.»
«Aus
dieser vielfältigen, veränderlichen Landschaft und
aus dem kräftigen organischen Gebräu ist Leben
entstanden.»
«Was
genau nun zwischen der Zeit der frühesten Meere,
die leblos, aber reich an organischen Molekülen und
Möglichkeiten waren, und der Zeit der ersten
Stromatolithen geschah, entzieht sich unserer
Kenntnis. Mit unserem heutigen Wissen ist eine
Rekonstruktion nicht möglich.»
Ich wiederhole die entscheidende Frage: Wie groß
ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Atome sich
zufällig zu Aminosäuren und Proteinen verbanden?
Wer sich die ehrliche Mühe macht, diese
Wahrscheinlichkeit zu berechnen, stellt schnell
einmal fest, daß diese Wahrscheinlichkeit
unwahrscheinlich ist.
Fangen wir bei den sogenannten
Grundbausteinen
an, bei den Aminosäuren und Proteinen. Jedes
einzelne Protein setzt sich aus Aminosäuren
zusammen. Man kann eine Aminosäure mit der Perle
einer Gebetskette vergleichen; dann sähe ein
durchschnittliches Proteingebilde aus wie ein
Perlenstrang von 100 bis über 1000 solcher
Amino-Perlen.
Einzelne Proteine enthalten bis zu zwanzig
verschiedene Aminosäuren in ganz bestimmter
Anordnung und Wiederholung, die sich auf diese
Weise zu
Perlenketten
von 100 bis über 1000
Amino-Perlen
verbinden. In einer einzigen Zelle gibt es rund
200.000 Proteinarten. Das trifft auf die Zellen im
menschlichen Körper genauso zu wie auf den Körper
des ersten Einzellers. Also schon vor über 3
Milliarden Jahren müssen diese
Aminosäuren-Verbindungen aus zufälligen
Atomverbindungen hervorgegangen sein.
Wie groß ist beim Werfen einer Münze die
Wahrscheinlichkeit, daß die «Zahl»
und nicht der «Kopf»
oben liegt? 1:2. Die Wahrscheinlichkeit, zweimal
hintereinander die «Zahl» zu werfen, ist 1:4,
dreimal 1:8, zehnmal 1:1024, hundertmal 1:2100 =
eine Billion Trillionen!
Und aus wie vielen Treffern besteht ein einziges
Protein? Die meisten Proteinstränge setzen sich aus
mehreren 100 bis über 1000
Aminosäuren-«Perlen»
zusammen, die in einer strikt festgelegten
Reihenfolge angeordnet sein müssen. Und das ist nur
ein einziges Protein! In jeder Zelle gibt es rund
200.000 Proteine!
Der bekannteste Wissenschaftler, der sich mit der
Frage des Entstehens von Proteinen aus zufälligen
Atomkombinationen befaßte, war der bekannte
englische Astrophysiker Dr. Fred Hoyle. Er verglich
die Wahrscheinlichkeit, daß sich auch nur ein
Protein durch eine blinde, zufällige Kombination
von Atomen gebildet hat, mit der
Wahrscheinlichkeit, mit der ein Mensch blind einen
Rubik-Würfel ordnet. Ein Rubik-Würfel besteht aus
verschiedenfarbigen Teilwürfeln, die alle drehbar
sind. Die Aufgabe besteht darin, diese Teilwürfel
so lange zu drehen, bis sich eine Seite des
Rubik-Würfels aus einer einzigen Farbe
zusammensetzt. Dies ist bereits für einen sehenden
Menschen eine ziemlich knifflige Angelegenheit,
ganz zu schweigen für jemanden, der nichts sieht!
«Er
hat dabei keine Ahnung, ob er der Lösung näherkommt
oder aber den Würfel noch weiter verwirrt. Man wäre
geneigt zu sagen, mit einem nur zufälligen Drehen
der Würfelflächen schaffe man die Lösung ‹niemals›.
Genaugenommen ist ‹niemals› jedoch falsch. Wenn
unsere Versuchsperson mit verbundenen Augen jede
Sekunde eine zufällige Drehung macht, so würde es
durchschnittlich dreihundertmal das Erdalter,
nämlich 1350 Milliarden Jahre dauern, bis das
Problem des Würfels gelöst wäre. Die Chancen, mit
jeder Drehung bei allen Würfelflächen die jeweils
gleiche Farbe zu erhalten, stehen ungefähr 1 zu
50.000.000.000.000.000.000 [50 Trillionen]. In etwa
gleich groß ist die Chance, daß sich eines unserer
körpereigenen Proteine per Zufall entwickelt hat.
In unseren Zellen haben wir jedoch ungefähr 200.000
verschiedene Proteinarten zur Verfügung.»
In jeder Sekunde finden in einer Zelle viele
Millionen von biochemischen Reaktionen statt. Das
Hauptwerkzeug bei diesen Stoffwechselreaktionen
sind die Enzyme, von denen es im menschlichen
Körper etwa 2000 verschiedene gibt. Ein
Evolutionsanhänger hätte bei all diesen Angaben
schon längst eingewendet, daß das Beispiel des
menschlichen Körpers irrelevant sei, weil dieser ja
erst zuallerletzt in der Evolutionskette erschienen
sei. Bei den ersten Lebensformen, den Bakterien und
Einzellern, die ja viel primitiver gewesen seien,
sei die Wahrscheinlichkeit der zufällig richtigen
Kombination nicht so unwahrscheinlich wie beim
unheimlich komplizierten Mechanismus des
menschlichen Körpers.
Dieser Einwand ist jedoch gegenstandslos. Die
Struktur der Enzyme ist nämlich in allen Formen der
organischen Materie die gleiche! Das Enzym einer
Bakterie kann auch in einer menschlichen Zelle
verwendet werden, und die Bakterien beweisen ja
täglich, daß sie in unserem Körper aktiv sein und
mit ihm in chemischer Wechselwirkung stehen können
(z.B. bei der Verdauung). Wir wissen nicht, wie die
Enzym-Population in der angeblichen
Ursuppe
ausgesehen hat, aber wir wissen, daß es heute
mindestens 2000 verschiedene Enzyme gibt. Ist alles
durch Zufall entstanden, muß der Zufall also bis
heute 2000 Enzyme gebildet haben, um auch nur die
Grundvoraussetzung für lebende Körper zu schaffen.
(Diese Enzyme und Proteine dann noch zu lebens- und
fortpflanzungsfähigen Zellen und Körpern
zusammenzusetzen ist nochmals etwas ganz anderes
und treibt die Unwahrscheinlichkeit ins völlig
Unmögliche.)
Aber bleiben wir bei den Enzymen. Wir haben schon
gesehen, wie unwahrscheinlich die
Wahrscheinlichkeit ist, bei einem Rubik-Würfel
blind und zufällig alle Teilwürfel auf die gleiche
Farbe zu drehen. Diese (Un-)Wahrscheinlichkeit
entsprach der Wahrscheinlichkeit des zufälligen
Entstehens eines einzigen Proteins. Wenn nun 2000
Enzyme (komplizierte Proteinverbindungen) durch
Zufallskombination entstehen sollen, wird diese
Behauptung – gemäß Fred Hoyles Berechnung -
geradezu lächerlich: Die Wahrscheinlichkeit beträgt
nämlich 1:10⁴⁰⁰⁰⁰!
Eine 1 mit vierzigtausend Nullen! Hier wird das
geschätzte Alter des Universums bereits
quintilliardenfach überschritten – nur um die
Grundbausteine zu bekommen. Wir sprechen hier noch
nicht einmal von den einzelnen Zellen!
Andere Wissenschaftler, die ebenfalls der Frage
nachgingen, wie wahrscheinlich es sei, daß sich
Atome zufällig als organische Strukturen verbinden,
kamen allesamt zu demselben Ergebnis. Die
Quantenphysiker G. und I. Bogdanov z. B.
berechneten folgendes: Damit die Aminosäuren und
Stickstoffmoleküle sich verbinden und durch Zufall
ein verwendbares RNS-Molekül bilden, hätte die
Natur mit blinden Atomkombinationen mindestens 1015
Jahre lang probieren müssen – bis nur ein einziges
RNS-Molekül entstanden wäre. 1015 Jahre ist eine
Dauer, die hunderttausendmal länger ist als das
heute geschätzte Alter des Universums!
Der deutsche Biophysiker Manfred Eigen ging diese
Rechenaufgabe von einer anderen Seite an, und sein
Ergebnis war für die Evolutionstheorie noch
vernichtender: Um nur ein einziges Molekül mit 1000
Bauelementen per Zufall herzustellen, muß man
10.600 verschiedene Varianten durchlaufen. Es gibt
jedoch Berechnungen, daß das ganze Universum
(geschätzter Radius 1015 Milliarden Lichtjahre) nur
10.102 Proteinmoleküle aufnehmen kann.
Eine beeindruckende Rechnung stellte der
amerikanische Physiker Richard L. Thompson vom
Bhaktivedanta Institute an. Er veröffentlichte 1977
ein Buch mit dem Titel
Demonstration by Information Theory that Life
cannot arise from Matter.
Er wollte berechnen, wie groß die
Wahrscheinlichkeit ist, daß die
ersten
Populationen von Lebewesen durch die bloße
Kombination von Atomen entstanden sind. Er
betrachtete nur die aus den ältesten Fossilien
bekannten Lebewesen, obwohl man davon ausgehen muß,
daß es damals noch viel mehr Lebewesen gab, als die
Fossilien rückblickend erkennen lassen. Wie der
Titel des Buches bereits verrät, konnte er mit
informationstheoretischen Berechnungen Schritt für
Schritt demonstrieren, daß diese Wahrscheinlichkeit
gleich Null ist.
Richard L. Thompson schreibt:
«Meine
Beweisführung hat die Besonderheit, daß sie auch
dem Argument der Evolutionstheoretiker begegnet,
das besagt, daß die einzelnen Schritte der
Entstehung des Lebens aus Materie zwar
unwahrscheinlich seien, daß sie aber dennoch
möglich werden, wenn eine immens lange Dauer von
geologischer Zeit zur Verfügung stehe. Die
vorliegenden Berechnungen zeigen, daß keine
Zeitdauer, auch nicht Milliarden von
Jahrmilliarden, ausreichen, um die Evolution von
Leben aus Materie aufgrund von Zufall und
natürlicher Auslese glaubwürdig zu machen. Vielmehr
zeigen diese Berechnungen, daß die
Wahrscheinlichkeit der materiellen Entstehung von
Leben – selbst wenn wir ein x-faches des
geschätzten Erdalters von 4,5 Milliarden Jahren
gelten lassen – sich in den Bereichen von 64–80.000
bewegt, eine unvorstellbar kleine
Wahrscheinlichkeit [0,0000… 80.000 Nullen nach dem
Komma!]. Das bedeutet, daß die gesamte
Erdgeschichte etwa 6.480.000 Mal ablaufen müßte,
damit die Wahrscheinlichkeit glaubwürdig wird, daß
auch nur ein einziges Mal komplexe Lebewesen
[organische Körper von Lebewesen] entstehen. Diese
Zahlen legen die intuitive Einsicht nahe, daß die
organische Evolution eine Unmöglichkeit ist.»
4.
Ein Haar in der Ursuppe
«Aus
der Frühzeit [der Erde] sind nur spärliche Indizien
über den Temperaturverlauf vorhanden, doch ab der
Zeit vor 400 Millionen Jahren haben sich genügend
Fossilien erhalten, um gute Abschätzungen zu
erlauben. Mit dem Klima wandelte sich auch das
Leben – beides hat sich wohl gegenseitig
beeinflußt. Zunächst entwickelten sich aus einer
Ursuppe im Laufe der Jahrmillionen einfache
Organismen wie Algen, Stromatolithen und Quallen. …
Erst eine dauerhafte Gashülle um die Erde
ermöglichte dem Leben eine langfristige Existenz
außerhalb der Ozeane.»
—
Spektrum der Wissenschaft 1995127
Die Absurdität der Grundannahme, auf der die
gesamte Evolutionstheorie aufbaut, wird noch
offensichtlicher, wenn man den nächsten Schritt in
diesem Gedankengang nachvollzieht: Wie soll der
Zufall wissen, daß gerade eine bestimmte
Kombination
nützlich,
d. h. organisch ist? Angesichts der riesigen
Überzahl von anorganischen Kombinationen würde
diese einzige
nützliche
Kombination sofort zerfallen und wieder zu einer
nicht-nützlichen werden. Eine zufällig entstandene
organische Kombination müßte in der
Ursuppe
50’000’000’000’000’000’000 anorganischen
Kombinationen begegnen. Welche Kraft würde gerade
diese eine organische Kombination aussortieren,
konservieren und weiter kombinieren?
Was ist überhaupt
nützlich?
Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch kein Leben, und
die Atome wissen nicht, daß es heute ein Universum
mit zahllosen lebenden Wesen gibt. Wie wußten sie
dann, daß sie sich gerade auf diese
einzigartige
schöpferische
Weise zusammenfügen mußten?
Wir mögen all diese absurden Unglaubwürdigkeiten
glauben, aber dem größten und endgültigen
Denkfehler sind wir noch nicht begegnet. Um den
Denkfehler wirklich in seiner vollkommenen Wucht
nachvollziehen zu können, müssen wir ein wenig
weiter ausholen.
Es besteht kein Unterschied zwischen den
Kohlenstoffatomen in einem Kreidefelsen und den
Kohlenstoffatomen in unserem Körper, kein
Unterschied zwischen dem Eisen in unserem Blut und
dem Eisen einer Eisenpfanne auf unserem Kochherd,
zwischen den Wasserstoffatomen in unserem Körper
und den Wasserstoffatomen im Meer. Alle (rund
zwanzig) Atomarten der organischen Materie lassen
sich in der Natur finden.
Alle Atome, die die organischen Verbindungen eines
Körpers ausmachen, sind also leicht erhältlich.
Wenn Leben und Lebewesen bloß eine Kombination von
Atomen wären, müßten die Wissenschaftler fähig
sein, zumindest primitivste Formen von
lebender Materie
herzustellen, z. B. eine Mikrobe, eine Alge oder
zumindest ein Samenkorn, das nach dem Setzen ein
Lebewesen (eine Pflanze) hervorbringt. – Das sei
schon längst gelungen, heißt es.
Anfangs der Fünfziger Jahre wurde ein großer
wissenschaftlicher «Triumph»
bekanntgegeben, der bis zum heutigen Tag immer
wieder zitiert wird: Den Biochemikern Stanley
Miller und Harold Urey vom Biochemischen Institut
der Columbia-Universität sei es gelungen, im Labor
«Leben»
herzustellen. Diese Männer wollten, dem
«Zeitgeist»
der damaligen Wissenschaft entsprechend, ein für
allemal beweisen, daß lebende Formen sich
allmählich aus nicht-lebenden chemischen Substanzen
entwickelt haben. Dabei gingen sie von der
spekulativen Annahme aus, daß die Atmosphäre der
jungen Erde vor 3 bis 4 Milliarden Jahren aus
chemischen Substanzen wie Methan, Ammoniak,
Kohlenmonoxid, Kohlendioxid und Stickstoff
bestanden habe. Zu diesem hypothetischen Zeitpunkt
und in dieser hypothetischen Atmosphäre soll die
frisch abgekühlte Erde ganz von Wasser- und
Schlammozeanen, der sogenannten
Ursuppe,
bedeckt gewesen sein. Aus dem aufgewühlten
Erdinnern brachen ständig Vulkane hervor, und in
der geladenen Atmosphäre erzeugten Blitze
elektrische Energie.
In einer Glaskugel mischten Miller und Urey die
genannten Substanzen zusammen und setzten sie hoher
elektrischer Spannung und intensiver Strahlung
(z.B. UV-Licht) aus, was zu einem erstaunlichen
Ergebnis führte: Es bildeten sich
«organische»
Moleküle, darunter Aminosäuren, die Grundbausteine
von Proteinen, und stickstoffhaltige Basen, die
Grundbausteine der DNS.
Heute, über vierzig Jahre später, herrscht
betretenes Schweigen. Man konnte zwar synthetisch
Aminosäuren und N-Basen herstellen, aber man mußte
bald einmal erkennen, daß diese Bausteine noch
nichts mit dem Phänomen «Leben»
zu tun haben. Diese synthetisch hergestellten
Moleküle waren nämlich immer noch tote Materie,
einfach tote «organische»
Materie! Sie fügten sich deshalb nicht zu höheren
Formen zusammen, und selbst wenn sie sich
zusammengefügt hätten, wären sie immer noch tote
organische Materie geblieben – genauso wie auch
eine Leiche zwar sehr wohl aus organischer Materie
besteht, aber dennoch nicht lebt. Im Extremfall
wäre es den Wissenschaftlern also gelungen, aus
diesen organischen Grundbausteinen einen Einzeller
synthetisch herzustellen, aber eben: nur eine
Einzeller-Leiche!
Hier sind wir beim springenden Punkt: Die
Kombination von organischer Materie erzeugt keine
lebenden Wesen, sondern nur tote organische
Materie. Denn
Materie ist immer tot,
auch die organische!
Fassen wir zusammen: Nur schon das zufällige
Entstehen von Atomen aus der Urknallmaterie ist
unwahrscheinlich. Das zufällige Entstehen von
Aminosäuren aus Atomverbindungen ist
unwahrscheinlich. Das zufällige Entstehen von
Proteinen und Enzymen aus Aminosäuren ist nicht nur
unwahrscheinlich, sondern unmöglich. Das zufällige
Entstehen von Lebewesen aus organischer Materie ist
unmöglich, denn Materie – auch die organische – ist
und bleibt tot. Leben und Bewußtsein entspringen
nicht den Atom- und Molekülkombinationen. Wer das
behauptet, muß im Labor nicht tote organische
Atomkombinationen, sondern lebende Wesen erzeugen.
Vierzig Jahre sind seit der ersten künstlichen
Aminosäuren-Synthese vergangen, und die
Wissenschaftler sind dem Erschaffen von Leben
keinen Schritt näher gekommen – aus dem einfachen
Grund, weil Leben kein Produkt von Materie ist.
Die Behauptung, daß Atome aus einem Urknall
hervorgegangen seien und in der Folge organische
Materie und Lebewesen hervorgebracht hätten, ist
unhaltbar. Oder um es klar und unmißverständlich
auszudrücken: Der Urknall- und Evolutionsglaube ist
ein materialistischer, hirnloser Quatsch. Unsere
nächsten Generationen werden sich aufrichtig
schämen, daß ihre Vorfahren während zweihundert
Jahren so etwas geglaubt haben – interessanterweise
gerade während jenen zweihundert Jahren, in denen
die Menschen verantwortungsloser und
zerstörerischer waren als je zuvor! Wem fällt da
nicht der Zusammenhang auf?
5.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner
Bestandteile
Das Entstehen von Proteinen und Enzymen allein hat
noch nichts mit dem Entstehen von lebenden Wesen zu
tun. Proteine und Enzyme sind nicht die Bausteine
des Lebens, sondern die Bausteine von Leichen, von
toter organischer Materie. Ein synthetisch
hergestellter Proteinstrang ist tote organische
Materie, und Millionen von Proteinsträngen sind
immer noch tote organische Materie. In einem toten
Körper sind diese chemischen Elemente allesamt
ebenfalls enthalten, doch sind sie nicht mehr in
der Lage, auf jene Art zusammenzuarbeiten, wie dies
während des «Lebens»
(vor dem Tod des Körpers) der Fall gewesen war.
Dies zeigt, daß nicht die Proteine und Enzyme das
Leben ermöglichen, sondern daß das Gegenteil der
Fall ist: Das Leben – das Bewußtsein – hält den
Körper zusammen. Wenn das Bewußtsein im Körper
nicht mehr gegenwärtig ist, fällt die körperliche
Struktur zusammen, und das Einzelleben der Zellen
und Bakterien nimmt überhand. Diese Lebewesen waren
auch schon im Körper vorhanden, als er noch
«lebendig»
war, aber irgendeine geheimnisvolle Lebenskraft
hatte diese Mikroorganismen im Schach gehalten und
sie so koordiniert, daß sie dem Leben des
Gesamtkörpers dienten. Der Körper an sich hat diese
Kraft offensichtlich nicht, denn sonst würde der
Körper als Leiche nicht verwesen – oder der Körper
müßte schon während des Lebens verwesen. Diese
beiden absurden Varianten zeigen, daß der
materielle Körper nicht die Quelle der Lebenskraft
ist, sondern daß der materielle Körper vielmehr von
dieser Lebenskraft abhängig ist, die demnach nicht
bloß ein Teil des Körpers sein kann. Sobald die
Lebenskraft den Körper verläßt, zerfällt er. Was
also verläßt den Körper im Moment des Todes? Was
erhält den Körper während des «Lebens»?
Was ist der
Unterschied
zwischen einem
lebenden Körper
und einem
toten Körper?
Die organischen Grundbausteine sind also nicht
fähig, sich aus eigener Kraft zu höheren Strukturen
zusammenzufügen oder diese höheren Strukturen auch
nur zusammenzuhalten. Wie (ganz zu schweigen von
warum) sollten sich diese elementaren Kombinationen
zu komplizierteren Formen zusammenfügen?
Bis jetzt sprachen wir ja nur von den Bausteinen
der organischen Materie. Diese Bausteine (Proteine,
Enzyme, Moleküle) müssen sich erst einmal zu
einzelnen Zellen und Körpern zusammenfügen, und
zwar zu lebenden Zellen und Körpern. Jeder lebende
Körper – nur schon der Körper einer mikroskopischen
Zelle – ist aber nicht bloß die Summe von Proteinen
und Enzymen. Denn ab welchem Kombinationsgrad
beginnen tote organische Aminosäurenverbindungen zu
«leben»?
