Involution
Einführung
Die Notwendigkeit neuer
Erklärungsmodelle
Die philosophischen
Grundlagen
Ursprung von Leben und Kosmos aus der
Sicht der Involution
Definitionen
Weiterführende
Quellen
Einführung
Eine der grundlegendsten und wichtigsten Fragen der
Wissenschaft – und des menschlichen Forschens
überhaupt – lautet: Wie entstand das Leben auf der
Erde? Insbesondere: Was ist die Herkunft des
Menschen?
Das heute vorherrschende Erklärungsmodell gründet
sich auf das, was Charles Darwin in seinen Büchern
über die Entstehung der Arten und die Abstammung des
Menschen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts
als Hypothese dargelegt hat. Diese Hypothese
postuliert, daß die höheren Lebensformen aus den
niederen hervorgegangen seien und daß die ersten
einzelligen Organismen – durch eine „Biogenese“ –
zufällig aus organischer Materie entstanden seien.
Der Darwinismus entspringt einem materialistischen
Weltbild, denn seine Grundannahmen lauten: „Leben
entstand aus Materie“, und „Alles Existierende“ –
auch Leben und Bewußtsein – ist eine Funktion
materieller Energie und läßt sich mit den Gesetzen
der Materie erklären.“
Historisch betrachtet, war der Darwinismus eine
Reaktion auf die bibelfundamentalistische Lehrmeinung
der Kirchen, die über Jahrhunderte hinweg mit
Bevormundung und totalitärer Gewalt durchgesetzt
worden war. Im 19. Jahrhundert waren die Aufklärung
und die geistige Emanzipation so weit
fortgeschritten, daß es möglich war, nichtkirchliche
Meinungen zumindest ohne Lebensgefahr zu
veröffentlichen. Aber wie so oft, schlug das Pendel
auch hier vom einen Extrem zum anderen aus: vom
fundamentalistischen Kreationismus zum
materialistischen Darwinismus. Alles, was nicht
wissenschaftlich (= rational) erfaßbar war, galt
plötzlich als irrational und somit als irreal. Dies
bezog – und bezieht – sich insbesondere auf jegliche
Form von Kreationismus („Schöpfungsglauben“).
Der fundamentalistische Kreationismus, der im Namen
der Bibel (und von anderen auch im Namen des Korans)
vertreten wird, besagt, Gott habe die Welt und den
Menschen vor siebentausend Jahren erschaffen; danach
sei es im Paradies zum Sündenfall gekommen, und die
Menschheit brauche nun genau jene Erlösung, die sie,
die Verfechter dieses Glaubens, verkünden. Der
Kreationismus wird also auf eine absolute Weise mit
einer dogmatischen Heilslehre verbunden, und alle
anderen Bibelerklärungen und erst recht alle anderen
Religionen werden als eine Ausgeburt des Teufels
bezeichnet, jener bösen Macht, die auch den
Sündenfall im Paradies provoziert habe.
Heute kommt die vehementeste – und beste – Kritik am
Evolutionsglauben von der Seite der Kreationisten.
Diese Kontroverse ist derart ausschließlich und
„schwarz-weiß“, daß viele Menschen, auch
Intellektuelle, meinen, der Kreationismus sei die
einzige Alternative zum Darwinismus. Da sie den
Kreationismus mit seinem Dogmatismus ablehnen,
bekennen sie sich – meistens ohne weitere Fragen –
zum „wissenschaftlich“ abgesegneten Glauben des
Darwinismus.
Die Notwendigkeit neuer
Erklärungsmodelle
Die
Theorie der Involution ist ein Erklärungsmodell, das
den Kreationismus und den Darwinismus kritisch
betrachtet, einerseits, um die ideologische
Einseitigkeit dieser zwei antagonistischen Extreme zu
erkennen und zu überwinden, andererseits auch, um von
beiden Seiten zu lernen und auf ihren
Forschungsergebnissen aufzubauen.
Die
Evolutionstheorie ist in
keiner Weise bewiesen, ja sie ist nicht einmal
wissenschaftlich, denn es gibt kein theoretisches
Modell, das zeigen würde, wie Einzeller zu
Mehrzellern, Fische zu Amphibien, Amphibien zu
Reptilien und Reptilien zu Vögeln und zu Säugetieren
werden können. Hätte diese evolutionäre Entwicklung –
angeblich über die Akkummulierung vieler kleiner,
vorteilhafter Genmutationen – stattgefunden, müßte es
z.B. Übergangsformen geben, die zu 95 % Reptil und zu
5 % Säugetier sind, dann zu 90 % Reptil und zu 10 %
Säugetier, usw. Solche kuriosen Formen lassen sich
jedoch nirgendwo im gesamten Fossilbestand finden und
wären auch auf keiner Stufe lebensfähig gewesen.
(Dies ist nur eines von vielen Argumenten gegen die
materialistische Evolutionstheorie.)