In jedem Körper herrscht eine übergeordnete
Ordnung, die ermöglicht, daß die Organellen (Organe
einer Zelle) überhaupt funktionieren. Noch
komplexer wird es, wenn die Zellen ihrerseits zu
Körpern zusammengefügt sind. Körper sind nicht bloß
eine Summe von Zellen, Zellen sind nicht bloß eine
Summe von Organellen, Organellen sind nicht bloß
eine Summe von Proteinen und Enzymen, und diese
sind nicht bloß die Summe von Atomen, sogenannter
«toter»
Materie. Das Ganze ist immer mehr als die Summe
seiner Bestandteile. Das Ganze enthält immer eine
übergeordnete Struktur, die den einzelnen
Bestandteilen nicht innewohnt.
Es ist also nicht die organische Materie, die
irgendeinmal Leben und Bewußtsein hervorbringt,
sondern es ist die nicht-materielle Lebenskraft,
die den Körper formt. Der einfache Beweis hierfür
ist, daß der Körper sogleich zerfällt, wenn diese
Kraft nicht mehr anwesend ist.
Im nächsten Kapitel werden wir sehen, daß es
Tausende von Menschen gibt, die bereits erfahren
haben, daß das Bewußtsein nicht vom Körper abhängig
ist, sondern sehr wohl unabhängig vom Körper
existieren kann. Der Körper ist die sterbliche
Hülle des unsterblichen, immateriellen
Individualwesens, dessen Symptome Bewußtsein und
Lebenskraft sind.
Nah-Tod-Erfahrungen, außerkörperliche Wahrnehmung,
Astralreisen, Erinnerungen an frühere Leben, die
Existenz nicht-physischer Wesen – all diese
hinreichend dokumentierten Realitäten werden von
den materialistischen Wissenschaftlern mit einer
unheimlichen Arroganz vom Tisch gefegt: «Das sind
nur Einbildungen, verursacht durch
Hirnstromschwankungen, Sauerstoffmangel oder
neurologischen Störungen.»
Würde nur eines der obenerwähnten Phänomene reell
existieren, wäre das eine weitere Widerlegung der
materialistischen Urknall- und Evolutionstheorie,
denn deren Hauptdogma besagt, daß jedes Lebewesen
nur eine Materiekombination ist und sich
ausschließlich auf den sichtbaren materiellen
Körper beschränkt. Eine Existenz außerhalb des
Körpers würde diese materialistischen Theorien
unwiderruflich Lügen strafen.
Wie wir sehen werden, sind die obenerwähnten
Phänomene derart zahlreich und überzeugend
dokumentiert, daß jeder der materialistischen
Einwände versagt. Einer der ersten Wissenschaftler,
der die umwälzenden Konsequenzen dieser
«paranormalen»
Phänomene zumindest ins Auge faßte, war Wolfgang
Pauli, einer der Pioniere der Quantenphysik. Er
schrieb im Jahre 1961: «Sollten sich die positiven
Ergebnisse auf dem noch kontroversen Gebiet der
sensory perception (ESP) endgültig bewahrheiten, so
könnte dies zu heute noch gar nicht übersehbaren
Entwicklungen führen.»
6.
Kausalität und Finalität
Die Wissenschaft gibt zu, daß es gewisse
Erscheinungen in den Tiefen der materiellen Welt,
wie die Quarks und die Quasare, gibt, die nicht den
bisher bekannten Naturgesetzen folgen. Aber diese
scheinbar selbstkritische Aussage ist bloß eine
Ablenkung von der Tatsache, daß es vor unseren
Nasen Millionen von Erscheinungen gibt, die
ebenfalls nicht mit den Gesetzen des
materialistischen Weltbildes zu erklären sind,
nämlich all jene Erscheinungen, die
«leben».
Wenn ein Körper lebt, offenbart er Symptome, die
jedem Gesetz der toten Materie widersprechen. Eine
Bakterie, eine Pflanze, ein Tier, ein Mensch, ganz
zu schweigen von den höheren Lebensformen – sie
alle bewegen und entwickeln sich, und zwar nicht
nur gemäß den Impulsen der gravitativen,
elektromagnetischen und nuklearen Felder, sondern
nach planmäßigen Mustern, die dem
«Leben»
entspringen und den Körper als «Ganzes»
zusammenhalten.
Lebendige Körper bestehen aus riesigen
Atomverbänden, die sich zielgerichtet (final)
verhalten, die die Umwelt wahrnehmen und mit ihr in
Wechselwirkung treten. Die materialistische
Wissenschaft ist auf einem Auge blind, denn sie
betrachtet immer nur die Kausalität (die Kette von
Ursache und Wirkung), obwohl es offensichtlich ist,
daß in der Welt nicht nur die Kausalität wirkt,
sondern auch die Finalität (die Ausrichtung des
Kausalitätsprinzips auf ein konkretes Ziel). Die
Atome schwirren nicht einfach ziellos durch die
Quantenwelt, sondern kombinieren sich und bilden
funktionierende Körper. Aber diese funktionierenden
Körper sind nicht nur das Produkt einer Kombination
von Atomen. Man kann das Samenkorn eines
Banyanbaumes auf seine Atomstruktur hin
untersuchen, aber das wichtigste wird man nie
finden: das Leben. Das einzige, was man erreicht,
ist, daß man das Samenkorn – und die ihm
innewohnende Finalität – zerstört.
Nicht nur die Atome, auch die Naturgesetze und die
materiellen Grundkräfte lassen eine Finalität
erkennen: Sie alle haben genau die richtige Größe,
die es ermöglicht, daß überhaupt materielle
Gegenstände entstehen konnten. Gäbe es nur
geringste Abweichungen, dann würde die Materie in
sich selbst zusammenfallen oder auseinanderfliegen
oder zerfallen oder zerstrahlen, und es hätte nie
Galaxien und Planeten gegeben. Ist das alles nur
Zufall? Und überhaupt: Woher kommt die Materie? Und
woher das Bewußtsein, das sich durch die
materiellen Körper ausdrückt? Die sogenannten
«exakten
Wissenschaften»
sind uns bis zum heutigen Tag eine exakte Erklärung
schuldig geblieben.
Lebende Körper bewegen sich also nicht nur als
bewußtseinslose materielle Objekte in einer Kette
von materiellen Ursachen und Wirkungen, sondern sie
bewegen sich zielgerichtet . Mit anderen Worten:
Sie verhalten sich nicht mechanisch, sondern
bewußt, nicht nur kausal, sondern final! Warum
bewegt sich die Materie plötzlich auf solch
«ungesetzliche»
Weise? Materie an sich verhält sich immer nur
mechanisch oder quantenmechanisch, das heißt, sie
ist von äußeren Impulsen abhängig, auf die sie ohne
Bewußtsein reagiert. Welcher Impuls bewegt einen
lebenden materiellen Körper dazu, sich nach einem
intelligenten Muster zu bewegen? Die Wissenschaft
sagt: allein die Naturgesetze der Gravitation,
Elektromagnetik, Statik usw.
Niemand bestreitet, daß es das sogenannte
«Bewußtsein»
ist, das einem lebenden Körper den zielgerichteten
Impuls verleiht. Aber was ist
Bewußtsein?
Ist das Bewußtsein tatsächlich nur ein Nebeneffekt
der neurochemischen Reaktionen? Warum formt sich
die Materie rund um uns herum und im gesamten
Universum nach intelligenten, d. h. geordneten
Mustern? Gerade bei diesen entscheidenden Fragen
schweigen die Relativitäts- und Quantentheorien.
Sie genügen ja nicht einmal, um zu erklären, was
Materie ist. Wie sollen sie dann erklären können,
was Bewußtsein ist? Bewußtsein ist ganz bestimmt
nicht ein Produkt der toten Materie, wie das von
den «Natur»wissenschaften
stillschweigend vorausgesetzt wird.
Die vedische Wissenschaft vermag aufzuzeigen –
gegründet auf die obige Logik –, daß die Materie
und das Bewußtsein zwei ewig parallele Energien
sind, die sich gemäß der Parallelen-Definition im
Unendlichen schneiden. Sie gehen beide von
derselben unendlichen Quelle aus und wirken
aufeinander ein, um die materielle Welt zu bilden,
aber vermischen sich nie.
Das Geheimnis des Lebens ist keine Funktion der
Materie. Weil die materialistischen
Naturwissenschaftler nur die Materie sehen und die
Natur des Lebens verkennen, entwickeln sie
Technologien, die materiell zwar funktionieren,
aber die Grundlagen des Lebens zerstören.
- Die gesamte Grundlage der materialistischen Urknall- und Evolutionstheorie ist unwahrscheinlich, unglaubwürdig und unsinnig. Es wird nie gelingen nachzuweisen, daß Lebewesen aus Materie entstehen, schlicht und einfach deswegen, weil sie nicht aus Materie entstanden sind. Damit entbehrt die materialistische Urknall- und Evolutionstheorie jeglicher Grundlage und fällt in sich zusammen.
Dennoch wollen wir die nächsten Stufen der Evolutionstheorie kurz betrachten. Wir werden sehen, daß in dieser Theorie nicht nur am Anfang große Fehler begangen werden, sondern daß die Absurditäten noch zunehmen.
Immer wieder wird man sich die Frage stellen müssen: Warum glaub(t)en Generationen von intelligenten Menschen so etwas kritiklos?
7.
Das historische Umfeld der
Evolutionstheorie
Die Evolutionstheorie ist ein Produkt des 19.
Jahrhunderts und sollte deshalb in ihrem
historischen Zusammenhang gesehen werden. Sie
entstand im christlich-abendländischen Umfeld, und
ihre Verfechter wollten den engen Grenzen dieses
Umfeldes entkommen. Mit der Evolutionstheorie
wandten sich die Vertreter der neuzeitlichen
«Wissenschaft»
direkt gegen die aufgezwungene Struktur der
veralteten «Religion».
Der
religiöse
Dogmatismus
provozierte
den
wissenschaftlichen
Materialismus.
Diese beiden scheinbar so grundverschiedenen
Weltanschauungen sind in Wirklichkeit sehr eng
miteinander verwandt, denn sie sind nichts anderes
als die zwei Seiten derselben Münze oder, um es
bildlich auszudrücken, die zwei Pole desselben
Teufelskreises. Die Vertreter des
religiösen Dogmatismus
und des
wissenschaftlichen Materialismus
haben eine große Gemeinsamkeit: das Streben nach
Macht, «im
Namen von Gott»
oder «im
Namen von Fortschritt».
Die moderne Wissenschaft und ihr schattengleicher
Begleiter, die Technologie, haben das erklärte
Ziel, durch die Manipulation der Materie Macht und
Einfluß über die Natur und die Lebewesen (Pflanzen,
Tiere, Menschen) zu gewinnen. Dasselbe Ziel, nur
mit anderen Mitteln, wird und wurde von den
Vertretern des
religiösen Dogmatismus
angestrebt. Die mittelalterliche Theologie ist
hierfür typisch. Sie zwang die Menschen zu glauben,
Gott habe alle Arten, sowohl die Tiere als auch die
Menschen, unveränderlich erschaffen; alles sei von
Gott gewollt und vorausbestimmt; deshalb sei auch
die Position eines jeden Lebewesens, sowohl der
Tiere als auch der Menschen, unveränderlich
vorausbestimmt. Die Welt mit all ihren Geschöpfen
sei dem Menschen untertan, und alle Menschen seien
ihrem Erlöser untertan, der auf Erden von seiner
«heiligen
Institution»
vertreten werde. Die ganze Schöpfung laufe auf die
Erschaffung des (sündigen!) Menschen hinaus, der
nur durch die Gnade von ganz bestimmten
Institutionen erlöst werden könne.
Dieses Weltbild verschafft der entsprechenden
Pseudo-Religion eine absolutistische Macht. Sie
erlaubt den machtgierigen Menschen,
im Namen von Gott
ein Gesellschaftssystem aufzubauen, in dem alle
Mitglieder einer kleinen, aber mächtigen Elite
unterworfen sind. Dann sind es auf einmal diese
Mächtigen, die bestimmen, was Wahrheit und was
Gottes Wort ist. Dieses pseudo-religiöse Machtspiel
ist – gemäß dem vedischen Weltbild – typisch für
das Kali-yuga-Zeitalter und prägte deshalb die
Menschheitsgeschichte seit den letzten fünftausend
Jahren. In Asien (Orient, Indien, China) führte es
zu verschiedenen Formen von diktatorischen
Kastensystemen und im Westen zu mörderischen
Missionssystemen. Die Tiere, die
«Heiden»,
die «Neger»,
die «Aborigines»
und die «Indianer»,
die allesamt zu seelenlosen Wesen erklärt wurden,
gehörten zu den meistgeschundenen Opfern dieser
Missionsmächte, die in den
materialistisch-weltlichen Mächten schnell ihre
Verbündeten fanden.
Das Dogma der Prädestination und der
Unveränderlichkeit der Arten befreite die oberen
Gesellschaftsschichten (Klerus, Adel und
Aristokratie) von Kritik und Konkurrenz, denn den
sozial Niedriggestellten und Ausgebeuteten konnte
mit göttlicher Logik plausibel gemacht werden,
warum sie einfach mit ihrer Mühsal zufrieden sein
sollen. Im Jenseits warte auf alle Gehorsamen ein
Himmel, in dem man nach dem Tod alles Verpaßte
nachholen könne.
Auf diese Weise konnten die pseudo-religiösen
Mächte in Europa über Jahrhunderte ihre
Machtposition aufrechterhalten und ausbauen, und
auch die weltlichen Mächte waren nicht
interessiert, an dieser Philosophie etwas zu
ändern. Man konnte sich mit bestem Gewissen in der
eigenen Selbstherrlichkeit sonnen, und sollte es
jemand wagen, diese «göttliche»
Ordnung zu hinterfragen oder sogar anzugreifen,
durfte man mit brutalsten Mitteln durchgreifen und
hatte immer eine moralische Rechtfertigung, denn
jede noch so perverse Greueltat diente ja allein
der Verteidigung ebenjener
göttlichen Ordnung.
Gegen dieses Bollwerk von Kirche und Staat hatten
Volksaufstände keine Chance. Es brauchte einen
anderen Widerstand – den Widerstand der
«Wissenschaft»!
Die Epochen der Renaissance und der Aufklärung
führten zu einer allmählichen Änderung der
gesellschaftlichen Verhältnisse. Mit der
aufkommenden Industrialisierung wurden die starren
Gesellschaftsgrenzen verwischt, und viele Menschen
schöpften Hoffnung auf eine Neuordnung der
Gesellschaft. Für diesen Traum waren die Menschen
bereit, in Fabriken zu arbeiten und Abhängige des
Industrialismus zu werden.
Wenn man sich dieses Umfeld vor Augen führt, wird
auf einmal klar, warum die
materialistische Wissenschaft
nichts anderes ist als der Gegenpol der
dogmatischen Religion.
Das typische Beispiel hierfür ist die
Evolutionstheorie.
8.
Evolution - ein typisch abendländisches
Denkschema
Für Jahrzehnte lieferten sich Christen und
Evolutionisten erbitterte Wortgefechte. Die
Christen sahen in den Evolutionisten die
leibhaftigen Vertreter des Teufels, und die
Evolutionisten in den Christen die völkermordenden
Vertreter der geistigen Versklavung. Dabei entging
beiden Lagern die Tatsache, wie eng ihre Ansichten
trotz aller Feindseligkeit verwandt waren. Die
Evolutionisten staunen, wenn sie hören, daß ihre
scheinbar wissenschaftlichen Ansichten völlig durch
die semitisch-christliche Weltsicht geprägt sind.
Die Hauptparallelen sind das lineare
Zeitverständnis, der Glaube an die Schöpfung ex
nihilo («aus dem Nichts») und an die gemeinsamen
Vorfahren und die materialistische Auffassung von
«Leben»
und «Seele».
Die folgende Gegenüberstellung zeigt die
Verwandtschaft und faßt auch die wichtigsten Punkte
der Evolutionstheorie zusammen:
-
Die lineare Zeit: Die Religionen mit semitischen
Wurzeln (Judentum, Christentum, Islam) sprechen
von einer einmaligen Schöpfung. Gott schöpft das
Universum und die Menschen nur ein einziges Mal
und erlöst sie auch nur ein einziges Mal. Vom
Zeitpunkt der Schöpfung bis zum Zeitpunkt von
«Gottes
Gericht»
verläuft die Menschheitsgeschichte linear.
Dasselbe lineare Zeitbild, verbunden mit der einzigen» Schöpfung, übernimmt auch die Evolutionstheorie, mit dem einzigen Unterschied, daß hier die postulierte Zeitspanne viel länger ist.
-
Die Schöpfung ex nihilo: Die Vertreter dieses
Glaubens bestehen dogmatisch auf dem linearen
Zeitbild. Vor der «einzigen»
Schöpfung habe es keine andere Schöpfung gegeben.
Obwohl ihre Schriften selbst das Bild von
Schöpfungstagen verwendet - «Tage»
sind das typische Symbol eines zyklischen
Zeitablaufes! –, bekämpfen sie jedes zyklische
Zeitverständnis und sagen, Gott greife nicht auf
eine frühere Schöpfung zurück, sondern schaffe
aus dem Nichts heraus (ex nihilo). Es gebe nur
eine einzige Schöpfung, eine einzige Menschheit
und eine einzige Erlösungsmöglichkeit (und
«zufällig»
sind das wir!).
Die Vertreter der Evolutionstheorie behalten dieselbe Glaubensstruktur bei und kleiden sie einfach in materialistische statt in theologische Formulierungen. Ihr Grundsatz lautet, daß höhere Lebensformen aus einfachen Lebensformen hervorgegangen seien. Vor Darwin glaubten die meisten Forscher an die individuell erschaffenen Urarten, die sich jedoch verändern, denn die Fossilien zeigten, daß es früher Lebensformen gab, die wir heute nicht mehr vorfinden. Seit Darwin gewann die Ansicht überhand, daß die verschiedenen Arten von gemeinsamen Vorfahren abstammen und daß der Stammbaum mit zunehmender zeitlicher Entfernung immer enger und die entsprechenden Arten immer primitiver werden. Schon Darwin äußerte die Idee, daß Leben in einer Ursuppe aus organischen Chemikalien entstanden sein könnte: «… Aber wenn (und – oh!, was für ein großes Wenn!) wir in irgendeinem kleinen warmen Tümpel, bei Gegenwart aller Arten von Ammoniak, phosphorarmen Salzen, Licht, Wärme, Electrizität usw., wahrnehmen könnten, daß sich eine Proteinverbindung chemisch bildete, bereit noch kompliziertere Verwandlungen einzugehen», dann wäre die Evolutionstheorie wahrhaftig eine Tatsache.
Mit der Entwicklung der Biochemie, Genetik und Kosmologie (Urknalltheorie) wurde die Vermutung, die Darwin noch zweifelnd geäußert hatte, zur wissenschaftlichen Tatsache erklärt: Leben entsteht aus Materie, und Materie entstand ex nihilo, wie es schon die semitisch-christlichen Vorväter mit ihren Mythologien sagten …
-
Die materialistische Auffassung von
«Leben»
und «Seele»:
Die christliche Dogmatik wendet sich vehement
gegen die Lehre von der Präexistenz der Seele.
Diese Lehre besagt, das das Individualwesen
(die
Seele)
bereits vor der Zeugung des Körpers existiert
habe und sich im gezeugten Körper inkarniere; die
Seele sei ewig und wandere auf ihrem Weg – bis
zur Vollkommenheit – durch verschiedene Körper.
Dies ist die Lehre aller östlichen und
esoterischen Offenbarungen. Diese Lehre, die
Reinkarnation, wurde auch von vielen urjüdischen
und urchristlichen Traditionen vertreten, zum
Teil bis zum heutigen Tag. Diese Lehre läßt
jedoch keinen Platz für religiöse
Absolutheitsansprüche, und deshalb wurde sie von
Institutionen mit solchen Ansprüchen bekämpft und
mit Bannflüchen belegt.
Als die Reinkarnation nicht mehr als Erklärung dienen durfte, wartete das kirchliche Christentum mit folgendem Dogma auf: Alle Menschen werden im Moment der Zeugung erschaffen; jeder Mensch lebt nur einmal; seine Existenz beginnt mit der Existenz des Körpers; das Leben entsteht durch die Verbindung der väterlichen und mütterlichen Geschlechtszelle; die Erschaffung eines Menschen zu einem einzigen Leben ist die einzigartige Schöpfungskraft und «Gnade» Gottes.
Denkenden Menschen konnte nicht verborgen bleiben, daß diese Lehre im Klartext nichts anderes besagt, als daß Leben aus Materie entsteht, denn die Zeugung, d. h. die Verbindung zweier Zellen, bedeutet der Beginn der Existenz des Menschen. Wenn das der Wahrheit entspricht, dann besagen die nächsten logischen Gedankengänge folgendes: Nicht nur die Menschen pflanzen sich durch die Vermischung der Geschlechtszellen fort, sondern alle höheren Tiere (und Pflanzen!). In dieser Beziehung unterscheidet sich der Mensch nicht von den Tieren. Also ist der Mensch auch nur ein Tier. Was unwissenschaftliche Menschen symbolisch als «Gottes Schöpfungsakt» bezeichnen, ist in Wirklichkeit nichts anderes als das Wirken von erklärbaren chemischen, physikalischen und biologischen Gesetzen. Der Ursprung des Lebens ist also – gemäß kirchlicher wie wissenschaftlicher Dogmatik – nichts anderes als das physische Zusammenkommen von zwei Zellen, und in diesem Akt wirken tatsächlich nur die Gesetze der Materie. Gemäß kirchlicher wie wissenschaftlicher Dogmatik gibt es keine immaterielle Seele, die in diese Verbindung von Materie eingeht und den sich bildenden Körper mit Bewußtsein und Energie beseelt.
Hier bei dieser entscheidenden Frage nach der wahren Natur von Leben und Bewußtsein zeigt sich, daß die pseudo-religiösen und -wissenschaftlichen Ansichten nichts anderes sind als die Pole desselben materialistischen Denkschemas.
-
Das gemeinsame Urpaar: Die Forscher vor Darwin,
wie James Hutton (1726-1797), Jean Baptiste
Lamarck (1744-1829), Baron de Cuvier (1769-1832)
und Charles Lyell (1797-1875), gingen vom
biblischen Verständnis der individuellen
Schöpfung der Arten aus. Aber sie wandten sich
gegen die christliche Geschichtsdoktrin, die die
gesamte Erdgeschichte für die kirchliche
Heilslehre vereinnahmte und sie deshalb gemäß
biblischer Zeitskala auf ein paar wenige
Jahrtausende komprimierte. Nachdem Andersdenkende
nicht mehr mit Folter und Ermordung rechnen
mußten, wagten erste Wissenschaftler, diesem
(vermeintlich) biblischen Weltbild zu
widersprechen. James Hutton zum Beispiel, der
Vater der modernen Geologie, hielt den
Bibelvertretern entgegen, daß die heute
vorliegenden Gesteinsarten und Bodenstrukturen
eine jahrmillionenlange Entwicklung voraussetzen.
Er formulierte sein
Prinzip der Gleichmäßigkeit,
das besagt, daß die Entwicklungsprozesse, die wir
heute beobachten, auch in der Vergangenheit mit
derselben Gleichmäßigkeit wirksam waren. Dieses
Prinzip der allmählichen Entwicklung über
Jahrmillionen wurde von Charles Lyell in seinem
einflußreichen dreibändigen Werk
«Principles
of Geology»
(1830-33) ausformuliert. Lyell und seine Anhänger
äußerten bereits in den dreißiger Jahren des 19.
Jahrhunderts die Vermutung, eine natürliche
Selektion merze innerhalb einer Art behinderte
oder mißratene Formen aus. Die Präexistenz der
Artenvielfalt vor der natürlichen Selektion
zweifelten sie jedoch nicht an. Dennoch faßten
auch sie schon die Idee ins Auge, daß die gesamte
Vielfalt aller Arten vielleicht von einer Urform
abstammen könnte, was nicht unbiblisch war, denn
als Erklärung für die Entwicklung des Menschen
bestand ja das Dogma, daß alle Menschenrassen von
einem Urpaar, Adam und Eva, abstammten. Warum
also nicht den Gedanken weiterführen und
nachforschen, ob nicht nur die Rassen innerhalb
einer Art, sondern auch die Arten selbst von
einer Urform abstammten?
Die Ideen, die schon seit einiger Zeit im Raum schwebten, formulierte Charles Darwin (1809-1882) in seinem Buch «Die Entstehung der Arten durch natürliche Auslese oder die Erhaltung begünstigter Rassen im Kampf ums Dasein», das 1859 erschien und eine bahnbrechende Wirkung zeitigte. Sogar Charles Lyell, der Papst der damaligen Geologie, bekehrte sich in seinen alten Tagen zu Darwins Theorie – was einen wichtigen Meilenstein in der Verbreitung des Darwinismus darstellte. Lyell gab seine Vorstellung von den Zeitkreisen auf und bekannte sich offen zur linearen, allmählichen Evolution der Arten.
Mit seinen Büchern «On the Origin of Species» (1859) und «The Descent of Man» (1871, «Die Abstammung des Menschen") sagte sich Darwin von allen kirchlich-ideologischen Verpflichtungen frei und formulierte als erster eine ausführliche Evolutionstheorie auf der Grundlage der natürlichen Selektion.
Der Gedankengang hinter der Evolutionstheorie ist einleuchtend, einfach und einfältig (im Gegensatz zur vielfältigen, multidimensionalen Realität): Jede Art erzeugt mehr Nachkommen, als zum Überleben notwendig sind. Unter der Vielzahl von Nachkommen einer Art gibt es natürlicherweise immer gewisse Unterschiede. Die meisten Unterschiede sind für die evolutionäre Entwicklung unbedeutend, einige sind schädlich, aber einige Veränderungen stellen auch Verbesserungen dar. Die Individuen einer Art, die schädliche Abweichungen von der Norm aufweisen, werden durch die natürliche Auslese aussortiert, d. h. sie sterben aus, und jene Individuen, die eine Verbesserung ihrer körperlichen Konstruktion aufweisen, können sich im Kampf ums Dasein durchsetzen. Über die Jahrtausende summieren sich diese kleinen Verbesserungen, und zwar so lange, bis sich die verbesserte oder veränderte Art so sehr von der ursprünglichen Art unterscheidet, daß sie eine neue Art darstellt.
«Die Erhaltung vorteilhafter individueller Unterschiede und Veränderungen und die Vernichtung nachteiliger nenne ich natürliche Zuchtwahl oder Überleben des Tüchtigsten. […] Die natürliche Selektion erforscht in der ganzen Welt täglich und stündlich die geringsten Veränderungen, sie verwirft die nachteiligen und bewahrt und summiert alle vorteilhaften, sie arbeitet still und unmerklich an der Verbesserung der organischen Wesen und ihrer organischen und anorganischen Lebensbedingungen», schreibt Darwin in seinem Buch «On the Origin of Species».
9.
Genetik und der Neodarwinismus
Der Darwinismus ging von der unmerklichen
Verbesserung der organischen Wesen aus. Entspräche
diese Theorie der Wirklichkeit, müßten unter dem
gegenwärtigen Tier- und Pflanzenbestand und
insbesondere in der Welt der Fossilien viele
Übergangsformen zu entdecken sein. Denn im Laufe
von vielen Jahrtausenden müßten sich einzelne
Zweige so weit von der Elternrasse abgespalten
haben, daß auch die unmerklichen Verbesserungen
sichtbar würden. Da solche Übergangsformen weder
heute noch unter den Fossilien zu finden sind, kam
die Evolutionsforschung von Darwins Erklärung ab,
was aber in keiner Weise heißt, daß der
Evolutionsvorgang angezweifelt worden wäre. Der
Darwinismus wurde einfach mit den Erkenntnissen des
damals eben neuentdeckten Wissenschaftszweiges der
Genetik vermischt. Darwin hatte gemeint, daß äußere
Bedingungen (Umweltfaktoren, Kampf ums Dasein und
Selektion) genügten, um das Entstehen neuer Arten
zu erklären. Aber Darwins berühmtestes Beispiel,
die Galapagos-Finken, zeigten, daß gerade diese
Annahme nicht stimmt. Veränderte
Umweltverhältnisse, wie z. B. die Isolierung in
einem begrenzten Lebensraum, können gewisse
Veränderungen in der Körperform herauszüchten, aber
es entstehen nie neue Arten. Darwins Finken hatten
zwar unterschiedliche Schnabelformen entwickelt,
aber waren offensichtlich immer noch Finken und
Vögel.
Deshalb versuchten die Vertreter des
Neodarwinismus, den hypothetischen
Evolutionsvorgang durch zufällig entstehende
Veränderungen der Genstruktur zu erklären.
Ihre Logik lautete wie folgt: Beim Kopieren des
genetischen Codes von Generation zu Generation
treten immer wieder Abweichungen («Mutationen», d.
h. Kopierfehler) auf. Die Tier- oder
Pflanzenexemplare mit Verschlechterungen seien
unfähig zu überleben, hingegen jene mit
Verbesserungen könnten sich gegenüber der
«normalen»
Masse durchsetzen und diese letztlich sogar
ersetzen. Zumindest seien sie in der Lage, aufgrund
des zufällig erworbenen Vorteils neben der normalen
Mehrheit zu bestehen und sich zu einer neuen Rasse
oder sogar zu einer neuen Art zu entwickeln.
Beide Theorien – Darwins Ansicht, daß sich äußere
Einflüsse rückwirkend in einer Evolution
niederschlagen, und die neodarwinistische
Mutationsthese – messen der natürlichen Selektion
die entscheidende Bedeutung bei und gehen von der
Annahme aus, daß zufällige Veränderungen im
genetischen Code zur Entwicklung neuer Arten führen
können. Sie geben zu, daß die Wahrscheinlichkeit
einer Verbesserung sehr gering sei, doch ausgedehnt
auf eine allmähliche Evolution über Jahrmillionen
werde auch die geringe Wahrscheinlichkeit
wahrscheinlich.
An dieser Stelle müssen wir wieder den bereits
überstrapazierten gesunden Menschenverstand
anwenden. Die ganze Diskussion über Evolution
beruht auf unserem guten Willen, die unhaltbaren
Dogmen der Biogenese (Entstehen von Leben aus
Materie) der Diskussion zuliebe zu glauben und
weiterzuverfolgen. Wir haben gesehen, daß es
unmöglich ist, daß Atome sich zufällig zu
organischen Verbindungen zusammenfinden. Die
Wahrscheinlichkeit ist gleich Null, und selbst wenn
das Unmögliche geschehen sollte und Atome sich im
Fluß unendlicher Kombinationen auch einmal zu einer
«brauchbaren»
Kombination zusammenfügen sollten, würden diese
Kombinationen mit der nächsten Welle bereits wieder
auseinandergerissen. Und selbst wenn sie bestehen
bleiben sollten, entstände bloß tote organische
Materie, aber nie ein lebendes Wesen.
Machen wir nun den nächsten Quantensprung und
glauben sogar, daß trotzdem irgendwie erste lebende
Mikroben und Einzeller aus toten organischen
Verbindungen entstanden seien. Die Körperform eines
jeden Lebewesens beruht auf einer bestimmten
Genstruktur. (Worauf die Genstruktur beruht, kann
die Biologie bis heute nicht erklären, obwohl sie
verbissen forscht, um diesen «Schlüssel
zum Leben»
zu finden.) Jeder funktionierende Körper hat eine
funktionierende und komplette Genstruktur. Wie
entstand aus einem Einzeller ein Mehrzeller? Wie
spalteten sich die ersten Lebensformen in Tiere und
Pflanzen auf? Wie entstanden aus den
«ersten»
Weichtieren Fische? Wie entstanden aus den Fischen
die landerobernden Amphibien? Wie entstanden aus
Amphibien Reptilien? Wie entstanden aus Reptilien
Vögel und Säugetiere? Wie entstand der Mensch?
Es gibt zwei grundlegende Evolutionshypothesen, die
erklären sollen, wie aus der einen Art eine neue
Art entstehen soll. Körperformen verändern sich nur
dann erblich, wenn sich die Genstruktur verändert.
Entweder verändert sich die Genstruktur sprunghaft,
oder sie verändert sich über langsame, unmerkliche
Schritte.
Man kann die Genstruktur eines funktionierenden
Körpers mit dem Text eines Buches vergleichen.
Dieser Vergleich ist sehr gut, weil er uns einen
konkreten Eindruck von dem vermittelt, worum es
überhaupt geht, wenn wir von «Genstruktur»
sprechen.

Die organischen Informationsträger (Chromosomen,
DNS, RNS) sind riesig lange Stränge mit einer ganz
bestimmten Abfolge von Gen-Elementen. Die
Schlüsselfunktion kommt hierbei der DNS zu, die in
jeder Zelle vorhanden ist. Die DNS ist eine Kette
von Bausteinen, deren Reihenfolge die
Erbinformation eines Organismus enthält. Die DNS
ist eine sog.
Doppelhelix,
das heißt, sie besteht aus zwei Kettenmolekülen,
die spiralförmig ineinander gewunden sind. Jedes
dieser Kettenmoleküle besteht aus Millionen von
Gliedern, die sich jedoch nur aus vier
verschiedenen Bausteinen (Nukleotiden)
zusammensetzen.
Die genetische Information läßt sich mit einer
Information vergleichen, die schriftlich durch das
sinnvolle Aneinanderreihen von Buchstaben
formuliert wird. Tatsächlich setzt sich der
genetische Code aus einem
Alphabet
zusammen, das zwar nur vier Buchstaben aufweist,
doch diese vier Buchstaben setzen sich in
vielfacher Kombination zu sinnvollen Sätzen
zusammen. Bei Bakterien hat die DNS einige
Millionen Bausteine, bei höheren Lebensformen viele
Milliarden und Billiarden. In einer Zelle gibt es
aber nicht nur die DNS, sondern z. B. auch noch die
Proteine, die Mitochondrien usw. Die
Schrift der DR-Nukleinsäure
hat
vier Buchstaben,
die
Protein-Schrift
hat
20.
Die Zellen teilen sich konstant. Das bedeutet
erstens, daß sich die gesamte milliardenfache
Erbinformation einer jeden Zelle identisch kopieren
muß. Und nicht nur das: Die Verdoppelung einer
Zelle bedeutet, daß auch der Kopierapparat sich
selbst kopiert!
Jede Zelle ist also wie ein Buchtext mit Milliarden
von Buchstaben. Wie groß ist nun die Möglichkeit,
daß durch einen blinden Eingriff die Buchstaben
vertauscht werden, so daß ein neuer, selbständiger
Text entsteht? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit,
daß Fehler erzeugt werden? Wie groß ist die
Wahrscheinlichkeit, daß nach der Veränderung ein
neuer Satz entsteht, der inhaltlich und
grammatikalisch richtig ist? Und wie groß ist die
Möglichkeit, daß aus dem Buchstabenvorrat des
Buches ein neues Buch entsteht? Noch viel geringer
als die Wahrscheinlichkeit, daß organische Materie
aus einer zufälligen Kombination von Atomen
entstand, und diese Wahrscheinlichkeit haben wir
bereits als absurde Unwahrscheinlichkeit
kennengelernt.
Die Genstruktur eines jeden Körpers enthält
zahllose, vielschichtige Informationen, genauso wie
der Text eines Buches. Die heute überall gelehrte
«Wahrheit» der Evolution besagt nun folgendes: Neue
Arten entstehen durch zufällige neue
Genkombinationen. Durch Mutationen, d.h. durch
zufällige Veränderungen in der Reihenfolge der
Gen-Buchstaben, entsteht ein neues Buch, und zwar
nicht nur ein Buch mit gleichem, sondern mit
größerem Umfang! Denn die Evolutionshypothese
behauptet, daß aus einfachen Formen kompliziertere
Formen entstanden seien.
Wenn die Genstruktur mit einem Mal verändert würde,
müßte ein Knorpelfisch plötzlich einen Knochenfisch
gebären, oder ein Amphibium ein Reptil, ein Reptil
ein Säugetier, eine Antilope eine Giraffe, usw.
Oder die Entwicklung geht unmerklich vonstatten:
Irgendwo entsteht aufgrund von UV-Strahlung,
genetischem Kopierfehler oder eines radioaktiven
Einflusses bei dem Vertreter einer Art eine
geringfügige Änderung in der Genstruktur, so daß –
in einem seltenen Ausnahmefall – eine kleine
Verbesserung der körperlichen Konstruktion
eintritt. Bei der Fortpflanzung wird sich diese nur
einmal vorhandene Verbesserung jedoch wieder
vermischen und verlieren, denn es ist unmöglich,
daß bei einem zweiten Vertreter derselben Art
dieselbe Verbesserung eingetreten ist und daß sich
diese beiden dann auch noch treffen und paaren. Und
selbst dann würde die Änderung verloren gehen, was
jeder Tierzüchter bestätigen kann. Hinzu kommt
noch, daß durch solche Veränderung nie neue Arten,
sondern nur neue Rassen entstehen!
Man kann also die materialistischen Thesen - vom
Urknall über die Biogenese bis zur
neodarwinistischen Evolutionstheorie – mit bestem
Willen drehen und wenden wie man will, sie sind und
bleiben Unsinn.
Dennoch wird dieses absurde, in jedem Gedankengang
unmögliche Szenario von intelligenten Menschen
weltweit geglaubt, und auf der Grundlage dieses
Weltbildes wurde eine neue menschliche Rasse
gezüchtet, die völlig gedankenlos handelt und das
Leben der Erde stört und immer mehr zerstört.
Jede weitere Diskussion über die
Evolutionshypothese erübrigt sich, weil ihr jede
glaubwürdige Grundlage fehlt. Die Fossilien als
stumme Zeugen der Vergangenheit bestätigen in
keiner Weise die Evolution, wie immer wieder
behauptet wird. Vielmehr lassen sie erkennen, daß
es nie Übergangsformen gegeben hat, sondern immer
nur selbständige Arten.
Alle anderen Kronzeugen der Evolution, wie
die
genetische
«Verwandtschaft»
von Menschen und Tieren, die Entwicklungsstufen des
Embryos oder der
Affenklammereffekt
von neugeborenen Menschen, sind Projektionen des
evolutionären Wunschdenkens auf Fakten, die ganz
andere Erklärungen haben können als die angebliche
Evolution.
Als Beispiel dafür, wie das Denkschema
Evolution
die Urteilskraft vereinnahmt, diene der
Affenklammereffekt.
10.
Der Affenklammereffekt bei neugeborenen
Menschen
Einer der meistgezogenen Trümpfe des Evolutionismus
ist der folgende: «Der Mensch stammt vom Affen ab,
und das beweist jedes neugeborene Kind. Gibt man
dem Neugeborenen einen Stab in die Hände, reagiert
es sofort mit einem Affenklammereffekt und hält
sich am Stab fest, und zwar so fest, daß – wenn man
den Stab hochhebt – das neugeborene Kind sich daran
festklammert und sein eigenes Körpergewicht hält –
eine Fähigkeit, die das Kind später verliert.»
Erstens einmal glauben sogar die Evolutionisten
schon lange nicht mehr, daß der Mensch vom Affen
abstammt. Der Ast der Affen und der Menschen habe
sich schon vor über zehn Millionen Jahren von einem
gemeinsamen Hauptstamm, dem der sogenannten
Primaten,
abgetrennt. Primaten seien die primitiven,
raubtierähnlichen Affen- und Menschenvorfahren
gewesen, und es ist nicht einmal sicher, ob diese
bereits in den Bäumen lebten. Wie soll der Mensch
also von diesen Primatenvorfahren einen
Affenklammerreflex
geerbt haben?
Artenabspaltung geschieht, laut Evolutionstheorie,
durch eine zufällige Mutation des Erbgutes, wodurch
der Konstruktionsplan des Körpers der Nachkommen
verändert wird. Wenn aus einem Primaten ein
«Mensch»
entsteht, dann bedeutet das, daß dessen Genstruktur
in eine neue Genstruktur umgewandelt wird, sonst
würde ja keine neue Art, sondern nur eine neue
Nebenrasse des entsprechenden Primaten entstehen.
Wie soll da im menschlichen Erbgut noch ein
Klammereffekt gespeichert sein?
Spuren von früheren Verbindungen mit tierischen
Lebensformen werden – gemäß vedischer Erklärung –
nicht in den Genen gespeichert, sondern im
feinstofflichen Körper (Unterbewußtsein). Weil der
Affe – und nicht der Primat – tatsächlich eine
mögliche letzte Tierform auf dem Weg der Seele zum
Menschenkörper darstellt, ist es nicht
verwunderlich, daß dieser für ein Affenbaby
überlebensnotwendige Reflex auch noch im
unterbewußten Programm des neugeborenen Menschen
vorhanden ist.
Beweist der Klammereffekt irgend etwas, dann nicht
die Evolution, sondern die Reinkarnation!
11.
Biblischer Kreationismus - die einzige
Alternative?
Der einzige laute Einspruch gegen die
Evolutionstheorie kommt aus dem Lager der
fundamentalistischen Religionen, insbesondere aus
dem Lager der Kreationisten. In Amerika ist diese
Bewegung sehr einflußreich, und sie führt einen
vehementen Kampf gegen alle andere Andersgläubigen,
denen sie mit dem «Teufel» und mit «ewiger Hölle»
droht. Es gibt bereits Kongreß- und
Parlamentsmitglieder, die sich zu diesem Glauben
bekennen.
Weil ich (der Autor) den religiösen Fanatismus für
eine noch größere Bedrohung der Menschheit halte
als den Materialismus, möchte ich das Thema des
Kreationismus («Schöpfungsglaube») kurz beleuchten
und ihn von der vedischen Genesis unterscheiden.
Mein Hauptanliegen ist es aufzuzeigen, daß der
Kreationismus nicht die einzige Alternative zum
Evolutionismus darstellt. Die vedische Offenbarung
ist nicht nur eine Alternative, sondern eine
Synthese, denn sie vermag logisch und
wissenschaftlich den göttlichen Ursprung von
Materie und Leben zu erklären. Sie spricht
ebenfalls von einer «Evolution»,
aber nicht von einer unsinnigen Evolutionstheorie,
die behauptet, Leben entstehe aus Materie. Vielmehr
zeigt sie, wie die Gesamtheit der Planeten und des
darauf bestehenden Lebens als universale,
organische Einheit einer zyklischen Evolution
unterliegt und sich multidimensional entwickelt.
In Amerika und immer mehr auch in Europa und den
anderen Kontinenten wird die Evolutionskritik auf
die Auseinandersetzung
Kreationisten gegen Evolutionisten
beschränkt. Wie bereits zu Beginn dieses Kapitels
erwähnt wird, ist dies ein guter Trick, um die
Aufmerksamkeit von den eigentlich wichtigen
Kritikpunkten abzulenken. Ein Veda-Lehrer argwöhnte
einmal (mir gegenüber in einem persönlichen
Gespräch), daß diese endlose Auseinandersetzung
wahrscheinlich bewußt inszeniert sei, damit die
gottgläubigen und die wissenschaftsgläubigen
Menschen nicht zusammenfinden, sondern sich
entzweien. Gleichzeitig wird die Bibel falsch
ausgelegt, und zwar auf eine solch lächerliche
Weise, daß dadurch jeder denkende Mensch ins Lager
der Evolutionsgläubigen gescheucht wird, denn im
Vergleich zum Kreationismus erscheint sogar der
Evolutionismus noch sinnvoller – sowohl logisch als
auch theologisch.