Aber auch der
Kreationismus ist in
keiner Weise bewiesen. Erstens ist die Annahme, Gott
habe die Welt vor siebentausend Jahren erschaffen,
nur eine von vielen möglichen Interpretationen der
biblischen Genesis, und nicht einmal die
plausibelste. Zwischen dem
Sieben-Tage-Schöpfungsbericht und der
Adam-und-Eva-Geschichte bestehen einige markante
Widersprüche, die von den Kreationisten nur mit viel
Mühe zurechtgebogen werden können. Die dogmatische
Heilslehre, die von diesem (konstruierten)
Schöpfungsszenario abgeleitet wird, führt zu
unversöhnlichen Absolutheitsansprüchen, auf deren
Grundlage gezwungenermaßen alle anderen Konfessionen
und Religionen verteufelt werden müssen. An diesen
Früchten ist zu erkennen, daß hinter den
fundamentalistischen Glaubensformen ein trennender
Geist und nicht der Geist des allumfassenden Gottes
wirkt.
Während die Kontroverse zwischen Darwinisten und
Kreationisten anhält und sogar noch verschärft wird,
sollten aufgeschlossene Forscher beide Seiten ernst
nehmen, aber nicht dort stehen bleiben und, von deren
Erkenntnissen ausgehend, nach neuen Theorien suchen,
die nicht materialistisch und auch nicht
religiös-fundamentalistisch sind, die also über den
Darwinismus und Kreationismus hinausgehen.
Eine solche weiterführende Theorie ist das
Erklärungsmodell der
Involution.
Die philosophischen Grundlagen
Das Erklärungsmodell der Involution besagt, daß das
„Niedere“ nicht das „Höhere“ hervorbringt, sondern
das „Höhere“ das „Niedere“. Laut der
Evolutionstheorie gab es am Anfang nur Materie; aus
Materie sei alles hervorgegangen, auch das „Leben“,
angefangen mit den ersten primitiven Organismen, aus
denen sich allmählich die höheren, komplexeren
Lebensformen entwickelt haben sollen; aus den
Primaten seien primitive Affenmenschen
hervorgegangen, die dann, als ihr Gehirn genügend
groß geworden war, Bewußtsein und Selbstwahrnehmung
entwickelten; so sei das Tier Mensch geworden.
Bewußtsein wird in der Evolutionstheorie als ein
Produkt des Gehirns angesehen, vergleichbar mit Holz,
das plötzlich – wenn der Funke springt – über die
Energie des Feuers (Bewußtsein) Licht (Gedanken) und
Hitze (Emotionen) produziert. Wir haben es hier also
mit einem Weltbild zu tun, in dem die Materie als die
absolute Realität gilt. Der Materialismus, so gern
ihn seine Anhänger als „objektiv“ und
„wissenschaftlich“ bezeichnen, ist ebenfalls ein
Glaubenssystem, das etwas Absolutes postuliert,
nämlich die Absolutheit der Materie (als „Energie“
der Non-Dualität).
Das Erklärungsmodell der Involution sagt, daß
Bewußtsein – und nicht Materie – der Ursprung von
allem ist. Philosophisch gesprochen: Der absolute
Hintergrund aller Relativität und Dualität ist nicht
eine abstrakte Non-Dualität von Energie (Materie),
sondern die „In-Dividualität“, wörtlich: das
„un-teilbare“ (= ewige, spirituelle) Sein, das immer
ein Bewußt-Sein ist. Denn alles, was existiert, ist
direkt oder indirekt auch im Urgrund vorhanden. Da es
in der Schöpfung Bewußtsein gibt, muß es vom Urgrund
ausgegangen sein und folglich auch „dort“ vorhanden
sein. Sowohl im Relativen (in der Schöpfung mit allen
Geschöpfen) als auch im Absoluten (Gott in „seiner“
immanenten und transzendenten Präsenz) ist
Individualität („unteilbares, ewiges Bewußtsein“) das
ureigene Charakteristikum.
Ursprung von Leben und Kosmos
aus der Sicht der Involution
Jedes Weltbild muß von einem ursprünglichen,
absoluten Urgrund ausgehen. Für den Darwinismus ist
dies die Materie in ihrer abstrakten Urform als
Energie. Für den Kreationismus ist es ein Schöpfer,
der sich nur über eine einzige, konfessionell
definierte Heilslehre offenbart.
Aus der
Sicht der Involution ist der Urgrund das
„allumfassende Bewußtsein“, das alles Relative in
sich vereint. Alles Relative (alles Geschaffene) ist
letztlich „Bewußtsein“, d. h. individuelle
Wesenheit, da das Absolute (Gott) ebenfalls – im
wörtlichen Sinn – individuell ist: „unteilbar und
ungeteilt“. Das heißt, Gott als absolute
Individualität ist sowohl transzendent als auch
immanent allgegenwärtig und ist nicht in
Vergangenheit und Zukunft aufgeteilt. (Bewußtsein ist
in seiner Essenz also nicht Raum und Zeit
unterworfen. Das gilt natürlich für Gottes
Bewußtsein, aber auch für unseres!)