Weil die vedische Offenbarung ebenfalls – auf den
ersten Blick ähnlich wie der Kreationismus – von
einem Schöpfer, einer göttlich allmächtigen
Kraft/Person («Gott»,
im Sanskrit Vishnu bzw. Krishna) ausgeht, möchte
ich hier die beiden klar auseinanderhalten.
Die Analyse des Materialismus (Evolutionismus)
verhalf uns zu einem vertiefteren Verständnis von
dem, was «Leben»
nicht ist,
nämlich ein Produkt von Materie. Ebenso wird uns
die Analyse des Fundamentalismus (Kreationismus) zu
einem vertiefteren Verständnis von dem verhelfen,
was «Gott»
nicht ist,
nämlich ein willkürlicher Schöpfer.
Das Problem der Fundamentalisten besteht darin, daß
sie sich einzig und allein auf ihre eigenen
heiligen Schriften berufen (was an sich nicht
schlecht ist), was jedoch dazu führt, daß sie
aufgrund dieser fanatischen Einseitigkeit nicht
einmal ihre eigenen Schriften mehr richtig
verstehen. Sie isolieren ihre Schriften, indem sie
jede historische Wurzel der Schrift verleugnen und
andere heilige Schriften verteufeln.
Ein Beispiel hierfür sind die biblischen
Kreationisten. Für sie ist die Bibel die isolierte,
allereinzige Offenbarung Gottes in einem
historischen Vakuum. Doch wer sich nicht aus
fanatischer und unnötiger Angst solche Scheuklappen
aufsetzt, erkennt sogleich, daß zwischen allen
offenbarten Schriften Parallelen bestehen, was ja
auf nichts anderes hinweist, als daß sie alle aus
derselben Quelle stammen. Das wird besonders
deutlich bei dem biblischen Schöpfungsbericht
(Genesis) in den ersten zwei Kapiteln des 1. Buches
Mose.
Erstens einmal muß man sich klar vor Augen halten,
daß am Anfang der Bibel zwei Schöpfungsberichte
festgehalten sind. Der erste beschreibt die
Schöpfung des Universums mit allen Lebewesen und
den Menschen in
sieben
«Tagen»,
und der zweite beschreibt die Erschaffung von Adam
und Eva und die Geschichte vom Paradies. Daß hier
zwei verschiedene Berichte vorliegen, ist für die
meisten Theologen und auch für den unbefangenen
Leser offensichtlich. Für diejenigen, die andere
religiöse Schriften als nur die Bibel kennen,
werden sogleich auch die Parallelen sichtbar: Der
Bericht von Adam und Eva und deren Nachkommenschaft
bis hin zu Noah findet sich auch in sumerischen
Quellen – dort sogar älter und ausführlicher. Der
Schöpfungsbericht der
sieben
«Tage»
hingegen findet sich in den vedischen Quellen, und
zwar ebenfalls viel ausführlicher (was nicht
schwierig ist, denn in der Bibel umfaßt dieser
Schöpfungsbericht nur 31 Verse). Der Streit um die
Interpretation der
sieben
«Tage»
entbrennt immer um die Frage, ob der Ausdruck
wörtlich oder symbolisch gemeint sei. Dabei begehen
beide Gegner denselben Fehler: Sie projizieren das
Paradigma der linearen Zeit auf die Schöpfung.
Dabei impliziert die Beschreibung von
sieben
«Tagen»
bereits einen abgestuften Schöpfungszyklus oder
eine Schöpfungs spirale. Die vedische Beschreibung
von den sieben Schöpfungen ist in den
Purana-Schriften ein häufiges Thema. Aus diesen
detaillierten Offenbarungen geht hervor, daß es
hier nicht um einen linearen oder chronologischen
Schöpfungsablauf geht, sondern um Schöpfungs ebenen
. Die Schöpfung ist kein einmaliger, sondern ein
konstanter Vorgang! Immer wieder entstehen und
vergehen geschaffene Formen und gehen von der einen
in die andere Dimension über, von denen es – grob
unterteilt – sieben gibt. Sie entstehen
nacheinander, indem aus den höheren (subtilen oder
geistigen) sukzessive die niedrigeren (manifesten
oder verdichteten) Dimensionen hervorgehen.
Das
Nacheinander
ist jedoch keine lineare Chronologie, weil die
Dimensionen in ihrem siebten Zustand allesamt
bestehenbleiben und durch einen konstanten
Schöpfungsfluß verbunden sind.
Im Westen wurde diese Parallele zum ersten Mal von
der Theosophin H. P. Blavatsky hervorgehoben:
«Die
sieben Schöpfungen finden sich fast in einem jeden
Purana. … In der Bibel sind die sieben Perioden zu
sechs Schöpfungstagen und dem siebenten, dem
Ruhetage, zusammengeschrumpft, und die Westlichen
hängen am Buchstaben. Wenn, in der indischen
Philosophie, der wirkende Schöpfer die Welt der
Götter, die Keime aller undifferenzierten Elemente
und die Anfänge der künftigen Sinne hervorgebracht
hat – kurz gesagt, die Welt der Dinge an sich –, so
bleibt das Weltall durch einen Tag des Brahma oder
eine Periode von 4.320.000.000 Jahren unverändert.
Dies ist die siebente passive Periode, oder der
‹Sabbath› der östlichen Philosophie …»
Im ersten Schöpfungsbericht der Bibel heißt es,
Gott habe am sechsten «Tag»
den Menschen erschaffen. Durch eine Vermischung der
beiden Schöpfungsberichte kommen die Kreationisten
zum Schluß, Gott habe am sechsten Tag Adam und Eva
erschaffen. Auf der Grundlage dieses doppelten
Fehlgriffes (Vermischung und lineare
Zeitprojektion) berechnen sie nun das Datum der
Schöpfung, denn die Nachkommen von Adam und Eva
sind genau aufgelistet, mit Namen und Lebenslänge.
So kommen sie darauf, Gott habe die Schöpfung ein
paar Jahrtausende vor Christus vorgenommen. Sie
beharren darauf, daß mit dem Wort
«Tag»
irdische 24-Stunden-Tage gemeint seien, obwohl die
Sonne erst am vierten Tag erschaffen wurde, die
Erde aber schon am ersten und die Pflanzen und
Bäume am dritten, noch vor der Sonne! Die
kreationistische Erklärung lautet hier, ein
«Tag»
sei nicht unbedingt von der Sonne abhängig. Gott
habe während der ersten drei Tage einfach eine
andere Lichtquelle in den Himmel gehängt oder
vielleicht sogar selbst geleuchtet.
Jedes archäologische Argument wird wie folgt
beendet: «Gott hat vor sechstausend (andere sagen:
achttausend) Jahren das Universum und die Welt
erschaffen, mitsamt den Fossilien und dem alten
Gestein!» Mit anderen Worten, alle, die nicht der
Bibel bzw. der kreationistischen Interpretation der
Bibel blind glauben, werden vom lieben Gott
persönlich reingelegt. Der liebe Gott schichtet
extra verschiedenste Gesteins- und
Sedimentschichten übereinander und streut ein paar
versteinerte Knochen dazwischen, damit alle
Ungläubigen irregeführt werden und ewig in die
Hölle kommen.
Aus vedischer Sicht ist die Evolutionstheorie eine
materialistische Halbwahrheit, der Kreationismus
jedoch eine pseudoreligiöse Verfälschung der
Wahrheit.
Diese Ausführungen zeigen auf, daß heute nicht nur
in den Wüstenländern ein religiöser Fanatismus
ausgebrütet wird, sondern auch in den
Industrieländern. Das erste Symptom des Fanatismus
macht sich daran erkennbar, daß alle anderen
Religionen und Gottesoffenbarungen verfälscht
dargestellt werden, um sie unglaubwürdig zu machen.
So schreibt z. B. der holländische Biologe und
Kreatonist Dr. W. Ouweneel:
«Zur
Zeit Moses glaubten die Hindus, die Erde werde auf
dem Rücken von Elephanten getragen, die auf einer
großen Schildkröte ständen, welche in einem
Weltmeer umherschwämme. Die Bibel kennt nichts von
solch einem Unsinn. … Eine solche Vorstellung
verrät ihren primitiven heidnischen Ursprung « doch
diese Art Unsinnigkeiten fehlen in der Bibel
vollständig.»
Immer wieder wird im «Namen
von Gott»
versucht, Gott zum Schweigen zu bringen. Mit ihrem
Absolutheitsanspruch sprechen die Fundamentalisten
Gott das Recht ab, sich verschiedenen Menschen
verschieden zu offenbaren. Sonst müßten sie sich
nämlich eingestehen, daß ihre offenbarten Texte
nicht die einzigen und wahrscheinlich auch nicht
die höchsten Offenbarungen enthalten.
Und genau das ist der Fall: Gott spricht mit
System, nicht mit Schablone. Er will alle Geschöpfe
(nicht nur jene der Erde, sondern aller Planeten
und aller Universen) zum höchsten Ziel führen und
offenbart deshalb die gesamte Treppe mit allen
Stufen bis hin zum Ziel.
Der unantastbare Glaube der fundamentalistischen
Gläubigen entspringt der fundamentalen Angst davor,
sich entwickeln und noch etwas Zusätzliches lernen
zu müssen. Deshalb projizieren sie ihre Ängste auf
Feindbilder und liebäugeln sogar sehnsüchtig mit
der Inquisition (Todesstrafe für Andersdenkende!):
«Als
er [Galilei] 1633 durch die Inquisition verurteilt
wurde, geschah das mindestens ebensosehr wegen
seines satirischen und streitlüsternen Vorgehens
wie wegen seiner eigentlichen Lehre. Würde man
heute nicht ebenfalls einen Wissenschaftler
ablehnen, der alle, die nicht mit ihm einig sind,
‹intellektuelle Zwerge› und ‹dumme Idioten› nennt?
Kann man sich nicht denken, daß die Inquisition –
wie viele Fehler sie auch gemacht haben mag - solch
einen Menschen etwas leisere Töne anschlagen ließ
…?»
Diese zynische Scheinheiligkeit ist nicht etwa ein
verirrter Einzelfall. Der deutsche Informatiker und
Kreationist Dr. W. Gitt schreibt: «Jeder einzelne
muß sich aufmachen und in Bekehrung (Apg 3,19) und
Wiedergeburt (Joh 3,3) das Heil empfangen.» Der
Evangelist Wilhelm Pahls sagte darum einmal sehr
treffend: «Wer nicht zweimalgeboren ist, dem wäre
es besser, er wäre nie geboren. [!]» Ein
«Heide»
wäre also besser gar nie geboren worden! (Warum
läßt «Gott»
dann überhaupt die Geburt von «Heiden»
zu?) Durch Gottes Fügung rutschen solchen Menschen
manchmal ihre faschistisch-pseudoreligiösen
Geheimnisse raus, so daß jeder hören kann, woher
sie kommen und wohin sie führen. Wer Ohren hat, der
höre!
Im vorliegenden Kapitel wies ich
im Namen von Gott
auf die fatalen Mängel der Evolutionstheorie hin;
deshalb wollte ich mit noch größerem Nachdruck auf
die bedenklichen und bedrohlichen Untertöne des
pseudo-religiösen Fanatismus hinweisen und mich
klar davon distanzieren.
Genauso wie Fanatismus und Dogmatismus keine
Alternativen sein können, können auch der
Materialismus und Evolutionismus keine Alternativen
sein. Die Menschen sind heute aufgefordert, nicht
gleichgültig zu sein und sich auch nicht mit
Halbwahrheiten zufriedenzugeben. Notwendig ist eine
echte Wissenschaft und eine echte Religion, das
heißt eine religiöse Wissenschaft und eine
wissenschaftliche Religion.
4. Vedische Kosmogonie
1. Kosmogonie jenseits von Darwinismus und Kreationismus
2. Quantenphysik: Ansätze zu einem neuen Realitätsverständnis
3. Die vedische Genesis
4. Zusammenfassung
Vedische Kosmogonie
Eine
wissenschaftliche Genesis-Beschreibung aus
altindischen Quellen
Die Kritikpunkte an der materialistischen
Evolutionstheorie (Darwinismus) und an der
bibelfundamentalistischen Schöpfungstheorie
(Kreationismus) zeigen, daß eine befriedigende
Erklärung sowohl über den Darwinismus als auch den
Kreationismus hinausgehen muß, ohne dabei jedoch
die Wahrheitsanteile beider Seiten zu verlieren
oder vorschnell über Bord zu werfen. Damit suchen
wir nichts anderes als das Urwissen der Menschheit,
so wie die Menschen es wahrnahmen, bevor es durch
materialistische und «religiöse» Ideologien
verfälscht wurde.
Heute haben wir die Möglichkeit, dieses Urwissen
nicht nur mythisch, sondern auch logisch zu
erkennen und
mytho-logisch
auszudeuten. Das ist die besondere Herausforderung
an den modernen Menschen:
mythos
(übersinnliche Wahrnehmung) und
logos
(sinnlich-empirische Forschung) nicht zu trennen,
sondern wieder, wie es ursprünglich war, als
Einheit zu sehen und zu vereinen. Dann ist der
Mensch nicht mehr nur logisch, sondern «mehr» als
logisch:
mytho-logisch
(in der Verbindung von
mythos
und
logos).
Ein konkretes Beispiel hierfür ist die Kosmologie,
die Lehre vom Ursprung und Aufbau des Kosmos. Wer
den Kosmos nur «logisch» betrachtet, bekommt ein
einseitiges Bild, das beschränkt ist durch die
empirische Sinneswahrnehmung und meistens auch
durch ein materialistisches Weltbild. Durch die
Verbindung von
logos
und
mythos
wird
Kosmologie
zu
Kosmogonie,
zu einer
mytho-logischen Lehre
vom Ursprung und der Entstehung des Kosmos
(grch.
kosmos
und
gonos,
«Geburt»).
Kosmogonie ist eine ganzheitliche Kosmologie, die
sowohl die Materie als auch den Geist in Betracht
zieht, denn beides sind grundlegende Faktoren des
Universums, das in seiner Gesamtheit ein
multidimensionaler Kosmos ist und durch die
kosmogonische Sicht auch als solcher wahrgenommen
wird.
Eine für den modernen wissenschaftlichen Geist
besonders erstaunliche Kosmogonie findet sich im
altindischen (vedischen) Kulturkreis, dessen
Wurzeln weit in die Zeit vor Christus
zurückreichen. Diese Kosmogonie, die
vedische Genesis,
ist uns durch das altindische Schrifttum, verfaßt
in der Sanskrit-Sprache, umfangreich und in
zahlreichen heiligen Schriften in vielfacher
Formulierung überliefert.
1.
Kosmogonie jenseits von Darwinismus und
Kreationismus
Der
Darwinismus und auch der Kreationismus enthalten
wichtige Elemente, die zum Urwissen der Menschheit
hinführen können oder sogar zu diesem Urwissen
gehören. Leider sind diese Elemente durch die
inhaltliche und historische Gegensätzlichkeit
weitgehend verwischt worden, und die
Absolutheitsansprüche der kreationistischen wie
auch der darwinistischen Seite haben reelle
Durchbrüche in neue Dimensionen der Wahrnehmung und
der Erkenntnis bisher unmöglich gemacht.
Für
Jahrhunderte hat das Christentum alle
Andersgläubigen oder «Falschgläubigen» blutig
verfolgt. Daher war es erforderlich, daß dieser
bibelfundamentalistische Bann gebrochen wurde, und
dies geschah durch die Renaissance, die Aufklärung
und die wissenschaftliche Revolution. Durch den
Darwinismus wurde der Blick des Menschen für neue
Perspektiven geöffnet, und man durfte wieder wagen,
mutig über die religionsdogmatischen Grenzen
hinauszudenken. Daß die Menschheit dabei in das
andere Extrem – in den atheistischen Materialismus
– gezogen wurde, liegt in der Natur der Sache, denn
das eine Extrem fordert immer ein anderes Extrem
heraus. Deshalb sollte man sich heute auch nicht
auf den Darwinismus beschränken, sondern die neue
Freiheit verwenden, um noch umfassendere
Erkenntnisse zu finden.
Der
Kreationismus wiederum liefert die beste Kritik der
darwinistischen und neodarwinistischen Theorien und
weist deutlich darauf hin, daß Schöpfung nicht ohne
ein höheres Bewußtsein, nicht ohne eine höhere
Quelle von «Information», möglich ist, und diese
Quelle von Information ist letztlich Gott in
einem
persönlichen
bzw.
individuellen Sinn.
2.
Quantenphysik: Ansätze zu einem neuen
Realitätsverständnis
«Wenn
wir jedoch eine vollständige Theorie entdecken,
dürfte sie nach einer gewissen Zeit in ihren
Grundzügen für jedermann verständlich sein, nicht
nur für eine Handvoll Spezialisten. Dann werden wir
uns alle – Philosophen, Naturwissenschaftler und
Laien – mit der Frage auseinandersetzen können,
warum es uns und das Universum gibt. Wenn wir die
Antwort auf diese Frage fänden, wäre das der
endgültige Triumph der menschlichen Vernunft – denn
dann würden wir den Plan Gottes
kennen.»
— Prof. Stephen W. Hawking, einer der führenden
Physiker und Kosmologen der Gegenwart (Schlußworte
in seinem Buch:
Eine kurze Geschichte der Zeit – Die Suche nach der
Urkraft des Universums,
S. 218)
Das Erkennen der spirituellen Realität jenseits der
materiellen Dualität eröffnet uns eine neue Sicht
auf die Welt, in der wir leben. Diese Sicht geht
weit über das Weltbild der materialistischen
Wissenschaft hinaus, sogar über jenes der modernen
Quantenphysik. Diese hat zwar erkannt, daß es in
Wirklichkeit gar keine «Materie
an sich»
gibt, sondern daß Materie «Energie»
ist, die auf ihrer gesamten Bandbreite – vom
Universum bis in die nuklearen Strukturen –
holographisch strukturiert und verkoppelt ist. Das
ist eine wichtige und richtige Erkenntnis, nur
sollte man hier nicht aufhören, denn Realität ist
weit mehr als nur die «Einheit
der Materie».
Ansonsten müßte man meinen – so wie das auch viele
Quantenphysiker tun –, daß Materie und Bewußtsein
letztlich dasselbe seien, nämlich
«Energie»;
Bewußtsein sei nur eine «quantenmechanische»
Sonderform der organischen Materie. Wenn man in
dieses undifferenzierte, modern-materialistische
Weltbild fällt, verpaßt man den Schlüssel zur
Erkenntnis von dem, was Leben und Bewußtsein
wirklich sind. Denn die weiterführende Frage müßte
lauten: «Was
ist Energie?»
Ohne diese Frage beantwortet zu haben, kann man
nicht einmal wissen, was Materie ist, ganz zu
schweigen davon, was Bewußtsein und was Leben ist.
Genauso
wie «Licht» die Realität jenseits von Schatten und
Dunkelheit ist, so ist «Individualität» (die
Individualität Gottes und all seiner Teile) die
Realität, von der jegliche Materiebildung und
Materieumformung abhängig ist, angefangen von der
kosmischen Materie-Einheit («Universum») bis hin zu
den einzelnen Planeten mit allem, was auf ihnen
sichtbar und unsichtbar vorhanden ist. Materie als
ein durch Raum und Zeit begrenzter Ausdruck des
unbegrenzten Bewußt-Seins ist multidimensional
existent, nicht nur dreidimensional, wie das die
«logischen» Wissenschaftler unserer Erde meinen.
Leben und Bewußtsein sind spirituell (= raum- und
zeitlos präsent), und nur aus diesem Urgrund heraus
entsteht Materie. Letztlich entsteht alles – direkt
oder indirekt – aus dem absoluten Urgrund, der
absoluten Individualität, von der die Dualität der
Schatten ist. Alles ist Leben und Bewußtsein
(«Energie»), aber nicht alles ist Materie!
Eine
«vollständige
Theorie»,
wie sie auch Stephen Hawking im obigen Zitat
herbeisehnt, muß also von der Realität der
Individualität von Bewußtsein und Energie ausgehen.
Der Darwinismus und der Kreationismus genügen
diesen Ansprüchen nicht. Wie dargelegt, handelt es
sich hier um zwei entgegengesetzte Extreme, die
viele Fragen offenlassen.
3.
Die vedische Genesis
Das
erste Kapitel der biblischen Genesis ist nicht die
einzige göttliche Quelle, die uns den
Schöpfungsvorgang näherbringt. Wie bereits erwähnt,
enthalten die altindischen Sanskritschriften eine
umfassende Kosmogonie-Offenbarung, insbesondere die
Puranas, «die
uralten Schriften»
(das Sanskrit-Adjektiv
purana
bedeutet «alt;
auf die urersten Zeiten
zurückgehend»),
die sich aus 18 Haupt-Puranas zusammensetzen, die
alle für sich selbst bereits kleinere oder größere
«Bibeln»
sind (grch.
biblion,
«Buch»,
benannt nach dem phönikischen Hafen Byblos, woher
der Papyrus kam; die indischen Schriften wurden
jedoch nicht auf Papyrus, sondern auf Palmblätter
geschrieben). Jede dieser Purana-Schriften enthält
auch eine Genesis-Beschreibung, die in ihrer
analytischen und mystischen Gesamtschau ein
einheitliches Bild der
Genesis
(grch. «Schöpfung,
Erzeugung, Ursprung»)
vermitteln, wobei «Schöpfung»
für den menschlichen Verstand letztlich immer
unverständlich bleibt. Deshalb beleuchtet die
vedische Genesis dieses eigentlich unverständliche
Phänomen aus verschiedensten Winkeln und auf
unterschiedlichsten Ebenen, des öfteren auch mit
dem Mittel der theologischen Paradoxie.
Alle
Puranas enthalten Kapitel, die in einer
mytho-logischen Sprache die Schöpfung und die
höherdimensionale Herkunft der Menschheit
beschreiben. Es wird vielfach betont, daß es eine
primäre und eine sekundäre Schöpfung gibt. Die
primäre Schöpfung, im Sanskrit
sarga
genannt, ist die Urschöpfung, die Gott, die
absolute Individualität – im Sanskrit
Vishnu,
der «Allgegenwärtige»,
genannt –, vollzieht. Vishnu ist der allumfassende
Quell der spirituellen und der materiellen Energie,
und nur durch das Medium Vishnus, des Absoluten,
kann das Spirituelle durch einen parallelen
Quantensprung («Ur-sprung»)
etwas Materielles hervorbringen. In einem ewigen
Rhythmus «atmet» Vishnu zahllose Universen aus und
ein und aus, usw. Wenn es in der Bibel heißt, daß
Gott dem Adam Leben einatmet bzw. einhaucht, ist
dies eine entfernte Erinnerung an das göttliche
«Atmen» in der primären Schöpfung, ohne das keine
materielle Formbildung möglich wäre, weder auf
universaler noch auf galaktischer und planetarer
Ebene.
Die
sekundäre Schöpfung,
visarga,
ist die Schöpfung innerhalb der einzelnen
Universen, d. h. die Entfaltung der verschiedenen
Dimensionsebenen und Lebenswelten aus der
«impliziten Ordnung» (mahat-tattva,
«die
große Ordnung»).
Einfach ausgedrückt, bedeutet
visarga
die
Erschaffung von Himmel und Erde,
wobei «Himmel» – wie auch in der biblischen Genesis
– als ein Pluralbegriff zu verstehen ist: «Beim
Beginn schuf Elohim die Himmel und die Erde.» Diese
Erschaffung geschieht durch den kosmischen
Schöpfer, genannt
Brahmā
(wörtl. der «Entfalter»).
Brahmā ist der
erste in die Materie eingegangene «Sohn»
Gottes
(Vishnus). Er ist das erste und höchste Lichtwesen
des Universums, und es ist Brahmā, der sagt:
«Es
werde Licht!»
Denn innerhalb des «potentiellen Universums»
(brahma-anda,
«Brahmā-Ei»)
ist tatsächlich «Finsternis» der ursprüngliche
Zustand (anda
heißt im Sanskrit auch «Dunkelheit,
Finsternis»).
Erst durch das göttliche Medium des Brahmā gelangt
aus dem spirituellen Urgrund (brahman)
Licht in die Dunkelheit.
An
dieser Stelle der vedischen Genesis findet sich
eine erstaunliche Parallele zum Sieben-Tage-Bericht
der biblischen Genesis, allerdings in einer viel
ausführlicheren und weniger mißverständlichen Form.
Es wird nämlich beschrieben, wie Brahmā die
kosmische Schöpfung in sieben Schritten
hervorbringt, wodurch die sieben Dimensionsebenen
des Kosmos entstehen. Gleichzeitig mit diesen
Schritten entstehen die verschiedenen geistigen
Urformen aller Lebensformen. Mit der Vollendung des
siebten Schrittes sind alle Lebensformen bis
hinunter in die physikalisch verdichtete Ebene
der
Erde*
geschaffen, so daß sie sich alle nun selbst
fortpflanzen können. Direkte Schöpfungsakte sind ab
hier nicht mehr erforderlich. Brahmā ruht …
«So
entstanden Himmel und Erde mit allem, was lebt. Am
siebten Tag hatte Gott sein Schöpfungswerk
vollendet und ruhte von all seinem Werk.»
(Gen 2,1-2)
Zu
diesen alten Quellen sind in der Zwischenzeit in
Ost und West viele Neuoffenbarungen hinzugekommen,
die weitere Aspekte des Schöpfungsmysteriums
aufzeigen, eines Mysteriums, das letztlich niemand
vollständig verstehen kann außer Gott selbst. All
diese Schöpfungsbeschreibungen sind nur Modelle,
die dem Menschen helfen sollen, das Unverständliche
zu verstehen. Wenn nun die Vertreter der
verschiedenen Genesis-Versionen beginnen, sich
gegenseitig zu bekämpfen, ist dies ein weiterer
Sündenfall, denn dadurch hat man sich dem
dia-bolischen («spaltenden») Geist geöffnet. Die
verschiedenen Genesis-Offenbarungen weisen alle auf
dieselbe absolute Wahrheit hin, nämlich auf die
«allbewußte
Individualität»
jenseits der materiellen Dualität, für die es viele
Namen gibt (Gott, Eloah, Vishnu, Krishna, Yhwh,
usw.) und von der wir allesamt «Teile»
(«Kinder»)
sind.
Diejenigen,
die ihre eigene und Gottes Individualität erkannt
haben, sind in der Lage, tatsächlich kompromißlos
zu sein. Vor allem machen sie keine Kompromisse mit
dem dia-bolischen Geist, indem sie sich auf eine
einzige Schrift oder Interpretation beschränken
lassen. Denn wie Jesus sagte (Joh 8,32): «Dann
werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit
macht euch frei?»
*
Wenn die Menschen von der Erde durch die
verschiedenen Dimensionen hochschauen, endet (aus
dieser Perspektive) die kosmische Hierarchie mit
der siebten Stufe, mit «Brahmās
Himmel»,
der in mystischer Schau als reine Lichtwelt
wahrgenommen wird, als die Welt der ungebrochenen
Polarität, wo es noch keine Dualität gibt. Sogar in
unserer Sprache hat sich diese Weltsicht erhalten,
denn der «siebte Himmel» ist ein Ausdruck für die
höchste Seligkeit, die man sich vorstellen kann:
«sich fühlen wie im siebten Himmel».
zurück
-
Die Wissenschaft hat mittlerweile erkannt, daß
die Materie keine statische oder mechanische
Substanz ist, sondern eine Energie, die sich in
einem konstanten Wandel befindet. (Den Atomen
stößt konstant etwas zu!) Aber was ist Energie?
Obwohl die Quantenphysik das Fenster in
metaphysische Zusammenhänge öffnet, indem sie
z.B. den holographischen Aufbau der Materie
erkannt hat, kann sie auch materialistisch
ausgedeutet werden. Leben und Bewußtsein sind
dann nicht mehr bloß mechanische, sondern einfach
quantenmechanische Funktionen der organischen
Materie.
-
Die materialistische Evolutionstheorie behauptet,
die ersten Lebewesen seien aus anorganischer
Materie entstanden, dann seien aus diesen ersten
Lebewesen (Bakterien und Einzeller) durch
zufällige Mutationen die höheren Lebensformen -
Pflanzen und Tiere und letztlich der Mensch –
hervorgegangen. Gemäß dieser Ansicht ist der
Mensch ein evolviertes Tier und ein Produkt
seines (zufällig entwickelten) größeren Gehirns.
-
Sind die Phänomene des Lebens (Wahrnehmung,
Bewußtsein, Verstandeskraft) tatsächlich nur
Effekte der organischen Materie? Entwickelt die
organische Materie ab einem bestimmten Grad von
Komplexität ein Bewußtsein? Kann die Materie sich
selbst wahrnehmen?
-
Ein Schatten kann nie sein wahres eigenes Wesen
und erst recht nicht seinen Ursprung erkennen.
Ebenso kann ein auf die Materie begrenzter Blick
nie das wahre Wesen und den Hintergrund der
Materie erkennen.
-
Licht ist nie ein Produkt von Dunkelheit. Genauso
ist auch Bewußtsein nicht das Produkt einer sich
selbst organisierenden Materie, wie die
materialistische Evolutionstheorie behauptet. Es
wurde z. B. schon längst berechnet, daß nur schon
das einmalige Entstehen einer lebensfähigen Zelle
(was noch nicht lebendig bedeutet!) aus zufällig
entstandenen Fragmenten organischer Materie
praktisch unmöglich ist. Daß diese
Materiekombination nicht nur einmal, sondern
vielfach zustande gekommen ist, ist nur schon
gemäß Wahrscheinlichkeitsrechnung absolut
unmöglich.
-
Der verhängnisvolle Fehler des Materialismus ist
die Gleichsetzung «organischer
Körper = Lebewesen».
Diese besagt auch, Individualität sei ein Produkt
von Materie. Individualität ist für die
«erleuchteten» Materialisten und Monisten also
nur ein vergängliches, zufälliges Nebenprodukt
einer abstrakten Energie. Diese Energie (genannt
«Universum», «Totalität der Materie», «Einheit»,
«Quantenpotential» usw.) gilt dann als das
Höchste und Ursprüngliche, und die «Realität» ist
aus dieser Sicht nichts anderes als das sinnlose,
gottlose und erbarmungslose Wirken der
«neutralen» und bewußtlosen kosmischen Energie.
-
Die radikale Konsequenz des Materialismus, der
sich selbst lieber «wissenschaftlicher
Naturalismus» nennt, muß in einem
geistesgeschichtlichen Zusammenhang gesehen
werden und wird aus dieser Perspektive auch
verständlich. Denn diese Entwicklung entstand im
19. Jahrhundert als Gegenbewegung zur
kirchlich-dogmatischen Doktrin. Obwohl der
Materialismus genauso verhängnisvoll war wie der
Dogmatismus, wurde durch diese Entwicklung eine
gewisse geistige Freiheit erkämpft, die es
erlaubte, den geistigen Horizont zu erweitern.
-
Der biblische Kreationismus erweckt den Eindruck,
die einzige Alternative zum Darwinismus sei der
Glaube an die Sieben-Tage-Schöpfung und an Adam
und Eva. Dadurch werden viele Menschen von jeder
Evolutionskritik abgeschreckt, und den
Verfechtern des Darwinismus fällt es leicht,
anhand des Young-Earth-Kreationismus jegliche
Evolutionskritik lächerlich zu machen und die
eigentlich relevanten Argumente auszublenden. Die
Kreationisten sind also indirekt sehr hilfreiche
Unterstützer des Materialismus, was nicht
wirklich überrascht, denn im Kampf der Extreme –
des Zuviels und des Zuwenigs – vertreten beide
Lager immer nur halbe Wahrheiten.
-
Der Kreationismus bewahrte das Gedächtnis an die
Sintflut: Das tektonische Erscheinungsbild der
Erde ist nicht allmählich über Jahrmillionen
entstanden, wie der darwinistisch geprägte
Gradualismus und Aktualismus behauptet.
Sporadisch auftretende Megakatastrophen, die
ansonsten nicht feststellbare Kräfte der Natur
freisetzen, gestalten das Oberflächenbild der
Erde jeweils so grundlegend um, daß eine neue
«Welt» entsteht, wie die indianische
Überlieferung es nennt. Der Übergang in unsere
gegenwärtige «vierte Welt» muß so umwälzend
gewesen sein, daß einige meinen, diese neue Welt
sei vor 7000 Jahren aus dem «Nichts» entstanden.
-
Alle Kulturen und Traditionen verfügen über
spirituelle Einsichten und Offenbarungen. Das
angeführte Beispiel der vedischen Genesis hilft,
auch die biblische Genesis besser zu verstehen.
Diese beschreibt, gemäß eigener Angabe (durch den
Auftakt mit dem zweifachen B = 2), die sekundäre
Schöpfung, denn nur auf dieser Ebene herrscht
ursprünglich Finsternis, wenn man sie von der
materiellen Seite her betrachtet. Das
Schöpfungswort «Es werde Licht!» erschafft nicht
etwa Licht aus der Finsternis, sondern bringt
Licht aus dem göttlichen Urgrund (brahman) in die
Materie hinein. Dies ist das Schöpfungswerk von
Brahmā, des ersten in der Materie «geborenen»
Wesens. (Gemäß der vedischen Genesis ist das
erste Lebewesen in der Materie also nicht eine
Bakterie, sondern Brahmā!)
- Individualität steht über der Materie und formt sie. Hinter jeder materiellen Schöpfung steht Individualität (= Bewußtsein, Wille und Ziel). Individualität als spirituelle Realität ist ewig, sowohl im Absoluten als auch im Relativen. Die Schöpfung der materiellen Welt geschieht durch das Zusammenwirken der absoluten und relativen Individualität, d. h. durch ein göttlich inspiriertes und gelenktes Schöpfungskollektiv. Im ersten Kapitel der biblischen Genesis wird dies durch den Pluralbegriff Elohim zum Ausdruck gebracht. Die Episode mit dem Garten Eden inmitten der unwirtlichen Erde bezieht sich – mit einer vielschichtigen Symbolik – auf eine spätere Schöpfungsphase, in der es bereits gefallene Elohim gab. Die «Schlange» und «der Herr», der später im Zorn die eigene Schöpfung mitsamt aller Menschen und Tiere wieder zerstören will, können monotheistisch und gleichzeitig auch «mythisch» interpretiert werden.
5. Involution in den vedischen Beschreibungen
1. Zeugnisse der vedischen Kultur
2. Die Relativität der Zeit
3. Ursprung und Aufbau des Universums
4. Die universale «Gen-Verwandtschaft»
5. Die Menschheit stammt aus höheren Dimensionen
6. Schöpfung aus Gedankenkraft
7. Die vierzehn Dimensionsebenen im Universum
8. Höherdimensionale Wesen = göttliche Wesen?
9. Die Lichtwelten
10. Die dunklen Mächte im Universum
Involution in den vedischen Beschreibungen
Ältestes
Wissen und neuste Erkenntnisse: ein Kreis schließt
sich
– Grundlage zu einem
Bewußtseins-Quantensprung
Das Thema der Involution geht über die
herkömmlichen naturwissenschaftlichen Ansichten
hinaus und erfordert ein neues, multidimensionales
Weltbild, in dem auch die «paranormalen» Aspekte
der materiellen Realität Platz haben, wie höhere
Dimensionsebenen, mind over matter, Astralenergien
und Reinkarnation. Es ist erstaunlich, daß gerade
die ältesten Hochkulturen über ein Wissen
verfügten, das diesen Ansprüchen genügt und das
deshalb erst heute wieder entdeckt wird.
In diesem Artikel soll die vedische Genesis, die im
vorherigen Artikel kurz zusammengefaßt wurde,
weiter ausformuliert werden.
1.
Zeugnisse der vedischen Kultur
«Bei
der kritischen Betrachtung jedes altindischen
Geisteserzeugnisses wird man wie in einer
Spirallinie gegen ein unerschwinglich hohes
Altertum hinaufgewunden. … Erscheinungen, die in
der ganzen Geschichte des menschlichen Geistes
unvergleichbar bleiben.»
Dies
schrieb vor 170 Jahren August Wilhelm von Schlegel,
der Begründer der Indologie in Deutschland und ein
Sprachgenie (er beherrschte über zehn Sprachen auf
dem Niveau eines Übersetzers).
Es gibt keine Kultur, die eine derart reiche Fülle
an Schriften hinterlassen hat wie die altindische.
Das liegt daran, daß diese Kultur nie wirklich
untergegangen ist wie die sumerische oder
ägyptische, sondern bis heute in Form einer
spirituellen Tradition am Leben blieb. Aus diesem
Grund sind viele der indischen Schriftzeugnisse
relativ jung, denn sie bestehen nicht aus
Tontafeln, sondern aus Palmblättern, die im Lauf
der Jahrhunderte und Jahrtausende immer wieder neu
abgeschrieben werden mußten. Obwohl die ältesten
Palmblätter, die wir heute noch besitzen, höchstens
eintausend oder zweitausend Jahre alt sind, ist es
offensichtlich, daß die darin übermittelten
Informationen auf viel ältere Quellen zurückgehen.
Der größte Teil dieser Schriften, niedergeschrieben
in der hochkomplizierten Sanskritsprache, befaßt
sich mit geistigen und religiösen Themen
(Selbstverwirklichung, Gotteserkenntnis), was
bereits einen wichtigen Hinweis auf die Prioritäten
dieser Kultur darstellt. Quer durch diese Schriften
hindurch, und insbesondere in den spezifischen
Abhandlungen, findet man aber auch viele konkrete
wissenschaftliche Informationen.
In der letzten Zeit sind vor allem die Lehren
des
Ayur-Veda
berühmt geworden (jene Teile der vedischen
Schriften, die sich mit Medizin und der Erhaltung
der Gesundheit befassen). Weniger bekannt sind jene
Teile, die sich mit dem Aufbau des Universums und
mit Sankhya, einer Art multidimensionalen Physik,
befassen. Die Purana-Kosmogonie enthält
Informationen über die Entstehung des Universums,
die erst im 20. Jahrhundert wieder herausgefunden
wurden, zu einem großen Teil aber noch unentdeckt
sind oder bestritten bzw. verheimlicht werden, vor
allem die Realität von «PSI-Kräften» und
höherdimensionalen Welten.
In mytho-logischen Formulierungen und Bildern
vermittelt die vedische Genesis viele
Informationen, die mittlerweile auch von der
modernen Wissenschaft erkannt wurden, zum Beispiel:
daß der Raum in sich gekrümmt ist, daß Materie eine
Form von sich ständig wandelnder Energie ist, daß
Raum und Zeit relativ sind, daß das Universum seit
Jahrmilliarden existiert, daß das Universum durch
eine Ausdehnung einer samenförmigen Urmaterie
entstanden ist, daß die Erde 4 bis 6 Milliarden
Jahre alt ist und eine glühende Phase hinter sich
hat. Des weiteren wird gesagt, daß die Sonne heute
etwa die Hälfte ihrer Lebensdauer hinter sich hat
und in zwei Milliarden Jahren einhundert Mal größer
sein wird als heute, bevor sie erlöscht. Genau
dasselbe erkennen heute auch die Kosmologen auf der
Grundlage der Quantenphysik, wenn sie sagen, die
Sonne werde in rund zwei Milliarden Jahren zum
einem «Roten Riesen» anwachsen, bevor sie zu einem
«Weißen Zwerg» verglüht.
Das Urwissen der Menschheit hat hier also modernes
Wissen um Jahrtausende vorweg genommen und geht in
vieler Hinsicht noch über das moderne Wissen
hinaus.
Woher hatten die alten Inder ihre Einsichten?
Bestimmt nicht aufgrund von empirischer Forschung,
denn die dazu erforderlichen technologischen
Apparaturen, die erst in der Neuzeit mit einem
enormen Aufwand entwickelt wurden, standen ihnen
nachweisbar nicht zur Verfügung. Was waren dann
ihre Quellen?
Während die heutigen Geschichtsforscher über diese
Frage nur spekulieren oder sie rundweg ignorieren,
äußern sich die vedischen Schriften ohne
Geheimnisse und Umschweife: In früheren Zeitaltern
hatten die Menschen direkten Kontakt mit Gott und
den Göttern und bekamen von ihnen den notwendigen
Einblick in die Zusammenhänge des Lebens. Um
sicherzustellen, daß dieses einzigartige Wissen
(Veda) auch im dunklen Zeitalter (Kali-yuga)
erhalten blieb, entschlossen sich die Weisen und
Seher vor fünftausend Jahren, dieses Wissen
schriftlich festzuhalten.
2.
Die Relativität der Zeit
Die
Selbstverständlichkeit, mit der die vedischen
Schriften von der Multidimensionalität des Kosmos,
entspringt nicht einem primitiven Wunschdenken oder
einem mythologischen Aberglauben, sondern einer
tiefen Einsicht in die Physik des
multidimensionalen Kosmos.
Albert Einstein hat als einer der ersten im Westen
erkannt, daß man Raum nicht unabhängig von Zeit und
Zeit nicht unabhängig von Raum verstehen kann.
Einstein prägte sogar den Begriff
«Raumzeit»,
um auszudrücken, daß Raum und Zeit sich gegenseitig
bedingen.
Dank Einsteins Relativitätstheorie und der
holistischen Interpretation der Quantenphysik gibt
es heute theoretische Ansätze, um die
Multidimensionalität von Raum und Zeit zu
verstehen, so wie sie in den vedischen Schriften
beschrieben wird. Einstein erkannte zu Beginn des
20. Jahrhunderts, daß es physikalische Zustände
gibt, in denen die Materie (Masse) und deshalb auch
die Zeit nicht den Gesetzen von Newtons
mechanischer Physik folgen.
Weil man also annehmen muß, daß es im Universum
Materiezustände gibt, die nicht den irdisch
begrenzten Gesetzmäßigkeiten unterstehen, muß man
auch den logischen Schluß ziehen, daß dort der Raum
und die Zeit von ganz anderer Qualität sind als der
Raum und die Zeit auf der Erde.
Genau das sagen auch die altindischen Quellen. Sie
teilen uns mit, daß es im Universum
höherdimensionale Welten gibt, in denen die Zeit
viel langsamer abläuft als auf der Erde. Aus der
Sicht dieser Paralleldimensionen läuft auf der Erde
alles rasend schnell ab, ähnlich wie im Zeitraffer.
Aus der Sicht der Erde jedoch scheint in diesen
Dimensionen die Zeit fast stillzustehen.
Einstein illustrierte diesen Zusammenhang mit dem
berühmten Raketenbeispiel: Wenn jemand in einer
superschnellen Rakete mit annähernder
Lichtgeschwindigkeit losflitzt und nach einem Jahr
– gemäß der Zeit in seinem Bezugssystem [Rakete]
auf die Erde zurückkehrt, wird er erstaunt
feststellen, daß auf der Erde mittlerweile
Jahrtausende oder sogar Jahrmillionen vergangen
sind.