Und so geschieht „Schöpfung“:
Aus dem absoluten, ewigen Hintergrund der
Individualität Gottes und aller Geistwesen entstehen
(in zyklischen Kreisläufen) Urmaterie und Kosmos
durch eine „interdimensionale Evolution“ (=
Involution) von den höheren, weniger verdichteten
Materieebenen bis hinunter in die Dimension der
dichtesten Materie. Während das Ewige immer im
„Hintergrund“ (immanent und transzendent) präsent
ist, entstehen durch eine göttliche Schöpfung Raum
und Zeit (= Universum) und darin zuerst die höchste,
am wenigsten verdichtete Dimensionswelt. Dieser
höchste „Himmel“ enthält potentiell alle anderen
Parallelwelten, die dann, im Lauf der Zeit – oder
richtiger: im Lauf von Raum und Zeit – über
„Involution“ eine aus der anderen heraus entfaltet
werden. Die meisten Mysterientraditionen sprechen
hier grundlegend von sieben Dimensionsebenen.
Das Erklärungsmodell der Involution geht von der
Absolutheit der Individualität (und nicht von der
Absolutheit der Materie) aus und akzeptiert die
Multidimensionalität des Kosmos: Bewußtsein und Leben
als Urprinzip sind absolute, ewige Realitäten; die
verschiedenen Lebenswelten (Dimensionen) und
Lebewesen entstehen als „Abbild“ nach den prägenden
„Vorbildern“ der nächsthöheren Dimension, letztlich
nach dem Urbild des absoluten Bewußt-Seins.
Etwas vereinfacht ausgedrückt: „Gott schuf den
Menschen nach seinem Abbild.“
Definitionen
Die Evolutionstheorie besagt, daß das „Höhere“ aus
dem Nächstniederen hervorgegangen ist, mit Materie
als ursprünglicher Grundlage. Die Involutionstheorie
besagt, daß das „Niedere“ aus dem Nächsthöheren
hervorgegangen ist, mit Bewußtsein als Ursprung und
Urgrund.
Involution läßt sich also definieren als
„interdimensionale, kosmisch-herabsteigende
Evolution, gesteuert und vollzogen durch geistige
Impulse, die die Materie beseelen und formen; eine
kosmisch-hierarchische Schöpfung von der höchsten, am
wenigsten verdichteten Dimensionswelt bis hin zur
Welt mit dreidimensional verdichteten Planeten und
Körpern“. Involution bedeutet, daß Geist über der
Materie steht und daß Schöpfung geschieht, wenn
Geistwesen in die Materie gehen (aus welchen Gründen
auch immer) und mit ihrer Bewußtseinsausrichtung
Schicksale und ganze Welten formen.
Materie wird in diesem Erklärungsmodell definiert als
eine ewige Energie, die vergängliche materielle
Formen („Körper“) hervorbringt (von Licht- und
Himmelskörpern bis hin zu irdischen Tier- und
Pflanzenkörpern), und zwar unter dem prägenden und
„beseelenden“ Einfluß des spirituellen Urgrundes, des
ewigen, individuellen Bewußtseins (in einem
Zusammenspiel von Gottes Bewußtsein und dem
Bewußtsein der Geistwesen).
Bewußtsein ist demnach nicht das Produkt eines
„genügend großen“ Gehirns. Bewußtsein ist eine
eigene, von Materie unabhängige Realität, genauso wie
Licht eine von Schatten unabhängige Realität ist.
Wenn Materie bzw. Energie die absolute Realität wäre,
gäbe es letztlich keinen freien Willen – was im
Materialismus auch geglaubt wird, sowohl in profanen
als auch in okkulten Kreisen. Materialistische
Weltbilder sind immer atheistisch und gottlos.
Das
Erklärungsmodell der Involution betrachtet den Kosmos
aus einer theistischen Sicht, was nicht
gleichbedeutend ist mit einer mono-theistischen
Sicht. „Theismus“ bezieht sich auf eine Offenbarung
und Erkenntnis, die Gott als absolute, allumfassende
Individualität wahrnimmt. „Monotheismus“ bezieht sich
auf Konfessionen, die eine relative Gottesform
verabsolutieren und als die einzig wahre deklarieren.
(Letzterem entspringen alle Formen von
fundamentalistischem Kreationismus)
Weiterführende Quellen
Das Erklärungsmodell der Involution entspricht in
seinem Kern den mythologischen Weltbildern aller
alten Kulturen, allen offenbarten Botschaften und
auch der mystischen Schau vieler Seher, Propheten,
Schamanen und Brahmanen. Es erklärt die Phänomene
„Leben“ und „Bewußtsein“ sowie die Herkunft des
Menschen auf eine plausible Weise und wird auch von
den Erkenntnissen der modernen Parapsychologie,
Metaphysik und Quantenphysik unterstützt.
Eine grundlegende, zusammenfassende Darstellung
dieser Zusammenhänge findet sich z. B. in den
Werken von Armin Risi, insbesondere in seiner
Trilogie „Der multidimensionale
Kosmos“, im
Buch „Das kosmische
Erbe“ und
in „Licht wirft
keinen Schatten“ sowie
– auf Englisch – im dritten Teil seines Buches
„TranscEnding the Global Power
Game“: „The
Cosmic Background of Past and Present History“;
überall mit ausführlichen Literaturhinweisen.