Die vedische Physik weist auf die Ursache dieser
Raum-Zeit-Relativität hin: die multidimensionale
Natur des Universums. Nicht nur in superschnellen
Raketen läuft die Zeit (im Vergleich zur Erde)
langsamer ab, sondern auch auf den materiellen
Dimensionsebenen mit höherer Schwingungsfrequenz (=
geringere Verdichtung).
So heißt es zum Beispiel in der Sanskrit-Schrift
Shrimad-Bhagavatam (3.11.13), daß alle Körper im
Universum, von den Atomen bis zu den Galaxien,
«auf
ihren jeweiligen Umlaufbahnen … eigene Jahre mit
unterschiedlicher Dauer»
durchlaufen: «Einflußreiche
Sterne
(tara),
Planeten
(graha),
die leuchtenden Konstellationen
(riksha)
und andere
(adina)
bis hin zu den Atomen
(paramanu)
im gesamten Universum
(jagat)
folgen ihren jeweiligen Umlaufbahnen
(cakra-sthah,
‹spiralförmig kreisend›)
und vollenden mit ihren Kreisläufen eigene Jahre
mit unterschiedlicher Dauer
(samvatsara-avasanena).
Doch sie alle unterstehen dem höchsten Schöpfer,
der von der ewigen Zeit
(kāla)
repräsentiert wird.»
Die wahrscheinlich berühmteste Sanskritschrift, die
Bhagavad-gita, definiert «Materie» als göttliche
Energie, die «unendlich wandelbar» ist (Bg. 8.4).
Die Materie besteht nicht aus atomaren
Lego-Steinen, sondern ist eine fließende Energie,
die sowohl horizontal als auch vertikal «unendlich
wandelbar» ist.
-
Horizontal: Die Materie erzeugt auf der uns
sichtbaren Ebene konstant neue Formen.
- Vertikal: Auch quer durch das Universum hindurch ist die Materie unendlich wandelbar, indem sie sich in verschiedenen Verdichtungsgraden (Dimensionen) manifestiert. Mit jedem Dichtegrad ist eine unterschiedliche Art des Raumes verbunden, d.h. eine Welt mit eigenem Raum-Zeit-Kontinuum und mit Wesen, deren Körper dieser jeweiligen Schwingungsfrequenz entsprechen. Genauso wie im irdischen «Äther» Dutzende von Fernseh– und Radioprogrammen überlagert sind und mit dem entsprechenden Empfänger kanalisiert werden können, so gibt es im Universum verschiedene, sich hierarchisch überlagernde Dimensionsebenen, die im Sanskrit Loka genannt werden.
In den höheren, weniger verdichteten Lokas läuft die Zeit relativ langsamer als in denjenigen, wo die Materie dichter ist. Während in einem oberen Bereich des materiellen «Verdichtungsstrudels» z.B. ein Jahr vergeht, vergehen auf der Erde während der gleichen Zeit Jahrtausende oder sogar Jahrmillionen von Jahren. Es könnte also durchaus sein, daß höherdimensionale Wesen, die die Erde z.B. vor zehntausend Jahren besuchten, heute wieder auf die Erde kommen: Für sie sind vielleicht zehn Monate oder Jahre vergangen und für uns auf der Erde über dreihundert Generationen.
Die vedischen Schriften enthalten ganz präzise Angaben für die universalen Zeitdilatationen aus irdischer Sicht:
360 irdische Jahre = 1 Jahr auf Indraloka
3030 irdische Jahre = 1 Jahr auf Sapta-Rishi-Loka (Gestirn der Sieben Weisen)
9090 irdische Jahre = 1 Jahr auf Dhruvaloka
3,1 Mio. irdische Jahre = 1 Jahr auf Manuloka
3,1104 Billionen Jahre = 1 Jahr auf Brahmāloka, der Welt Brahmās, der höchsten Dimensionsebene des Universums
Oder anders ausgedrückt: 1 irdisches Jahr = 24 Stunden der «Götter» auf Indraloka = knapp 3 Stunden auf Sapta-Rishi-Loka = knapp 1 Stunde auf Dhruvaloke = 10 Sekunden für die Manus = eine knappe Hunderttausendstelsekunde in der Dimensionswelt Brahmās. Würden wir für 100’000 Jahre nach Brahmāloka hochschauen, sähen wir den Ablauf von nicht mehr als einer einzigen Brahmā-Sekunde!
Diese Zeitangaben beschreiben nicht nur die Zeitverhältnisse innerhalb der verschiedenen Dimensionen des Universums, sondern auch die relativen Distanzen, denn innerhalb der materiellen Welt ist Zeit immer vom Raum abhängig. Was aus irdischer Sicht also Jahrtausende, Jahrmillionen oder Jahrbillionen dauert, dauert für die entsprechenden höherdimensionalen Wesen bloß ein Jahr oder ein paar Tage oder Stunden. Für die Menschen mögen also gewisse Galaxien Millionen und Milliarden von «Lichtjahren» entfernt sein, aber für die höherdimensionalen Wesen dieser Galaxien ist die Erde nur ein paar Jahre, Tage oder Stunden entfernt.
3.
Ursprung und Aufbau des
Universums
Gemäß
der vedischen Kosmologie ist Brahmās-Loka die
höchste, d. h. die am wenigsten verdichtete
Dimensionsebene des Universums. Der Name Brahmā ist
auch im Westen bekannt. Meistens wird er im
Zusammenhang mit der «Hindu-Trinität»
Brahmā-Vishnu-Shiva erwähnt.
Es ist aufschlußreich, einmal näher zu betrachten,
wie die vedischen Schriften als älteste Quellen der
Welt den Ursprung und den Aufbau des Universums
erklären. Vor diesem kosmologischen Hintergrund
können neue Facetten des UFO-Phänomens beleuchtet
werden, denn das UFO-Phänomen hat nicht nur
empirische Aspekte (Sichtungen, Spuren,
Entführungen usw.), sondern auch philosophische und
theologische. Die Außerirdischen werden manchmal
als Engel oder Götter bezeichnet, und die
Außerirdischen selbst sprechen durch ihre Propheten
und Channel-Medien ebenfalls über Gott und den
Urschöpfer, die einen in einem positiven, wieder
andere in einem negativen Sinn («Es gibt einen
höchsten bewußten Ursprung – Gott.» Oder: «Es gibt
keinen solchen Ursprung. Das sich selbst
organisierende Universum stellt in sich die höchste
Wahrheit/Realität dar.»)
Obwohl diese philosophischen und theologischen
Aspekt in der Ufologie vielerorts verpönt sind,
kommt man bei einer intensiveren Auseinandersetzung
mit den verschiedenen außerirdischen Wesen nicht um
dieses Thema herum, zumindest nicht, wenn man die
Erklärungen der vedischen Quellen verstehen will.
Die Verschiedenheit der Bewohner des materiellen
Universums kann erst dann richtig verstanden
werden, wenn man die Entstehung, den Aufbau und
insbesondere den Zweck des Universums kennt. Die
vedische Beschreibung des Ursprungs des Universums
ist im absoluten Sinn theistisch (nicht
«mono-theistisch» im irdischen Sinn), das heißt,
sie besagt, daß es nicht nur ein Universum, sondern
unzählig viele Universen gibt – wobei es in jedem
Universum einen einzigen Brahmā gibt. Die vielen
Universen sind jedoch nicht aus dem Nichts oder aus
sich selbst heraus entstanden, sondern haben einen
gemeinsamen Ursprung: Vishnu, den Urschöpfer aller
Universen.
Vishnu
(sanskr. «der
Alldurchdringende»)
ist der transzendente Urschöpfer (Gott), doch
Vishnu ist nicht der ursprüngliche, höchste Aspekt
Gottes, denn Gott ist «mehr»
als «nur»
Schöpfer
der materiellen, vergänglichen Welten. Der
ursprüngliche, höchste Aspekt Gottes wird in der
Sanskritsprache
Krishna
(«der
Allanziehende»)
genannt und umfaßt – weil Gott in jeder Hinsicht
unbegrenzt ist – zahllose parallele Seinsformen.
Eine dieser Erweiterungen (Parallelformen) Gottes
ist Vishnu, der mittelbare, weltzugewandte Aspekt
Gottes als leuchtender Urschöpfer.
Eine der wichtigsten Lehren der vedischen Quellen
lautet: Alles ist ewig. Der wichtige Ausdruck in
diesem Zusammenhang lautet Brahman (nicht zu
verwechseln mit Brahmā). Brahman bezieht sich auf
die göttliche Energie, die ewig ist, weil ihr
Ursprung ewig ist. Diese göttliche Einheit umfaßt
jedoch eine unbegrenzte Vielfalt (die Vielfalt in
der Einheit), und Teil dieser Vielfalt ist die
materielle Welt der Polarität mit ihren zahllosen
Universen und inkarnierten Wesen, die eine
göttliche oder weniger göttliche Mentalität haben
können.
Alles ist ewig – auch die materielle Energie! Gemäß
dem göttlichen Schöpfungsplan hat die
materielle Energie
(sanskr.
prakriti)
die Funktion, vergängliche Formen zu
hervorzubringen. Die Materie ist ewig und bringt in
einer
unendlichen Abfolge
(=
Zeit,
sanskr.
kāla)
vergängliche Formen hervor: die materiellen
Universen, die Planeten, die individuellen Körper.
Wenn sich die
ewige Seele
(sanskr.
ātmā)
mit einer dieser vergänglichen Formen
identifiziert, z.B. mit dem eigenen Körper oder mit
den eigenen Energien oder Schöpfungen, dann nennt
die Sanskritsprache dies
māyā
(Illusion, wörtlich «das,
was nicht ist»).
Aus Vishnu gehen alle Universen in samenartiger
Form hervor und dehnen sich aus, wobei derselbe
Vishnu in jedes dieser Universen eingeht, ohne
dadurch jedoch seine gleichzeitige Gegenwart
außerhalb aller Universen zu verlieren. Die
kosmische und atomare Materie vereinigt sich in
Vishnu, der das bewußte Zentrum des
universalen Energiemeeres
(sanskr.
garbha-udaka)
ist. Nebenbei: Das Konzept des Udaka-Energiemeeres
wird heute auch von den holistischen
Quantenphysikern erahnt, die von einem impliziten
universalen Quantenpotential sprechen. Wenn Vishnu
in seiner zweiten Form in die Urmaterie des sich
ausdehnenden Universums eingeht, beginnt die
Materie, sich zu formen. In der Sprache der
modernen Kosmologie bedeutet dies: In der Materie
des inflationären Universums kommt es zu einem
Symmetriebruch, ohne den es keine materiellen
Formen (Galaxienhaufen, Galaxien, Sonnen, Planeten
usw.) geben könnte, denn die Materie würde sich
gleichmäßig und nebelartig in alle
Weltallrichtungen ausdehnen und in einem
hypothetischen Nichts verpuffen.
Aus der zweiten Vishnu-Form, dem
Garbha-udaka-Vishnu, geht Brahmā hervor und mit ihm
auch die höchste Dimensionsebene des Universums.
Brahmās Leben entspricht der gesamten Lebensdauer
des Universums. Innerhalb des jeweiligen Universums
ist es Brahmā, der die Schöpfung, d. h. die weitere
Verdichtung der Materie, vornimmt. Von Brahmā gehen
direkt oder indirekt alle Lebensformen im Universum
aus, und er ist es, der sagt: «Es werde Licht! Es
werde Tag! Es werde Nacht!» Diese sekundäre
Schöpfung ist Brahmās Aufgabe. Er ist der
mächtigste, erste Schöpfergott im Universum; aber
wenn die Menschen zu Brahmā hochschauen, denken sie
angesichts seiner Größe, Macht und Schöpfungskraft,
er sei Gott. Aber Brahmā ist nicht der
ursprüngliche, absolute Gott, sondern ein «Sohn
Gottes», der «erste». (Angesichts der Ewigkeit
aller Individualität sind irdische Worte und
Superlative wie «der höchste» und «der erste» immer
etwas problematisch, da mißverständlich.)
Eine der vielen Stellen in den vedischen Schriften,
wo Brahmā selbst auf diese Tatsache hinweist,
findet sich im Srimad-Bhāgavatam (2.5.10,12).
Brahmā antwortet dort seinem Sohn Nārada, der
ebenfalls die falsche Annahme geäußert hatte,
Brahmā sei Gott.
«Was
immer du über mich gesagt hast, ist nicht falsch,
denn solange man sich nicht der Gegenwart Vishnus
bewußt ist, der die endgültige Wahrheit jenseits
von mir ist, unterliegt man gewiß einer Täuschung,
wenn man meine mächtigen Werke betrachtet, … und
man denkt, ich sei der höchste Ursprung.»
Diese wichtigen Differenzierungen sind in den
Schriften der modernen Religionen nicht mehr
vorhanden, weshalb viele Menschen Mühe bekunden, an
diese Religionen zu glauben. Denn wenn man denkt,
Brahmā sei Gott, dann glaubt man an einen «Gott»,
der gar nicht Gott ist! Dies führt zu großen
theologischen Komplikationen, denn Brahmā ist nicht
der absolute Schöpfer, sondern ist selbst schon
Teil der materiellen Polarität, aus der sich
gewisse Wesen abspalten und in die Dualität fallen
(vgl. Gott-Teufel-Dualität, die genau aus dieser
beschränkten religiösen Sicht entstehen).
Wenn Brahmā im Universum neue, aus seiner Sicht
niedrigere Existenzdimensionen erschafft, sind das
für ihn nichts anderes als hierarchische Kopien
ersten Grades, zweiten Grades, dritten Grades und
so weiter. Auf diese Weise wird Brahmās Sphäre mit
ihrer gesamten Information einer subtil-materiellen
Vielfalt in die niedrigeren Sphären
«hinunterkopiert», mit dem jeweiligen
Qualitätsverlust, der sich von Mal zu Mal
entsprechend potenziert: Je niedriger die Sphäre,
desto verdichteter wird die Materie, desto
begrenzter wird die Bewußtseinsstufe der jeweiligen
Lebewesen.
In den Uranfängen des Universums gab es also noch
keine verdichteten Himmelskörper. Diese sind erst
später, durch Brahmās Schöpfungstätigkeit, aus den
höheren Dimensionswelten des Universums
hervorgegangen und werden immer wieder geschaffen
und aufgelöst, während die höheren Dimensionen wie
eine unsichtbare, scheinbar zeitlose Kulisse
weiterexistieren – bis auch sie, beim endgültigen
Ende des Universums, wieder aufgelöst werden.
Dieses Auflösen ist mit dem Bewußtsein der
Individualität des Shiva verbunden, des dritten
Gottes in der Schöpfer-Triade Brahmā-Vishnu-Shiva.
Diese höheren Dimensionen sind der
dreidimensionalen Sinneswahrnehmung der Menschen
nicht zugänglich, ebenso wie ein Radio keine
Fernsehwellen empfangen kann. Sie sind also
höherdimensional und für den Menschen unsichtbar,
entweder völlig oder teilweise. Ebendiese Tatsache
macht die empirischen Forschungen der Kosmologen im
wahrsten Sinn des Wortes aussichtslos, da sie nie
wissen, wieviel sie wahrnehmen und wieviel nicht.
Ihre Sicht des Universums ist auf drei Dimensionen
beschränkt, und nicht einmal in diesem Bereich sind
ihnen alle Phänomene bekannt.
4.
Die universale
«Gen-Verwandtschaft»
Brahmā
erschafft nicht alle Lebensformen und Planeten
selbst. Von ihm gehen unmittelbar erste
Generationen aus, die sich selbständig vermehren.
Aufgrund ihrer direkten Verwandtschaft tragen auch
sie die Anlagen der anderen Lebensformen in sich
(vergleichbar mit einer Art feinstofflichem
Gen-Code). Durch das Wirken dieser bevollmächtigten
«Gen-erationen»
wächst im Universum allmählich ein
multidimensionaler Stammbaum von Lebensformen und
Lebewesen, die alle miteinander verwandt sind.
Mit anderen Worten, von Brahmā geht eine sich
exponentiell vervielfältigende Schöpfung aus,
wodurch sich eine universale Hierarchie von
Existenzdimensionen und Galaxien materialisiert, in
denen alle Arten von Lebewesen vorkommen
(Mineralien, Pflanzen, Tiere, Menschen, Dämonen,
Halbgötter, «Teufel», Engel, usw.).
Das Leben im Universum entwickelt sich über eine
herabsteigende, interdimensionale Evolution (=
Involution) vom Höchsten und Hohen zum Niederen und
Grobstofflichen – im Gegensatz zur
Evolutionstheorie, die besagt, alle Formen, auch
die lebendigen, seien zufällig aus lebloser,
grobstofflicher Materie hervorgegangen und hätten
sich über niedere zu höheren Formen entwickelt.
5.
Die Menschheit stammt aus höheren
Dimensionen
Brahmā
erschafft hierarchisch und devolutionär die
Planetensysteme des Universums. Wie bereits
beschrieben, entstehen mit der Erschaffung der
einzelnen Dimensionswelten auch die Körper der
Lebensformen, die auf der jeweiligen
Schöpfungsebene leben. Brahmā vollbringt dies
entweder persönlich oder indirekt durch seine
«Kinder»
und die Generationsfolgen ihrer Nachkommen.
So erscheinen unterschiedlichste übermenschliche
Wesen, angefangen mit den großen Weisen (Rishis)
und Lichtwesen (Suras oder Devas) der höheren
Planetensysteme bis hin zu den Cherubim, Seraphim
und Elohim, wie sie im Alten Testament genannt
werden. Diese Wesen unterschiedlicher Herkunft und
Gesinnung sind für die Menschen nicht sichtbar,
obwohl sie die Menschen sehr wohl sehen und auf sie
Einfluß nehmen können. Wenn in der biblischen
Genesis gesagt wird: «Beim
Beginn schuf Elohim die Himmel und die
Erde»,
so bezieht sich der
Pluralbegriff von Gott,
«Elohim»,
auf das Schöpferkollektiv von Brahmā und die mit
ihm verbundenen Lichtwesen («Engel»).
Den Begriff «Elohim»
im ufologischen Sinn als «Götter»
zu interpretieren, die den angeblich primitiven
Urmenschen über gesteuerte Mutationen (= genetische
Manipulationen) zum Homo sapiens werden ließen, ist
eine Projektion irdischer Fehlvorstellungen,
verbunden mit einer Verwechslung von Begriffen,
denn die spaltenden Schöpferintelligenzen (die
dia-bolischen, «gefallenen Engel»), die heute auf
der Erde mittlerweile vorherrschend werden konnten,
werden nicht Elohim, sondern Nephilim genannt.
In der Entfaltung der Hierarchie von überirdischen
Wesen wird, gemäß Brahmās Plan und
Schöpfungsaufgabe, im Laufe der Zeit auch die
Sphäre der Menschen geschaffen, so daß die Seelen,
die eine «irdische» Bewußtseinsfrequenz aufweisen,
ebenfalls die Möglichkeit bekommen, geboren zu
werden, um in ihrer spirituellen Entwicklung vom
Punkt der höchsten Materieverdichtung aus neue, ja
höchste Quantensprünge des bewußten Seins
vollziehen zu können.
Die höherdimensionalen Ureltern bzw. Urbilder der
Menschheit (im Hebräischen «Adam
Kadmon»
genannt) sind die Manu-Paare, die selbst nicht auf
der Erde leben, sich aber durch ihre Abkömmlinge
oder «Parallelformen»
auf der Erde materialisieren, wodurch – mittels
einer interdimensionalen Anthropogenese – die
ersten irdischen Menschen erscheinen. Diese
mächtigen göttlichen Wesen mit dem Namen
«Manu»
stellen den Ursprung der Menschheit dar, nicht nur
genealogisch, sondern sogar etymologisch. Der
Ausdruck «Manu»
prägte nämlich das Sanskritwort für
«Menschheit»,
manushya,
und lebt in der Wortwurzel
man–
weiter, die in vielen modernen Sprachen noch zu
finden ist, z. B. im deutschen Mann und Mensch und
im englischen man und woman. (Der ursprüngliche
«Adam
Kadmon»
ist, wie auch in den reinen kabbalistischen Lehren
angedeutet wird, der Urschöpfer Brahmā, der
«erste
Sohn Gottes»,
nach dessen «Ebenbild»
alles andere im Himmel und auf Erden entsteht.)
6.
Schöpfung aus Gedankenkraft
Energie
(vom griechischen Wort
érgon,
«Werk,
Wirkung»,
und
en-ergòs,
«das,
was auf etwas anderes einwirkt»)
heißt im Sanskrit
shakti
und bedeutet wörtlich «die
Kraft, etwas zu vollbringen».
Dies weist darauf hin, daß mit jeder Energie eine
bewußte Wesenheit verbunden ist, denn zu Shakti
gehören sowohl die Energie als auch das Geistwesen
(Individuum), von dem diese Kraft («Energie»)
ausgeht.
In den höheren Dimensionen des Universums ist keine
physische Manipulation der Elemente nötig, denn die
Verwirklichung eines Gedankens geschieht dort durch
die Gedankenkraft selbst. In der höchsten Dimension
(Brahmās Welt) ist jeder Gedanke sogleich Realität,
weil dort noch keine Elemente der tieferen
Verdichtung vorhanden sind. In den
nächstniedrigeren Dimensionen (jedoch immer noch
weit jenseits der irdisch-dreidimensionalen Ebene)
verursacht ein gedankliches Bild nicht mehr
sogleich eine unmittelbare Realität, weil sich der
Schleier der Materie bereits etwas verdichtet hat.
Aber die Wesen in diesen Dimensionen haben die
Fähigkeit, ein feinstoffliches Gedankenmuster
(Matrix) durch Konzentration zu komprimieren und
dadurch als Objekt in ihre Existenzebene
herunterzukopieren.
In der irdischen, dreidimensionalen Welt sind die
Menschen gezwungen, ihre geistigen Bilder durch
physische Arbeit zu manifestieren. Aber Begriffe
wie holographische Projektion, Teleportation,
Antigravitation, freie Energie, Ätherenergie usw.
erinnern auch heute noch (oder heute wieder) an die
höherdimensionalen Urfähigkeiten des Geistes.
Jede Schöpfung geht also von Bewußtsein aus,
angefangen bei dem höchsten, unendlichen Bewußtsein
(Vishnu) und beim höchsten Schöpfergott des
Universums (Brahmā) bis hin zu den irdischen und
außerirdischen Mächten. Je nach Dimension,
Motivation und Mentalität wählen die Lebewesen
Methoden, um ihre Wünsche und Pläne zu
«verwirklichen», d.h. Form annehmen zu lassen.
Der Wunsch, solche Materialisationskräfte zu
besitzen, entspringt dem materiell-archetypischen
Wunsch aller «gefallenen Wesen», Gottes
unbegrenztes Wesen zu imitieren, um selber «Herr
dieser Welt» zu werden.
7.
Die vierzehn Dimensionsebenen im
Universum
Gemäß
der vedischen Kosmologie unterteilt sich die
multidimensionale Struktur des Universums in
zweimal sieben Dimensionsebenen:
«Folgendes
sind die höheren sieben Welten (Lokas) des
Universums, angefangen mit der irdischen Dimension,
Bhurloka, dann Bhuvarloka, Svargaloka [auch
Svarloka genannt], Maharloka, Janoloka, Tapoloka
und Brahmāloka. Daneben gibt es die sieben
Schattenwelten. Ihre Namen lauten, in absteigender
Reihenfolge: Atala, Vitala, Sutala, Talatala,
Mahātala, Rasatala und Pātala.»
(Nārada Purana 1.3.37-38)
Weil das Universum eine vergängliche materielle
Schöpfung ist, unterliegt es dem Prinzip der
Polarität (Anfang und Ende, Aufbau und Auflösung,
männlich und weiblich, Geburt und Tod, positiv und
negativ, usw.) und in den Bereichen der gebrochenen
Gleichgewichte auch dem Prinzip der Dualität
(gottzugewandt und gottabgewandt, harmonisch und
egoistisch, gut und böse, usw.).
Das Prinzip der Dualität spiegelt sich auch in den
zwei Siebnerbereichen des Universums, den Licht–
und Schattenwelten. Gemäß den vedischen
Offenbarungen ist die Existenz Gottes als bewußte
Ursache aller Ursachen die absolute Wahrheit. Im
materiellen Universum gibt es Wesen, die sich
dieser Tatsache bewußt sind und in Harmonie mit
Gottes Willen leben («Dein Wille geschehe!»), und
es gibt andere Wesen, die diese Ansicht ablehnen
und nur das Universum, d.h. die Materie, als
Realität akzeptieren wollen. Aufgrund dieser
atheistischen Geisteshaltung wollen sie ihren
Willen mit eigener Kraft durchsetzen und verwenden
hierzu verschiedenste Mittel der Manipulation:
«Mein/ unser Wille geschehe!»
Gemäss der mythologischen Betrachtungsweise
befindet sich die Erde in der Schnittstelle, wo
sich die Licht– und Schattenwelten berühren. Sie
gehört zu Bhurloka, der siebten «Welt» (von oben
gezählt). Bhurloka ist die Bezeichnung für jenen
Bereich des Universums, der ähnliche
Materieverhältnisse aufweist wie die, die auch auf
der Erde feststellbar oder zumindest eruierbar
sind.
Die meisten der vierzehn «Welten» sind von der Erde
aus nicht sichtbar. Sichtbar sind nur die
nächsthöheren zwei Dimensionsebenen: Bhuvarloka und
Svargaloka. Wenn wir in den Nachthimmel
hochschauen, sehen wir nur diese drei Lokas und von
ihnen ebenfalls nur Ausschnitte, nämlich die
empirisch wahrnehmbaren. Viele Bereiche von Bhur-,
Bhuvar– und Svargaloka sind ebenfalls bereits
höherdimensional und deshalb für die irdischen
Augen nicht mehr sichtbar.
Beim Betrachten des Universums verhält es sich
ähnlich wie beim Betrachten eines lebenden
Menschen. Auch bei einem Menschen sehen wir nur den
grobstofflichen Körper, während wir viele andere
Aspekte nicht wahrnehmen, z.B. den feinstofflichen
Körper, die Aura, die Psyche und die Seele. Wir
vermögen nur den grobstofflichen Körper
wahrzunehmen, obwohl zur gleichen Zeit am gleichen
Ort auch all die anderen Aspekte vorhanden sind.
Ebenso sehen wir überall im Weltall nur «tote» und
«leere» Welten, denn deren höhere Aspekte sind
unseren irdischen Augen nicht mehr zugänglich.
8.
Höherdimensionale Wesen = göttliche
Wesen?
Die
vedischen Schriften geben an vielen Stellen eine
Übersicht über die Wesen, die das Universum
bewohnen. Ein Beispiel hierfür stammt aus dem
Srimad-Bhāgavatam (5.5.21-22):
«Was
Macht betrifft, so stehen die Tiere über den
Pflanzen und die Menschen über den Tieren. Über den
Menschen befinden sich die Pramathas
[feinstofflichen Wesen], da sie keinen
grobstofflichen Körper besitzen. Über ihnen
befinden sich die Gandharvas [Engelwesen], über den
Gandharvas die Siddhas [die ‹Vollkommenen›, die
Besitzer kosmischer Kräfte] und über den Siddhas
die Kinnaras [Humanoide mit Verwandlungskünsten].
Ihnen überlegen sind die Gegner der Halbgötter
[Asuras, die über hohe technische, magische und
subtile Fähigkeiten verfügen]. Höher als die Asuras
stehen die Deva-Halbgötter [Suras], die von Indra
angeführt werden. Über Indra befinden sich die
unmittelbaren Nachkommen Brahmās [wie Daksa, die
großen Rishis, Nārada und die vier Kumāras namens
Sanat-kumāra, Sanaka, Sananda und Sanātana]. Unter
den Söhnen Brahmās ist Shiva der höchste. Da Shiva
Brahmās Sohn ist, gilt Brahmā als höherstehend.
Doch sie alle, auch Brahmā, unterstehen dem
Allmächtigen [Vishnu]. Deshalb sind unter allen
Lebewesen diejenigen, die ihr Leben vollkommen dem
Allmächtigen geweiht haben (mat-parah),
die mächtigsten, denn Vishnu ist persönlich der
Beschützer Seiner Geweihten (dvija-deva-devah).»
Der evolutionsgläubige Mensch, der sich für die
Krone der Entwicklung hält, bekommt von den
vedischen Schriften keine Positionsbestätigung. Im
Gegenteil, sie erklären, daß die Menschen in der
kosmischen Machthierarchie relativ weit unten
rangieren.
Die Unterteilung des Universums in vierzehn
Existenzdimensionen bezieht sich auf den
Entwicklungsgrad göttlichen Bewußtseins. In dieser
Einteilung befindet sich die irdische Dimension in
der Mitte, weshalb auf der Erde sowohl positive als
auch negative Einflüsse zu sehen sind. Die Erde
gehört zur Zone des freien Willens und Wählens,
denn die Menschen können (und müssen!) wählen, in
welche Richtung sie sich entwickeln wollen.
Die Wesen in den «oberen» und «unteren» Bereiche
haben sich bereits entschieden: die Wesen der
oberen Dimensionen für die Kräfte des Lichts und
die Wesen der unteren Dimensionen für die Mächte
der Dunkelheit.
Die Wesen der höheren Dimensionen sind
gottzugewandt, und die Wesen der niederen
Dimensionen sind in der Regel gottabgewandt. Aber
die Wesen auf beiden Seiten haben sich mit bestem
Wissen und Gewissen für ihren Schritt entschieden.
Die göttlichen Wesen sind überzeugt, daß es eine
harmonische Einheit mit Gott, dem Urschöpfer, gibt,
genauso wie die atheistischen Wesen überzeugt sind,
daß es keinen Gott, sondern daß es nur «Energie»
gibt. Beide haben also ein gutes Gewissen und
halten sich selbst für «gut» und denken, die
«anderen» seien die Bösen, die Widersacher usw.
(falls sie nach Dualitätsmustern urteilen).
Die Menschheit hört deshalb verschiedenste Stimmen,
die alle sagen, sie meinten es gut mit den
Menschen. Der Mensch befindet sich in der Mitte,
also zwischen beiden Polen, und muß wählen, wem er
glauben will. Beide Seiten bezeichnen sich als
Helfer, geben Versprechungen und warten mit
wundersamen Kräften auf. Die Wesen der dunklen
Seite brillieren insbesondere mit technischen
Errungenschaften, die Wesen der göttlichen Seite
mit spiritueller Weisheit und Harmonie.
Die irdische Welt steht in der Hierarchie der
materiellen Verdichtung zuunterst, und
dementsprechend ist der materielle Körper der
Menschen schwerfällig und leicht verletzlich. Alle
anderen Welten, sowohl die «oberen» als auch die
«unteren», sind aus irdischer Sicht
höherdimensional – was nicht automatisch mit
positiv gleichgesetzt werden darf. Die Wesen beider
Seiten verfügen über höherdimensionale Kräfte und
metaphysisches Wissen, und für den uninformierten
Menschen halten meistens die Vertreter beider
Seiten für «göttlich» (positiv).
9.
Die Lichtwelten
Bhuvar–
und Svargaloka sind für den astronomischen
Betrachter nur als «ferne» elektromagnetische
Strahlenquellen wahrnehmbar («Quasare», «Pulsare»).
Von den Dimensionsbereichen, die noch höher liegen
(Mahar-, Jano-, Tapo– und Brahmāloka), empfangen
wir keine elektromagnetischen Signale mehr, und
deshalb sind diese Lokas für die irdische Physik
inexisent. Die Wesen dieser Welten sind viel
weniger verdichtet als die irdischen, und ihr
Zugang zu Materie und Energie entzieht sich sogar
den kühnsten Science-fiction-Phantasien. In diesen
Welten ist alles leuchtend und lebend, und niemand
benötigt mechanische Technik, um die Materie zu
bewegen und zu formen. Diese göttlichen Lichtwesen
existieren in Harmonie mit ihrer natürlichen Umwelt
und können deshalb – innerhalb des Spielraumes der
göttlichen Naturgesetze – mit ihren
Bewußtseinsimpulsen unmittelbar auf die Materie
einwirken.
Die sieben Schattenwelten sind im doppelten Sinn
des Wortes «dunkel». Überall, wo es Licht gibt,
gibt es auch Schatten, und dementsprechend werden
diese unteren Welten als die Schatten der oberen
Planetensysteme bezeichnet. Die dunklen, negativen
Welten gehören aber genauso zur materiellen Welt
wie die leuchtenden, positiven Welten, denn die
materielle Welt ist eine Welt der Dualität. Die
konstante Präsenz des Negativen weist darauf hin,
daß auch die Seite des Positiven nicht das
endgültige Ziel der spirituellen Entwicklung
darstellt. Das Positive ist «gut», weil es das
Sprungbrett zur Erkenntnis Gottes darstellt, und
das Negative ist «böse», weil es genau diese
göttliche Perspektive leugnet oder sogar bekämpft.
Aber beide Seiten befinden sich immer noch
innerhalb der materiellen Welt.
Die Bewohner der höheren Dimensionen sind sich der
Realität Gottes bewußt, und sie sehen sich als
Diener und Vertreter Gottes innerhalb des
Universums. Aus dem Vergleich mit ihren eigenen
göttlichen Fähigkeiten erahnen sie die unendliche
Allmacht und Liebe Gottes. Für sie ist Gott der
kosmische Ursprung, der Weltenschöpfer, das höchste
Lichtwesen, dem sich kein sterbliches Wesen direkt
nähern kann. Diese ehrfürchtige Haltung, so
beschreiben die vedischen Schriften, ist
charakteristisch für die Beziehung der «Götter»
(Devas) zu Gott:
«Als Vishnu von den Devas und Brahmā mit Gebeten
verehrt worden war, erschien Er vor ihnen. Seine
Ausstrahlung glich dem gleichzeitigen Aufgang von
Tausenden von Sonnen. Die Devas waren durch die
Ausstrahlung Vishnus wie geblendet und vermochten
weder den Himmel noch die Himmelsrichtungen, noch
die Umgebung zu sehen. Sie sahen auch sich selbst
nicht mehr, ganz zu schweigen vom Höchsten, der vor
ihnen stand. Nur Brahmā und Shiva sahen die
kristallklare Schönheit Vishnus, des göttlichen
Urschöpfers …»
(Srimad-Bhāgavatam 8.6.1-3a)
Ähnliche Aussagen werden heute auch von einigen
Channel-Medien übermittelt. Ein erstaunliches
Beispiel hierfür stammt von K. Schmidt
(Die
Götter des Sirius,
S. 51ff.), einem Medium, der die entsprechenden
vedischen Texte nicht gekannt hat, aber dennoch die
Sanskritnamen der höheren Dimensionen erwähnt:
Maharloka und Satyaloka, ein anderer Name für
Brahmāloka. Diese Namen (die der Autor nicht als
Sanskritbegriffe erkennt) seien ihm durch
«tele-energetischen
Traumkontakt»
mitgeteilt worden:
«Der
Urkraftozean [Garbha-udaka] des Weltraums verbindet
Sterne, Galaxien und Metagalaxien, … das Universum
ist ein grenzenloses Meer von Bewußtseinszentren
und Lebenskraftfeldern, ein geistdurchpulster
Metakosmos, der selbst wiederum nur Teilorgan des
Allwillens der Weltengottheit [Vishnu] ist. … Wir
von Maha sind keineswegs das steuernde Gehirn des
Kosmos, sondern nur willige Diener des Ewigen. …
Das ganze dem Menschen sichtbare Universum ist Teil
eines von schöpferischen Kräften durchpulsten und
gelenkten metakosmischen Organismus – mit all
seinen Strahlungs– und Wandlungsprozessen eine
lebendige Verkörperung göttlicher Weisheit und
Harmonie, ein biodynamisches Wunderwerk von für
euch Menschen unvorstellbaren Ausmaßen, und dabei
doch nur einer von ungezählten ähnlichen
Lebensbereichen, die allesamt in einen unsichtbaren
Hyperkosmos eingebettet sind, dessen Größe nur die
Satya zu ermessen vermögen. Und über den
Hyperkosmos spannen sich abermals höhere Einheiten
des lebendigen Universums, von denen selbst die
Satya sagen, sie wüßten ihre Größe nicht …»
Ein weiteres Beispiel sind die berühmt gewordenen
Channeling-Botschaften, die von Barbara Marciniak
übermittelt wurden. In ihrem Buch Boten des neuen
Morgens – Lehren von den Plejaden sprechen
höherdimensionale Wesen, die ganz klar sagen, daß
sie keine Götter sind, aber daß es einen Urschöpfer
gibt, in dessen Nähe sie jedoch noch nie gelangt
sind. Diese hohe Erkenntnis und Ehrlichkeit weisen
– gemäß vedischen Kriterien – auf eine göttliche
Bewußtseinsstufe hin:
«Wir
verwenden den Begriff Gott, im Sinne des einen
Gottes, kaum. Und wenn, dann beziehen wir ihn auf
die Wesenheit, die wir als Urschöpfer kennen. … Wir
sind nie in die Nähe der Wesenheit Urschöpfer
gelangt. Sogar diejenigen unter uns, die Wesen von
höchster Lichtschwingung sind, wären dazu noch
nicht weit genug entwickelt. Wir sind noch nicht
darauf vorbereitet, die Intensität dieser
Ausstrahlung auszuhalten. Es ist unser Wunsch, an
einem bestimmten Punkt unserer Evolution einen
Blick auf Urschöpfer [Brahmā] zu erhaschen
…»
(S. 55ff.)
10.
Die dunklen Mächte im
Universum
Die
Erde gehört zur siebten von insgesamt vierzehn
kosmischen Dimensionsebenen. Auf der Erde
überschneiden sich die Einflüsse der oberen und
unteren Dimensionen. Welche Einflüsse vorherrschen,
hängt vom Bewußtsein der Menschen und vom
jeweiligen Zeitalter (Yuga) ab. Im gegenwärtigen
Zeitalter sind – was die Weltgeschichte betrifft –
zweifellos die dunklen Mächte an der Macht.
Im vorigen Abschnitt sind die Bewohner der oberen
Welten beschrieben worden. Genauso wie diese sich
in verschiedenste Kategorien aufteilen
(Brahmāloka-Bewohner, Rishis, Suras, Devas,
untergeordnete Halbgötter, Engel usw.), existieren
auch in den unteren Welten verschiedenste
Kategorien von Wesen (Asuras, Dānavas, Rākshasas,
Nāgas usw.).
Die Bewohner der lichterfüllten Welten haben eine
göttliche Gesinnung, das heißt, sie dienen Gottes
Schöpfungsplan und leben in Harmonie mit der
Schöpfung. Man könnte sie mit der Regierung des
Universums vergleichen. Die Bewohner der unteren,
dunklen Welten wären in diesem Vergleich der
«Untergrund» des Universums. Viele Mächte aus
diesen Bereichen wollen die Machthaber im Universum
stürzen, weil sie denken, diese seien ungerecht und
korrupt. Aus ihrer Sicht ist das Hauptmachtmittel
dieser Regierung der «Mythos» von Gott; mit dem
Glauben an einen unsichtbaren, transzendenten Gott
seien diese Machthaber in der Lage, ganze
Zivilisationen zu «gehirnwaschen» und dienstbar zu
halten. Die dunklen Mächte sprechen zwar auch von
Gott, aber nur in einem symbolischen Sinn, denn für
sie ist das Universum (d. h. die Materie) Gott. Sie
glauben, das Universum sei ein sich selbst
organisierender Apparat und sei nur die Summe
seiner Teile. Obwohl sie materialistisch und
atheistisch sind, wissen sie sehr wohl, daß die
Materie nicht nur dreidimensionale, sondern auch
höherdimensionale Aspekte umfaßt, denn sie sind
Meister in der Manipulation gewisser
höherdimensionaler Energien. Sie streben nach
möglichst vollkommener Macht über diese Energien,
denn sie glauben, das Universum sei nichts anderes
als das Zusammenspiel solch universaler Kräfte und
Energien; letztlich habe das Universum keine andere
Ursache außer sich selbst.
All diese Ansichten, so wissenschaftlich, kosmisch
oder esoterisch sie klingen mögen, sind Teil eines
facettenreichen Atheismus, der von der Annahme
ausgeht, ein transzendenter Gott sei unnötig und
existiere auch nicht. Weil Wesen mit einem solchen
Weltbild glauben, es gebe keinen Gott, vor dem man
sich zu verantworten hat, schrecken sie bei ihren
Machtbestrebungen auch vor nichts zurück. Sie
glauben nur an die Naturgesetze und an das Wirken
eines mechanischen, unpersönlichen
Aktion-Reaktion-Gesetzes. Im Klartext besagt diese
Philosophie: Der Stärkere hat recht. Der Stärkere
darf (und soll) überleben!
Die Bewohner der Schattenwelten sehen sich selbst
jedoch nicht als dunkle Mächte. Sie sind von ihrem
atheistischen Weltbild völlig überzeugt, weshalb
sie auch überzeugt sind, das, was sie tun, sei
«gut», da «notwendig». Aus ihrer Sicht sind die
Bewohner der Lichtwelten die dunklen Mächte, weil
diese viele Welten, z.B. auch die Erde, mit einem
Gottglauben missionieren. Aus der Sicht der dunklen
Mächte ist dies ein unverzeihlicher Betrug, aus dem
einfachen Grund, weil es gar keinen Gott gibt.
Deshalb senden auch sie ihre Missionen aus, um den
(aus ihrer Sicht) dunklen Mächten den Kampf
anzusagen. Dieser Kampf tobt nicht zuletzt auch um
die Erde.
So kommt es, daß auf der Erde Wesen aus den Licht–
und aus den Schattenbereichen Einfluß nehmen,
geboren werden oder erscheinen. Etwas plakativ
ausgedrückt: Auf der Erde leben inkarnierte Engel
und inkarnierte Teufel. An den Früchten kann man
sie erkennen, obwohl dies anfänglich nicht immer
leicht ist. Der irdischen Bevölkerung bieten sich
beide Seiten an, und jeder Mensch muß selbst
entscheiden, mit wem er oder sie sich einlassen
will. Die Vertreter beider Seiten sagen, daß sie
göttlich sind und es nur gut meinen. Innerhalb der
materiellen Welt der Dualität sind die Begriffe
«göttlich» und «gut» relative Begriffe, denn jedes
Wesen und jede Macht stellt sich darunter etwas
anderes vor.
Aufschlußreich sind die Beschreibungen, die die
vedischen Schriften von den dunklen Welten geben:
In diesen Existenzdimensionen bietet sich
unvorstellbarer materieller Genuß an, und die
Bewohner verfügen über eine hochentwickelte
mechanische Technik, mit der sie die Materie in
vieler Hinsicht nach ihrem Willen beeinflussen
können. Einige Aspekte dieser Technik sind
mittlerweile auch auf der Erde eingeführt worden:
Motorentechnologie, Atomspaltung, Computer,
Gentechnologie, Laser usw. Dies sind typische
Entwicklungen des Kali-yuga-Zeitalters, denn nur in
diesem «eisernen Zeitalter» gerät die Menschheit in
die Abhängigkeit und Kontrolle solch
technologischer Mächte. In anderen Zeitaltern
verfügten die Menschen über höhere Kräfte und waren
nicht von der Gnade irgendwelcher
Technologieproduzenten abhängig. Im Kali-yuga
verschwinden diese Kräfte – aufgrund des Einflusses
der genannten dunklen Mächte – und werden
beschränkt durch technologische Hilfsmittel
ersetzt.
Das wichtigste Stichwort im Zusammenhang mit der
universalen Dualität lautet
Unterscheidungsvermögen.
Überall sind wir mit der Dualität konfrontiert,
insbesondere mit der Dualität in uns selbst. Die
Frequenz unseres Bewußtseins entscheidet, welche
Wesen wir anziehen und welchen Weltbildern wir
Glauben schenken.
Das Negative und das Positive wird es in der
materiellen Welt immer geben. Es geht also nicht
darum, die negativen Wesen zu verteufeln und die
positiven Wesen zu vergöttern. Für uns Menschen
geht es einzig und allein darum, daß wir lernen,
mit unserem freien Willen richtig umzugehen und zu
entscheiden, wo wir hingehören wollen.
6. Wie und warum die DNS der Menschen verändert wurde
Wir möchten heute darüber sprechen, wie verschiedene Wesen im Universum unterschiedliche Auffassungen von Wahrheit haben. Viele mögen denken, dieses Thema habe nichts mit den eigentlichen «Wahrheiten» zu tun, aber wir versichern euch, daß dies sehr wohl der Fall ist.
In vielen Botschaften [medialen Texten] und auch in anderen Quellen stoßt ihr immer wieder auf die Information, der Mensch sei einst unter eine Art Bann gesetzt worden oder habe ein Virus bekommen, wodurch sein Bewußtsein in eine ganz bestimmte Richtung verändert wurde: «Er» sah sich und «seine» Welt plötzlich anders. Tatsächlich wurden die Begriffe «er» und «sein» damals sehr wichtig, weil die besagte Veränderung auch zu einer Vorherrschaft des Männlichen führte.
Ihr werdet immer wieder halbwahre oder falsche Informationen zu hören bekommen, und ihr tut gut daran, euch vor diesen in acht zu nehmen. Im großen und ganzen habt ihr jedoch die Wahrheit gehört, wobei dieselben Ereignisse einfach aus unterschiedlichen Perspektiven dargestellt wurden. Wir möchten euch nun tiefere Einblicke in die wahre Geschichte der Menschheit gewähren.
Nach eurer Zeitrechnung wurde die Erde vor langer Zeit von Menschen bewohnt, die mit der Erde in göttlicher Harmonie lebten. Diese Menschen waren immer im Kontakt mit ihrem inneren Selbst, mit ihrer höheren Identität. Nach euren gegenwärtigen wissenschaftlichen Maßstäben waren diese Menschen nicht sehr fortgeschritten, doch in Wirklichkeit waren sie viel weiter fortgeschritten als ihr, denn sie vermochten direkt und jederzeit mit den Bewohnern anderer Dimensionen zu kommunizieren. Ihnen war es erlaubt, mit den Raumschiffen der Lichtwesen durch das Weltall zu reisen und das Universum zu sehen. Der Kontakt mit den höheren und göttlichen Dimensionen war für diese Menschen so natürlich, daß er zum alltäglichen Bewußtsein gehörte.
Sie hatten zu allem eine ganz andere Beziehung als die Menschen heute. Sie hatten keine Räder, um zu reisen oder schwere Gegenstände zu bewegen. Dennoch waren sie fähig, größte Gegenstände ohne die geringste physische Bemühung zu heben und zu transportieren. Sie hatten Zugang zu allen Energien, auch zu den Energien in großen Steinen, in den Bäumen, in den Blumen, in allem. Diese Beziehung beruhte auf göttlicher Liebe. Mit Liebe ließen sich sogar Steine «von selbst» bewegen.
Auch in vielerlei anderer Hinsicht waren diese Menschen fortgeschritten. Sie sprachen mit der Erde und fragten, wie sie ihre Energien unterstützen könnten. Die Erde ihrerseits gab den Menschen alle Nahrung, die sie brauchten. Nicht die geringste Arbeit war dafür erforderlich, denn es war ein Geschenk von Mutter Erde.
Die Menschheit jener Zeit stand unter dem Schutz zahlreicher höherer Wesen. Wann immer die Menschen sie anriefen, standen sie ihnen helfend zur Seite, ohne sich jedoch in deren Entscheidungen einzumischen. So lautete die Übereinkunft. Dies lief alles sehr gut, denn die Menschen wußten, daß sie sich auf der Erde befanden, um ihre eigenen Begabungen zu entwickeln und in Harmonie mit Gottes Gesetzen zu leben. Ihr Ziel war immer, sich individuell und spirituell zu entwickeln. Die höheren Wesen mischten sich in keiner Weise ein, und die Menschen wandten sich auch nicht mit unvernünftigen Wünschen an sie, wie zum Beispiel mit dem Wunsch nach gewissen Technologien, um sich das Leben «leichter» zu machen. Die Menschen wußten, warum sie auf der Erde waren, und sie wollten keinen der Aspekte ihrer eigenen, freudvollen Entwicklung verpassen.
Im Verlaufe der Entwicklung der Menschheit geschah es, daß gewisse Wesen von anderen Welten auf die Idee kamen, daß ihnen besser gedient wäre, wenn die Energien der Erde und der Menschheit anders ausgerichtet würden, und zwar so, daß sie der Entwicklung ihrer eigenen Rasse nützten. Diese Wesen wollten die Energien der Erde mit niemand anderem teilen [nicht einmal mit den Menschen]. So hatten sie ihre eigenen Beweggründe, warum sie die Energien der Menschheit beherrschen wollten.
Es ist für die Menschen kein Geheimnis, daß es «Gut» und «Böse» bzw. «Gut» und «Schlecht» gibt. Was sie hierüber wissen, haben sie im allgemeinen aus der Bibel und aus ähnlichen Quellen erfahren. Es sollte daher niemanden überraschen, daß es auch im Universum «Gut» und «Böse» gibt, oder wie wir es ausdrücken: positive und negative Energien. Wir erwähnen dies, um auch darauf hinzuweisen, daß die Menschheit als Ganzes die Möglichkeit hat, eine Form der Existenz jenseits der physischen Dimension zu erlangen.
Was die negativen Energien betrifft, so müßt ihr wissen, daß es verschiedenste Arten gibt. Einige von ihnen sind außerirdischen Ursprungs, und viele von ihnen sind nach menschlichem Ermessen unvorstellbar fortgeschritten. Aber auch sie sind abhängig vom Einen Schöpfer; nur haben sie sich für einen Weg entschieden, der Gott nicht erfreut. Haltet euch hierbei vor Augen, daß dies immer nur allgemeine Aussagen sind.
Es gibt außerirdische Mächte, die fühlen und in der Tat glauben, daß es nicht in ihrem besten Interesse sei, wenn die Erde und die Menschheit die Freiheit des individuellen Entscheidens habe, das heißt den freien Willen, den eigenen Weg zu wählen. Denn diese Mächte versuchen, die Energien der Erde und der Menschheit, so weit sie können, für ihre eigenen Bedürfnisse auszubeuten. Die menschlichen Energien sind quasi Nahrung für diese Außerirdischen und können sogar Bestandteil ihres Überlebens werden. Und wenn es ihnen gelingt, die Menschen auf eine bestimmte Weise zu manipulieren, können sie sogar zusätzliche Energien, die die Menschen ansonsten verwenden würden, in ihre eigenen Kanäle lenken.
Die negativen Außerirdischen halten sich nicht an alle kosmischen Gesetze. Wenn es ihrem eigenen Vorteil dient, sind sie gewillt, den freien Willen anderer Wesen zu beeinträchtigen. Sie glauben, daß dies in Ordnung sei, und sehen darin nichts Falsches.
Über lange Zeitspannen hinweg suchten sie nach Möglichkeiten, die Menschheit zu beherrschen. Sie unternahmen zahlreiche Versuche mit unterschiedlichen Mitteln, und schließlich hatten sie Erfolg: Es gelang ihnen, die DNS der Menschen und anderer Lebensformen auf der Erde zu verändern. Wie sie dies taten, ist uns bekannt, aber es ist extrem «technisch». Wenn es Menschen gibt, die es für erforderlich halten, dies im Detail zu wissen, können wir es erklären. Aber das Wie ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht so wichtig.
Jedenfalls gelang es ihnen, die Entwicklungsrichtung der Menschheit zu ändern. Sie beeinflußten das Bewußtsein und die Wahrnehmung der Menschen, so daß es diesen auf einmal schwerfiel, «offen» zu sein, um sich mit dem eigenen höheren Selbst und den vielen zur Verfügung stehenden spirituellen Gaben zu verbinden. Die Menschheit war plötzlich unsicher und voller Zweifel. Es war nicht so sehr eine physische Beeinflussung als vielmehr eine Art Horizontverengung oder Frequenzveränderung, so daß die Menschen allmählich ihren göttlichen Ursprung und ihre natürlichen höheren Kräfte aus den Augen verloren.
Dieser Beschränkung wurden gewisse neue Konzepte beigefügt, die allesamt ganz spezifisch das Ziel hatten, die Menschheit dazu zu bringen, ihr Selbstwertgefühl zu vermindern. In Wirklichkeit sind die Menschen ewige spirituelle Wesen genau wie alle anderen Geschöpfe im Universum auch. Durch die neuen Konzepte sollten die Menschen jedoch genau dieses Bewußtsein verlieren und dadurch ihre eigenen Kräfte und Fähigkeiten beschränken.
Die erklärte Absicht hinter alledem war es, der Menschheit gewisse Machtstrukturen aufzuerlegen, und zwar dadurch, daß sie sich selbst solche Machtstrukturen schuf.
In der Folge konnten auch noch andere Konzepte eingeführt werden: der Materialismus und, damit verbunden, die Bereitschaft und der Wunsch, sich mit materialistischen Gütern und Freuden zufriedenzugeben. So kam es, daß sich das Interesse der Menschen immer mehr auf diese äußeren Dinge beschränkte.
Das grundlegende neue Konzept, das eingeführt wurde, waren die «Religionen». Dies war wahrhaftig ein Geniestreich. Einerseits wurden die Menschen glauben gemacht, sie bekämen eine direkte Verbindung mit dem Einen Gott, andererseits wurde ihnen beigebracht, sie seien als Menschen vor Gott nicht würdig, sondern schuldig aufgrund ihrer Übertretung der Liebe Gottes; einzig und allein durch harte Arbeit und Entbehrung [natürlich nur im Dienst der jeweiligen «Religion»] dürften sie es wagen, sich auch nur im entferntesten der Nähe Gottes würdig zu fühlen.
Es ist in keinesfalls unsere Absicht, das Konzept der Religion an sich in ein schlechtes Licht zu rücken. Wir möchten hier einfach nur darauf hinweisen, wie und warum «Religion» [als Machtmittel] in die Welt kam. Im Lauf der Zeit werden hierüber weitere Informationen mitgeteilt werden, aber wiederum nur als Klarstellung für diejenigen, die davon betroffen sind.
Durch diese verschiedenen Mechanismen, Machtmittel und Konzepte gelang es den negativen außerirdischen Mächten, Herrschaft über die Menschheit zu bekommen. Denn eine Menschheit, die nicht an ihre höheren Kräfte glaubt, wächst im spirituellen Sinn nicht, ja sie macht Rückschritte. Nachdem es einmal soweit war, wurden viele weitere Konzepte eingeführt. Hier denken wir zum Beispiel an die Industrialisierung, die Einführung des Konkurrenzdenkens und Dinge wie das Geld und die Macht des Geldes sowie die Gier, welche mit dieser Macht einherging.
Die Menschheit jedoch war in diesen Entwicklungen immer auch ein Partner. Die Menschen machten mit. Sie können daher nicht alle Schuld jenen Außerirdischen zuschieben, die sich einst entschlossen, gegen den Willen einer planetaren Bevölkerung zu verstoßen.
Gleichzeitig hat es immer auch Individuen gegeben, die sich vollkommen bewußt waren, daß sie eine eigene Kraft, Würde und Verantwortung haben; sie erkannten auch, was die verschiedenen Institutionen und Glaubenssysteme der Menschheit antun. Viele erkannten und analysierten die Auswirkungen dieser neuen Konzepte, und viele von ihnen versuchten, die anderen Menschen darüber aufzuklären. Tatsächlich wurden auch viele aufgeklärt. Aber im großen und ganzen wurden die Worte dieser Individuen mißverstanden, ja ihre Worte wurden des öfteren ganz bewußt verfälscht. Denn die Mächte, die nicht dem Göttlichen dienen, ergriffen jede Gelegenheit, die Worte dieser weisen und heiligen Menschen zu verdrehen und zu verzerren.
Die meisten Menschen kennen das Schicksal Christi und seiner Lehren. Aber es gab noch viele andere. Die Offenbarungen Gottes sind nicht auf eine einzige Zivilisation beschränkt. Jedes Land und jede Kultur hatte eigene Lehrer der Wahrheit. So sind auf der Erde immer wieder erleuchtete Individuen aufgetreten, die die Wahrheit erkannt hatten, nicht nur in bezug auf die spirituellen Aspekte des Lebens, sondern auch in bezug auf die Machtsysteme, mit denen die Menschheit sich selbst ausgestattet hat. Viele erkannten dabei auch, woher diese Systeme kommen.
Jesus, der große Meister, unternahm alles, um den Menschen klarzumachen, daß jedes Individuum eigene Fähigkeiten und Kräfte hat. Er wußte, daß jede Form von Knechtschaft durch bedingungslose Selbstbewußtheit und Liebe überwunden werden kann. Gewisse Themen brauchte er gar nicht zu erwähnen, zum Beispiel die außerirdischen Zusammenhänge, denn er war überzeugt, daß die Lage sich von selbst wieder korrigieren würde [nämlich dann, wenn bedingungslose Selbstbewußtheit und Liebe sich durchsetzen].
Buddha, Elia, Mohammed, Abraham - die Liste ist endlos. Sie alle haben diese Zusammenhänge verstanden und gelehrt. Auch die göttlichen Lichtwesen sind sich dessen vollkommen bewußt. Nur die Menschen wissen es nicht, denn sie müssen sich zuerst von verschiedensten Formen der Programmierung befreien, einer Programmierung, der sie seit zweitausend Jahren und noch viel länger ausgesetzt sind.
Es wäre für die Menschheit also gar nicht so schwer, die Herrschaft über sich selbst und die eigene Verantwortung wiederzugewinnen. Ihr braucht euch einfach nur zu öffnen und auf die stille Stimme in eurem Inneren zu hören. Lernt, diese Stimme zu hören und ihr zu vertrauen! Dann entwickelt euch in jene Richtung, die euch am meisten zusagt, und ihr alle werdet staunen über das, was ihr seid und was ihr erfahrt. Hört und erkennt euer wahres Selbst und versteht die einfachen Wahrheiten, die überall in eurer Welt zu finden sind! Dann werdet ihr alle überrascht sein, wie angenehm und einfach das Leben sein kann.
Wir verabschieden uns in Liebe zu allen Wesen und zum allumfassenden Einen Wesen.
— The Blend of Loving Energies
(12. August 1992)
7. Der spirituelle Ursprung der Menschheit
Der
spirituelle Ursprung der Menschheit
Die
Menschen haben nicht immer Fleisch
gegessen!
Eine
vegetarische Welt wird entstehen als Ergebnis eines
weltweiten Bewußtseinswandels. Diese erweiterte
Wahrnehmung von uns selbst und unserer
Verantwortung hier auf der Erde wird auch ein neues
Verständnis unseres Ursprungs als Menschen mit sich
bringen. Da die Zukunft das Ergebnis der
Vergangenheit ist, wird ein neues Verständnis
unserer Herkunft auch unsere Zukunft verändern.
Die heute vorherrschende Ansicht besagt, daß die
ersten Lebensformen auf der Erde primitive
Bakterien und einzellige Organismen waren, die aus
anorganischer Materie entstanden seien. Diese
ersten Organismen seien die ursprünglichen
Vorfahren aller Pflanzen und Tiere, aus denen am
Schluß – als später Zweig in der Linie der
affenähnlichen Säugetiere – der Mensch
hervorgegangen sei. Der «primitive Urmensch» habe
dann aufgrund seines größeren Gehirns begonnen,
Tiere zu jagen und sich gegenseitig zu bekämpfen.
«Die Menschen sind schon immer gewalttätig gewesen,
es hat schon immer Kriege gegeben, und das Essen
von Tieren hat schon immer zum natürlichen Leben
des Menschen gehört.» Dies ist eines der häufigsten
Argumente für das Fleischessen. «Die Menschen haben
schon immer Fleisch gegessen!»
Das hier skizzierte Weltbild wird Materialismus
genannt: das Weltbild, das besagt, Leben sei ein
Produkt von Materie. «Am Anfang war die Materie,
und es gibt nichts anderes als Materie.» Die
Lebewesen werden auf ihren physischen, materiellen
Aspekt beschränkt, den Körper. Wenn der Körper
sterbe, dann sei auch das Leben dieses Wesens
(Pflanze, Tier, Mensch) als ein «vergängliches
Epiphänomen der Materie» zu Ende.
Der Materialismus in all seinen Formen zieht eine
materialistische Sicht des Lebens nach sich: Alles
ist Materie, Materie ist Energie, und Energie folgt
abstrakten, «neutralen» Gesetzen, die mechanisch
bzw. quantenmechanisch funktionieren.
Dementsprechend lautet die materialistische
Definition von Realität: Alles ist Energie, und
«Energie» hat kein Bewußtsein, keine Liebe und
keine Barmherzigkeit.
Diese scheinbar konsequente Sicht der Realität ist
gemäß dem Materialismus die höchste Form von
Realismus bzw. «Wahrheit».
Stellen Sie sich die Ethik vor, die diesem Weltbild
entspringt! Kurz zusammengefaßt, besagt es, daß
«gut» und «schlecht» gemäß den Notwendigkeiten
dieses Realismus definiert werden müsse. Was helfe,
diesen Realismus – bzw. die Interessen jener, die
diesen (materialistischen) Realismus vertreten – zu
fördern, sei gut. Alles andere sei schlecht und
müsse beseitigt oder überwunden werden. Es sei wie
im Schach: Wer die Spielgesetze besser anzuwenden
und auszunützen wisse, sei der legitime Sieger.
(Interessanterweise ist für diese Art von Realisten
das Leben nichts anderes als ein «Spiel».)
Ist das wirklich die endgültige Wahrheit? An den
Früchten, die dieses Weltbild nach sich zieht,
können wir es erkennen: Zerstörung des ökologischen
Gleichgewichts, weltweite Umweltverschmutzung,
Ausbeutung der Tiere und Pflanzen, Abholzen des
Regenwaldes, Gewalt, Profitsucht usw. Im
materialistischen Weltbild ist kein Platz für
wirkliche Liebe und wirklichen Respekt vor dem
Leben, sonst würden all diese Dinge nicht
geschehen.
Der Bewußtseinswandel, der zu einer vegetarischen
Welt führen wird, wird auch die Trugschlüsse und
fatalen Irrtümer des Materialismus korrigieren. Die
Menschen werden dann verstehen, dass Energie nicht
einfach abstrakt und materiell ist. Energie ist der
Ausdruck von Bewußtsein, und die Ausrichtung des
Bewußtseins ist das Ergebnis unseres freien
Willens. (Materie für sich und ihre Gesetze haben
weder Bewußtsein noch freien Willen.) In diesem
Licht betrachtet, wird Bewußtsein wieder als der
allesbestimmende Faktor des Lebens erkannt werden.
Dementsprechend wird es wieder eine allseits
bekannte Wahrheit werden, daß wir Menschen
Geistwesen sind und nicht einfach Wesen, die aus
Materie entstanden sind. Ebenso sind auch die Tiere
nicht Wesen, die aus Materie entstanden sind. In
der vegetarischen Welt werden sogar die Kinder über
die Blindheit der heutigen materialistischen
«Biologie» lachen, die behauptet, Amphibien hätten
sich zu Reptilien, Reptilien zu Vögel und
Säugetiere und diese zu Menschen «evolviert».
Man stelle sich einmal die Witzfiguren vor, die es
gemäß dieser Theorie einmal gegeben haben soll:
Kreaturen, die z.B. zu 90 % Reptil und zu 10 %
Säugetiere sind, dann zu 80 % Reptil und zu 20 %
Säugetier, usw. Es gibt nicht den geringsten
Beweis, dass eine solche unmögliche «Evolution»
jemals stattgefunden hat.
Durch den Bewußtseinswandel, der der Welt Friede
und Harmonie (und eine vegetarische
Ernährungsweise) bringen wird, werden wir als
Menschen auch neue Einblicke in unsere eigene
Vergangenheit bekommen. Wir sind Wesen mit einem
spirituellen Ursprung, genauso wie alle anderen
Lebewesen auch. Und auch die Materie hat einen
spirituellen Ursprung. Bewußtsein ist nicht ein
Produkt von Materie (des Gehirns). Es ist gerade
umgekehrt. Mit anderen Worten, die frühen Menschen
waren nicht primitive, affenähnliche Wesen. Und die
Menschen haben nicht «schon immer Fleisch
gegessen». Vielmehr entstanden die großen Probleme,
als die Menschen begannen, Fleisch zu essen, vor
allem, als gewisse Völker begannen, Tiere zu
züchten, um sie zu töten und zu essen - und zu
opfern …
Das «Paradies» der Vergangenheit ist die «Utopie»
von morgen, die Realität werden wird durch die
wirkliche, spirituelle Evolution der Menschheit.